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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneeschmelze bis schneestaub (Bd. 15, Sp. 1240 bis 1241)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeschmelze, f.
1) schmelzen des schnees; auch zeit, da dies geschieht: im märz, in der schneeschmelze.
2) besonders schmelzen des schnees im hochgebirge und grat eines gebirges, an dem der schnee zu beiden seiten herabschmilzt; schneeschmelze, schneeberge, wo der schnee abschmilzt, montes limitanei, in quibus nives incipiunt fundi Frisch 2, 313a; alemannisches wort, bei grenzbestimmungen (vgl. schneeschleife): denselben grat und die hochinen jemerme usz, untz als sich die wasserseiginen und schneeschmiltze teilend, ein teil in den Rhin, und der ander teil in die Aaren. urkunde von 1362 bei Tschudy 1, 459b; schneeschmeltzi ebenda; von dem Sunnenbül unnder dem Öttlibärg hin, was schneschmeltzy gegen Seldenburen git. weisth. 1, 38 (von 1468); von Wigglis mos bis an Meisifluo (was schnêschmiltzi git herwert, gehörte gen Baden, und was schnêschmiltzi geb hinwert, gehörte hinwert); und von Meisifluo bis an den uffgeworfnen büchel durch die sumerhalden (was schnêschmiltzi gäbe herwert, gehörte gen Baden, und was schnêschmilzi gäb hinwert, gehörte den von Viszlispach). 4, 400 (von 1456); und hebet der ban an uf dem Isenrein und gat der snesmilz nach, zwischent den von Lebero und den von Tannenkirch der eck nach untz herfür an den Tennichel und den Tennichel herabe enet Gräschers matte, der snesmilz nach. 5, 360 (von 1442).
 
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schneeschuh, m. schuh zum laufen auf schneeflächen; theils alteinheimisch als in gebirgen gebräuchlicher reif (s. schneereif), der das einsinken verhüten soll, theils neue einführung, dem norwegischen ski entsprechend.
 
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schneeschusz, m. herabschieszen, -fallen des schnees von den bergen: ein solcher schneeschusz heiszt eine lawine, und es wäre an einer einzigen genug. Hebel 2, 51.
 
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schneeschwall, m.:

drang Aloysius rastlos vor bis zur äuszersten bergwand,
welche hinabsenkt trotzig den fusz in die schlagende meerflut,
ewig im kampf mit dem sturm, dem scheltenden; ewig der brandung
bieten(d) die brust, und des schneeschwalls grimm, und dem sturz aus der wolke.
Kosegarten dichtungen 3, 95.


 
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schneesieb, n. (vgl. das folgende):

o ihr bursch nehmt ein exempel,
und geht ein zur liebe tempel
wenn es zeit und alter heiszt,
und des schneesiebs euch entreiszt.
Scherffer ged. (1652) 568.


 
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schneesieber, m. der schnee siebt; im schlesischen bezeichnung für alter junggeselle. Drechsler W. Scherffer 234; vergl.:

[Bd. 15, Sp. 1241]


müszt' ich dann an stat zu lieben
helffen dort den schnee durchsieben,
(denn das sol die arbeit seyn
alter bursche die nicht freyn!).
Scherffer ged. (1652) 567.

im preuszischen für bummler. Frischbier 2, 303a.
 
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schneesperling, m. die ammerart emberiza nivalis Nemnich.
 
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schneespitze, f. mit schnee bedeckte bergspitze.
 
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schneespur, f. im schnee zurückgelassene spur:

heulend schwärmen durch die wüste der kosaken stumpfe horden,
rastlos gilts der leichen plündrung, gilt es sterbende zu morden,
gierig ihren raub verfolgend auf der schneespur roth von blut.
Gaudy werke 7, 95.


 
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schneestarr, adj.: schroffe, schneestarre berggiganten mit sonnefunkelnden helmen umdrängen die kristallschale — es sind die alpen. Gaudy werke 19, 11.
 
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schneestaub, m. feiner, staubartiger schnee: flimmernder schnee-staub flattert umher. Gesner schriften 3, 12; aber als durch die geöffnete thür der sturm hereinpfiff, dem zimmermann die mütze vom kopfe risz und massen feinen schneestaubs gegen das gebälke warf. Ludwig schriften 1, 367; aber der schneestaub, der dazwischen wirbelte und vom dache herabrollend in seine augen schlug, war hinderlich. 368;

der hart-gefrorne schnee-staub scheint, in seinen kleinen glatten trümmern,
wie millionen edelsteine, wie diamantner staub, zu schimmern.
Brockes 7, 566.

im vergleich:

das segel reiszt!
wie schneestaub, so zerflattert es im sturm!
V. Weber Tell 141.