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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneeleib bis schneemauer (Bd. 15, Sp. 1238 bis 1239)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeleib, m. leib weisz, auch kalt wie schnee:

dasz dies sein seitenquell ein feuerofen sei
in dem für groszer brunst zu denen, die ihn hassen,
der schneeleib brennend wird, der speer fast schmelzt entzwei.
Lohenstein bei
Campe.


 
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schneelein, n., dim. zu schnee; wenig schnee: wie mage das gesein sprach die fraw das du erfroren bist ist dann die kelte gröszer dann z Parisii umb eynes kleynen schneleins willen das nächten gefallen ist? Steinhöwel decameron 499, 15 Keller.
 
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schneelerche, f. die lerchenart alauda alpestris. Nemnich; die schneelerch, alauda nivoso tempore veniens. Frisch 2, 213a.
 
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schneelicht, n. das blendende licht des schnees: die strasze war nur vom schneelicht erhellt. Heyse kinder der welt 2, 31;

es war noch schneelicht! — auch bin ich hier aus dem land,
im klettern gut geübt an steiler alpenwand.
Werner 24. febr., 3. auftr.;

wenn der sterne schein am himmel
wolken löschen, fällt das licht,
weich, in flockigem gewimmel,
nieder auf die dunklen wege
durch das felsige gehege.
schneelicht heiszt es hier. — ihr wiszt
nichts davon im heiszen süden.
Müllner schuld 1, 2.

bildlich: das glänzende schneelicht des hofes (der das herz nicht erwärmender glanz des hofes). J. Paul Tit. 2, 98.
 
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schneelinie, f. wie schneegrenze: auf den alpen, vom fusz an bis zur schneelinie. Oken 3, 905; bildlich: der fürst — entrüstet über die kühnheit, die sonst nicht in der schneelinie der höfe, sondern nur in der demokratischen gleichenlinie wohnt. J. Paul Hesp. 4, 134; auf der hohen schneelinie des griechischen statuenprofils standen sämmtliche künstler. komet 3, 153.
 
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schneelos, adj. frei vom schnee:

zwar erde hat mit pflanz' und moose
des frostes panzer an, den harten,
doch sonne blüht im ost wie eine rose,
und wärmt euch, blätterlose,
doch auch schneelose bergeswarten.
Platen 17b.


 
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schneeluft, f. mit schnee angefüllte luft: schneelufft, aer nive plenus Frisch 2, 213a; schneeluft ist kalt, aber kälter der schoos einer gottlosen mutter. Spindler jude 1, 313;

im milden atem, drin die kalte
schneeluft zerging, fühlt' ich Elisens nah'n.
Schack deutsche dichtung 6, 118b.


 
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schneemann, m.
1) aus schnee geformte gestalt eines mannes; im vergleich: es kann ein mensch lange zeit in den besten grundsätzen wie ein schneemann eingefroren sitzen. Eichendorff 2, 465;

schneemännern gleichen solcherlei tragödienverfasser;
karikaturen sind sie heut und morgen sind sie wasser!
Platen 260.

bildlich: der himmel schneiet ein paar flocken zu unserm innern schneemann zusammen, den wir unsere bildung nennen, die erde schmelzt oder besudelt ein viertel davon, der laue wind löset dem schneemann den kopf ab — das ist unser gebildeter

[Bd. 15, Sp. 1239]


innerer mensch. J. Paul uns. loge 2, 56; wenn die schnee- und strohmänner, und alle marionetten auf dem druckpapier ihre kalten schattenhände aufheben wollten. biogr. belust. 1, 108.
2) mann aus einem nördlichen lande: doch wenn schon auch diese anthologie euch leckerhafte Europäer, so wenig .. mit uns schneemännern (aus Sibirien) versöhnen wird. Schiller 1, 202; der schneemann, der Schwede, dachte an der deutschen sonne und an den deutschen mädchen aus seinem winterschlafe aufzutauen. Ludwig 4, 71.
 
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schneemantel, m. schnee als mantel der berge: langsam wie geister hob sich hie und da ein berg, und sank allmählig in seinem blitzenden schneemantel wieder unter. Bettina v. Arnim briefe 2, 186.
 
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schneemasse, f. masse, menge schnee: es ist eben der stock von bergen der in einem fort vom Genfersee bis auf den Gotthard läuft, und auf dem sich in dem Berner gebiet die groszen eis- und schnee-massen eingenistet haben. Göthe 16, 264; eine reihe saumrosse zog vor uns her, wir schritten mit ihr über eine breite schneemasse, und erfuhren erst nachher, dasz sie unten hohl sey. 48, 123; die bauern, welche mit schaufeln dem schlitten vorangegangen waren, um bahn durch die schneemassen zu brechen. Gaudy werke 19, 14.
 
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schneemauer, f. hoher gleichsam eine mauer bildender schnee.