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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneeicht bis schneekönig (Bd. 15, Sp. 1236 bis 1237)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeicht, schneeig, adj.
1) mit schnee versehen, voll schnee, mit schnee bedeckt; die formen schwanken schon in älterer sprache: nivosus, sneyg, snyig, schneig, schneechtig, schnebig. Dief. 381b; nivatius, niveus, schneechtig, dʒ von schnee ist. Dasypodius; schneeachtig, voll schnee, nivosus, ninguidus, schneeachtige oder winterachtige ort, da der schnee lang ligt, nivalia loca, schneeachtiger winter, nivosa hyems Maaler 359c; schneicht, nivalis Steinbach 2, 474; schneeig nivosus, schneeige gegenden, loca nivalia. Frisch 2, 212c; daneben schneeigt. Schiller 11, 309 (vgl. unter 2); die form schneeig jetzt fast einzig: von dem schneeichten may Logau 3, 188; von den schneeichten pics der Cordilleras rings geschützt, leben jene menschen ein einfaches ur- und naturleben hin. Immermann 1, 9 Boxberger;

doch sieh, ich fahr' empor zum schneeigen
Olymp.
Bürger 147a;

[Bd. 15, Sp. 1237]



dunkelnder schwindet das thal, indesz mit leuchtendem kranze
noch die sonne das haupt schneeiger berge bekrönt.
Stolberg 1, 367;

nun tagte die nacht am gebirge
schaurig und wundersam, und, heldengeister am Lego,
wälzten sich kämpfende wolken heran auf schneeiger heide.
Hölderlin 1, 49 Köstlin.


2) schneeähnlich, weisz wie schnee:

und sammelt (die hausfrau) im reinlich geglätteten schrein
die schimmernde wolle, den schneeigten lein.
Schiller 11, 309;

aus der schneeigen cravatte
starren die gesteiften befchen,
hinter welchen sich verbirget
das geputzte liebe äffchen.
Gaudy werke 11, 89;

dies die wange, die stets mein kusz, der glühende, färbte
mit jungfräulicher scham; ach! und sie färbte sich oft!
das der schneeige hals; des busens zaubrische wellen. 17, 22;

auf, ihr zarten, still verschämten blicke,
schneeige glöckchen, quellt hervor;
läutet ein mein junges frühlingsglücke;
sagt mir, dasz ich nichts verlor.
Ludwig ges. schriften (1891) 1, 52.


3) nur dem mhd. snêwec gehört an die bedeutung im schnee befindlich:

Parzivâl der valscheitswant,
sîn triwe in lêrte daʒ er vant
snêwec bluotes zäher drî,
die in vor witzen machten vrî. Parzival 296, 3.


 
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schneejagd, f.:

von osten sieht man einen schnee - strich, von westen einen gegen ihn,
in einem ja so strengen zug, aus tausend weiszen theilchen, ziehn.
man heiszt es schnee - jagd, und mit recht, weil alles, was man sieht, sich jäget,
sich gleichsam stoszt, durchdringt, verfolgt, sich gleichsam drenget, preszt und schläget.
Brockes 7, 552.


 
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schneekacke, f. name für die dohle. Nemnich, vgl. DWB schneegäcke oben sp. 1232: wie höret man nicht die dohlen (welche auch viele deswegen schnee-kacken nennen) zur winters-zeit mit ihrem vielen geschrey den schnee und stürmisch wetter verkündigen? Döbel jägerpr. 3, 176b.
 
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schneekäfer, m. die käferart telephorus fuscus. Oken 5, 1743.
 
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schneekalt, adj. kalt wie schnee: die gesetze scheinen sie (die frauen) ordentlich für schneeweisze, schneeblendende, schneekalte Heklas voll feuer zu nehmen. J. Paul Levana 2, 81.
 
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schneekauz, m. die eulenart stryx nyctea. Oken 7, 116.
 
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schneekind, n. in der fabel kind, das aus schnee hervorgieng. J. Grimm myth.4 3, 275; die schöpfung aus speichel und blut gemahnt an den schnee und das blut in märchen, wann die mutter sich kinder wünscht, an das schneekind im modus Liebinc, und an den ursprung der riesen aus reif und eis. 2, 752 anm. 1.
 
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schneekleid, n. schnee als kleid der berge: nur die gipfel der höheren berge sind mit dem schneekleide bedeckt. Augsb. allg. zeitung 1869.
 
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schneeklosz, m. klosz aus schnee, schneeball:

seht dô begonde er machen
durch sîne tugende grôʒe
wol achte snêklôʒe
aldie wîle in sneit der wint. pass. 522, 98 Köpke.


 
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schneeklumpen, m. klumpen aus schnee: sich mit schneeklumpen werfen.
 
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schneekönig, m. 1) name für den zaunkönig motacilla troglodytes Nemnich: es ist klein grau sprencklicht vögelein, das man den schneekönig nennet. Schnurr wunderb. 303. sprichwörtlich: wenn der schneekönig wieder kommt! Simrock 9146; in Düringen und Sachsen: sich freuen wie ein schneekönig; auch spottname des königs Gustav Adolf von Schweden. Eiselein 553.