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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneeflockengleich bis schneegans (Bd. 15, Sp. 1232)
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[Bd. 15, Sp. 1232]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeflockengleich, adj. und adv.: während die worte, um mich des homerischen gleichnisses zu bedienen, schneeflockengleich hernieder rieselten. Gaudy 10, 39.
 
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schneeflucht, f. zufluchtsort in den niederen gegenden, in den beim eintritt des schneefalls von den höheren plätzen das vieh gebracht wird. Schm. 2, 563. Stalder 2, 341.
 
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schneeflüchtig, adj. flüchtig vor dem schnee:

der frösch-herr hat das mer schne-flüchtig übermähet.
Rompler 87.


 
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schneeflur, f. die vom schnee bedeckte flur:

immer reizest du (mond) mich, wenn du durch das geweb',
das der lindenbaum webt, lächelnde blicke wirfst,
oder edelgesteine
über die blendende schneeflur streust.
Hölty 68 Halm.


 
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schneefräulein, n. bezeichnung einer weiblich gedachten geisterart, die schnee und unwetter verkündet. E. H. Meyer mythol. 122.
 
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schneefrei, adj. frei von schnee: schneefreie landschaft; die berge sind noch nicht schneefrei.
 
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schneefunke, m. kleinstes schneetheilchen (vergl. DWB funke 6, th. 41, sp. 599): dann die wärme unter dem stern im lufft resolvierts in ein wasser, und distillirt sich in tropffsweisz herab, das ist, ein jeglicher schneefunck gibt ein tropffen. Paracelsus 2, 87 B.
 
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schneefurche, f. mit schnee bedeckte furche: ich stand vor Jean Paul's grabe. ein dürftiger epheu ringelte sich neben dem marmor-obelisk, zu dessen füszen vater und sohn ruhen, aus den schneefurchen. Gaudy 19, 10.
 
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schneegäcke, f.
1) die dohle, corvus monedula, als oberdeutsch. Nemnich 2, 1245; in Düringen schelte für ein schwatzhaftes weib. Kleemann 19c.
2) die pflanze galanthus nivalis; ohne umlaut schneegacken Nemnich 3, 11 (vgl. DWB gacke und DWB gake für gäcke und gäke th. 41, sp. 1128. 1153, auch unten schneekacke).
 
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schneegalle, f. die pflanze galanthus nivalis. Nemnich 3, 11; auch leucojum vernum. Campe.
 
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schneegans, f.
1) bezeichnung der wilden gans, mhd. snêgans; schneegans, eine wilde gans, die vor dem winter von uns wegzieht, anser ferus, qui imminente nivis et frigoris tempore migrat in loca mitiora. Frisch 2, 213a; die nordische schneegans, anas hyperborea. Nemnich 1, 277; die wild gansz hat vil unnd mancherley namen, wirt aber auch von etlichen schneegansz genennt, darumb dasz sy anfangs desz winters, so der schnee vorhanden, bey uns jr wonung hat. Heuszlin vogelb. 61a; gestern haben sich einige schneegänse blicken lassen. Platen 212b; ain schneegans (lebt so lange wie) drey esel. Cl. Hätzlerin lxixb, 14; sprichwörtlich: alt wie eine schneegans werden. Eiselein 553;

o nein; wer ich wie ein schneegans,
vergesz ich nicht meins lieben mans,
den mir die keiserin hat hingricht.
Ayrer 506, 27 Keller;

das hand sy gsagt, und anders mee,
es thut mir in mim hertzen wee,
und wurd ich als ein schneegans alt,
die schand mir nymmermee empfalt.
Scheible kloster 8, 733,

vermeint, er wöll die fromkeit sparen
bisz er alt wird, wie ein schneegansz. ganszkönig H 6a.


2) name einer pelicanart: pelecanus onocrotalus schneegans Nemnich 4, 895; fulica, pelicha, schnegans Dief. 251a; disen vogel (onvogel) nennend etlich ein schneegansz, meergansz .. etliche underscheidend disen nit vom pelecanen oder löffler. Heuszlin vogelb. 182b.