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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneekind bis schneelast (Bd. 15, Sp. 1237 bis 1238)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneekind, n. in der fabel kind, das aus schnee hervorgieng. J. Grimm myth.4 3, 275; die schöpfung aus speichel und blut gemahnt an den schnee und das blut in märchen, wann die mutter sich kinder wünscht, an das schneekind im modus Liebinc, und an den ursprung der riesen aus reif und eis. 2, 752 anm. 1.
 
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schneekleid, n. schnee als kleid der berge: nur die gipfel der höheren berge sind mit dem schneekleide bedeckt. Augsb. allg. zeitung 1869.
 
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schneeklosz, m. klosz aus schnee, schneeball:

seht dô begonde er machen
durch sîne tugende grôʒe
wol achte snêklôʒe
aldie wîle in sneit der wint. pass. 522, 98 Köpke.


 
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schneeklumpen, m. klumpen aus schnee: sich mit schneeklumpen werfen.
 
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schneekönig, m. 1) name für den zaunkönig motacilla troglodytes Nemnich: es ist klein grau sprencklicht vögelein, das man den schneekönig nennet. Schnurr wunderb. 303. sprichwörtlich: wenn der schneekönig wieder kommt! Simrock 9146; in Düringen und Sachsen: sich freuen wie ein schneekönig; auch spottname des königs Gustav Adolf von Schweden. Eiselein 553.
 
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schneekranz, m. schnee als kranz:

der winter steht mit ewigstarrendem fusze
auf der gebürge gipfel, gekrönt mit glänzendem schneekranz,
welcher strahlte wie silbergewölk im schimmer der erde.
Stolberg 1, 391.


 
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schneekrater, m. mit schnee bedeckter krater; bildlich: wäre die geschichte rund herum dann nicht mit lauter schneekratern und eisbergen besetzt? J. Paul Levana 1, 11.
 
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schneekugel, f. kugel aus schnee; im vergleich: die sonne hing wie eine weisze blitzende schneekugel im blau. J. Paul Titan 1, 28.
 
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schneekuppe, f. mit schnee bedeckte bergkuppe: da die fernen schneekuppen bald verhüllt, bald heller oder dunkler, weisz oder rot sichtbar waren. G. Keller werke 1, 33.
 
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schneelandschaft, f. vom schnee bedeckte landschaft: warum nennen wir einen trüben, neblichten wintertag einen

[Bd. 15, Sp. 1238]


traurigen anblick? ist es darum, weil wir eine schneelandschaft an sich selbst widrig finden? Schiller 4, 303.
 
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schneelast, f. schwer lastender schnee: es wetterleuchtete hinter den bergen, und der falbe schein überflog auf momente die winterlandschaft, und deren düstere, unter der schneelast seufzende tannen. Gaudy werke 19, 14;

oft, wenn der greis anstaunte das stöbernde flockengewimmel
und des gebirgs schneelast.
Voss 3, 142.

bildlich: die äste einer solchen phantasie werden nicht von schweren gedrängten früchten, sondern von schneelast niedergebogen. J. Paul bei Campe.