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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneegipfel bis schneehaar (Bd. 15, Sp. 1235)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneegipfel, m. mit schnee bedeckter gipfel eines berges: marmorfelsen, der über mir hing, wo der adler spielte mit seinen jungen, wo die schneegipfel hinauf in den blauen äther glänzten. Hölderlin 2, 43 Köstlin; durch die grenzmarken des Frankenreichs nahmen sie (die Ungarn) im jahre 889 ihren weg nach Italien und verheerten die schlecht vertheidigte lombardische ebene von der küste des adriatischen meeres bis zu den schneegipfeln des groszen Bernhard. Giesebrecht 1, 171.
 
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schneeglanz, m. glanz des schnees: so einer lang in dem schneeglanz gewandlet hat und demnach an aabre grüne ort kummt, betrügt in noch lang die schneeblende. Zwingli 2, 1, 5 (vgl. oben 1, 31); schleier schützten ihr gesicht gegen die frische luft und gegen den schneeglanz. G. Keller werke 5, 38;

was ist das? ist es wol der keusche winter,
der mit dem schneeglanz deine flecken sauber
gemacht hat, dasz du strahlst als wie die lilien?
Rückert (1882) 1, 309.


 
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schneeglänzend, adj. vom schnee glänzend: die sonne geht herrlich unter über der schneeglänzenden gegend. Göthe 16, 100.
 
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schneeglöckchen, n. name verschiedener früh blühender blumen, anemone nemorosa, leucojum vernum, galanthus nivalis und soldanella alpina. Pritzel-Jessen:

ein schneeglöckchen entsprosz keimend dem grünenden grund.
Kosegarten dichtungen 7, 96.


 
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schneeglöckchenmuth, m.:

wer ist die, der's gelungen,
die wunderbare macht,
die die verwandelungen
des frühlings still vollbracht?
dasz veilchenschwermuthsbläue
erst aus schneeglöckchenmuth,
und dann aus veilchenscheue
wuchs rosenliebesgluth?
Rückert (1882) 1, 482.


 
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schneeglocke, f. wie das vorige: wenn mein pinsel etwas erschuf, das du nicht erreichen konntest — und das einer tulipane oder einer schneeglocke ähnlich sah. Thümmel 5, 408;

dreimal nach des winters tosen
kamen schneeglock' und violen,
aus dem bett dich abzuholen.
Rückert ged. 98.


 
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schneeglöcklein, n. wie schneeglöckchen: die schneeglöcklein (galanthus). Oken 3, 540.
 
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schneeglühen, n. glühender glanz des schnees:

im thale sturm, — die spitzen
krönt' heller sonnenschein:
so zogst du unter blitzen
und schneeglühn bei uns ein!
Freiligrath dichtungen 4, 41.


 
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schneegrenze, f. auf bergen die höhengrenze, höhenlinie, von der ab der schnee auch im sommer liegen bleibt, wo deshalb jeglicher pflanzenwuchs aufhört. Behlen 5, 517.
 
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schneegusz, m. starker schneefall: wenn die biblischen dichter von den schneegüssen des Libanon, vom thau des Hermon, von den eichen Basans, vom prächtigen Libanon, und angenehmen Carmel reden, so geben sie bilder, die ihnen die natur selbst vorgelegt hat. Herder 1, 258 Suphan.
 
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schneehaar, n. schnee als haar der gebirge gefaszt: als Hannibal die alpen überstieg, zaus'te er ihnen am schneehaar, dasz die flocken Italien umdüsterten und es auch hier

[Bd. 15, Sp. 1236]


seinen gegnern winterlich ward. Grabbe werke 3, 395; bildlich auch das schneeweisze haar des alters: ein greis mit schneehaaren.