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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneegewitter bis schneeglühen (Bd. 15, Sp. 1234 bis 1235)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneegewitter, n. schneewetter: daher geschihet es sehr offt, wann ein groszes langwühriges schneegewitter ist, dasz viel hüner entweder erhungern, oder sich gar in die höfe, wo es hüner und miststätten hat, begeben. Hohberg 2, 705a.

[Bd. 15, Sp. 1235]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneegewölbe, n. gewölbe aus schnee; bildlich die gewölbte, schneeweisze weibliche brust:

bis ihn (Adam) sein holdes weib mit süszgespitzten lippen
zum fröhlichen versuch, sich munter dran zu nippen,
aus den geträumten dornen rief,
und ihm — gleich dem Montblanc im morgenperspectiv,
zwey schneegewölbe zeigt, an denen im betippen
kein finger bricht.
Thümmel reise 8 (1803), 17.


 
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schneegewölk, n. aus schnee bestehendes gewölk: etwann ein regengewülck darunder kompt, und bricht das schneegewülck in seiner operation, und resolviert es mit jhm. Paracelsus (1616) 2, 31 C; im düstern und von norden her sich heranwälzenden schneegewölk schwebte hoch ein geier über mir. Göthe 30, 219; aus den schneegewölken wachsen die einzelnen firnen der Vorarlgebirge. Gaudy 19, 11. im vergleich: dasz doch der griechische schleier, in eine goldene krone geschlungen, meinen hochzeitlichen putz verschönerte, der wie ein lichtes schneegewölke in den lüften schwamm und mit dem der zephyr scherzte. Musäus volksm. 2, 30 Hempel;

wohl silbern und schmelzend erklangs aus dem flusz;
es trieb mich, hinunter zu fliehen.
ich schwang mich vom felsen mit strauchelndem fusz,
sah's ferne, wie schneegewölk', ziehen.
Fr. Kind ged. 1, 169.


 
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schneegipfel, m. mit schnee bedeckter gipfel eines berges: marmorfelsen, der über mir hing, wo der adler spielte mit seinen jungen, wo die schneegipfel hinauf in den blauen äther glänzten. Hölderlin 2, 43 Köstlin; durch die grenzmarken des Frankenreichs nahmen sie (die Ungarn) im jahre 889 ihren weg nach Italien und verheerten die schlecht vertheidigte lombardische ebene von der küste des adriatischen meeres bis zu den schneegipfeln des groszen Bernhard. Giesebrecht 1, 171.
 
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schneeglanz, m. glanz des schnees: so einer lang in dem schneeglanz gewandlet hat und demnach an aabre grüne ort kummt, betrügt in noch lang die schneeblende. Zwingli 2, 1, 5 (vgl. oben 1, 31); schleier schützten ihr gesicht gegen die frische luft und gegen den schneeglanz. G. Keller werke 5, 38;

was ist das? ist es wol der keusche winter,
der mit dem schneeglanz deine flecken sauber
gemacht hat, dasz du strahlst als wie die lilien?
Rückert (1882) 1, 309.


 
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schneeglänzend, adj. vom schnee glänzend: die sonne geht herrlich unter über der schneeglänzenden gegend. Göthe 16, 100.
 
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schneeglöckchen, n. name verschiedener früh blühender blumen, anemone nemorosa, leucojum vernum, galanthus nivalis und soldanella alpina. Pritzel-Jessen:

ein schneeglöckchen entsprosz keimend dem grünenden grund.
Kosegarten dichtungen 7, 96.


 
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schneeglöckchenmuth, m.:

wer ist die, der's gelungen,
die wunderbare macht,
die die verwandelungen
des frühlings still vollbracht?
dasz veilchenschwermuthsbläue
erst aus schneeglöckchenmuth,
und dann aus veilchenscheue
wuchs rosenliebesgluth?
Rückert (1882) 1, 482.


 
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schneeglocke, f. wie das vorige: wenn mein pinsel etwas erschuf, das du nicht erreichen konntest — und das einer tulipane oder einer schneeglocke ähnlich sah. Thümmel 5, 408;

dreimal nach des winters tosen
kamen schneeglock' und violen,
aus dem bett dich abzuholen.
Rückert ged. 98.


 
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schneeglöcklein, n. wie schneeglöckchen: die schneeglöcklein (galanthus). Oken 3, 540.
 
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schneeglühen, n. glühender glanz des schnees:

im thale sturm, — die spitzen
krönt' heller sonnenschein:
so zogst du unter blitzen
und schneeglühn bei uns ein!
Freiligrath dichtungen 4, 41.