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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneeschuh bis schneestein (Bd. 15, Sp. 1240 bis 1241)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeschuh, m. schuh zum laufen auf schneeflächen; theils alteinheimisch als in gebirgen gebräuchlicher reif (s. schneereif), der das einsinken verhüten soll, theils neue einführung, dem norwegischen ski entsprechend.
 
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schneeschusz, m. herabschieszen, -fallen des schnees von den bergen: ein solcher schneeschusz heiszt eine lawine, und es wäre an einer einzigen genug. Hebel 2, 51.
 
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schneeschwall, m.:

drang Aloysius rastlos vor bis zur äuszersten bergwand,
welche hinabsenkt trotzig den fusz in die schlagende meerflut,
ewig im kampf mit dem sturm, dem scheltenden; ewig der brandung
bieten(d) die brust, und des schneeschwalls grimm, und dem sturz aus der wolke.
Kosegarten dichtungen 3, 95.


 
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schneesieb, n. (vgl. das folgende):

o ihr bursch nehmt ein exempel,
und geht ein zur liebe tempel
wenn es zeit und alter heiszt,
und des schneesiebs euch entreiszt.
Scherffer ged. (1652) 568.


 
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schneesieber, m. der schnee siebt; im schlesischen bezeichnung für alter junggeselle. Drechsler W. Scherffer 234; vergl.:

[Bd. 15, Sp. 1241]


müszt' ich dann an stat zu lieben
helffen dort den schnee durchsieben,
(denn das sol die arbeit seyn
alter bursche die nicht freyn!).
Scherffer ged. (1652) 567.

im preuszischen für bummler. Frischbier 2, 303a.
 
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schneesperling, m. die ammerart emberiza nivalis Nemnich.
 
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schneespitze, f. mit schnee bedeckte bergspitze.
 
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schneespur, f. im schnee zurückgelassene spur:

heulend schwärmen durch die wüste der kosaken stumpfe horden,
rastlos gilts der leichen plündrung, gilt es sterbende zu morden,
gierig ihren raub verfolgend auf der schneespur roth von blut.
Gaudy werke 7, 95.


 
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schneestarr, adj.: schroffe, schneestarre berggiganten mit sonnefunkelnden helmen umdrängen die kristallschale — es sind die alpen. Gaudy werke 19, 11.
 
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schneestaub, m. feiner, staubartiger schnee: flimmernder schnee-staub flattert umher. Gesner schriften 3, 12; aber als durch die geöffnete thür der sturm hereinpfiff, dem zimmermann die mütze vom kopfe risz und massen feinen schneestaubs gegen das gebälke warf. Ludwig schriften 1, 367; aber der schneestaub, der dazwischen wirbelte und vom dache herabrollend in seine augen schlug, war hinderlich. 368;

der hart-gefrorne schnee-staub scheint, in seinen kleinen glatten trümmern,
wie millionen edelsteine, wie diamantner staub, zu schimmern.
Brockes 7, 566.

im vergleich:

das segel reiszt!
wie schneestaub, so zerflattert es im sturm!
V. Weber Tell 141.


 
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schneestein, m.: dasz dasselbig wasser so kalter natur ist, so bald es sich resolviert in troffen, ein jeglicher tropffen gefreurt, unnd zu einem schneestein wird, und also gleich so wol mit solchem impetu herab falt, als das ander, blitz oder regen. Paracelsus (1616) 2, 104 C.