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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneefarb bis schneeflucht (Bd. 15, Sp. 1231 bis 1232)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneefarb, -farben, -farbig, adj. die farbe des schnees habend, mhd. snêvar: des greises haar ist schneefarben;

in was daʒ houbet gar
und der bart snêvar. Erec 2081.


 
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schneefeld, n. mit schnee bedecktes feld: diese schnee- und eisfelder (des groszen Bernhard). Gaudy 5, 25; in dem kameele, dem schiffe der sandseen, und im rennthiere, dem schlitten der schneefelder, erwacht noch zuweilen ein plötzlicher grimm gegen ihre peiniger. hannov. magazin 1844, 335a;

dreimal ging mir der mond über das schneefeld auf.
Kosegarten 6, 99;

baum gottes (eichbaum), du stehst!
baum gottes, es rauscht
dein wipfel im schneefeld. 12, 39.


 
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schneefink, m. name zweier finkenarten, fringilla nivalis und montifringilla. Nemnich 2, 1665. 1666.
 
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schneefinster, adj. finster wegen herabfallenden schnees: und gleichwol sie die stat Haidelberg, auch das churfürstlich haus darab vor inen sahen, so war es doch so schneefinster. Zimm. chron.2 3, 359, 35.
 
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schneefirne, f. ewiger schnee der alpen: es war ein überhöhtes bild, welches zwischen schlanken stämmen eine helvetische schneefirne schimmern liesz. G. Keller werke 3, 149.
 
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schneefläche, f. mit schnee bedeckte fläche.
 
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schneeflechte, f. die flechtenart lichen nivalis. Nemnich 3, 399.
 
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schneeflocke, f.
1) flocke des schnees, mhd. snêvlocke: schneeflocke, floccus nivalis Frisch 2, 213a; wer wirds (die nahrung) ihnen (den schäflein) suchen, wenn jetzt der rauhe winter einbricht und schneeflocken die erde verstecken? Fr. Müller 3, 356; neue hügel und berge von schnee, und ein entsetzlicher wirbel von schneeflocken füllten die luft. Hebel 2, 164; der wind trieb einzelne schneeflocken in die offenen fenster herein. Heyse kinder der welt 2, 29;

(schäfer) dem sein schicksal verlieh eine hütte von dünnen
gewebten widerstand gegen die herbstlichen sturmwinde,
welche gefiedert mit schneeflocken, oder mit peitschenden
wolkengüssen daher kommen.
Karschin ged. (1797) 279;

schneeflocken wallen leise schwebend nieder,
der tropfen starrt zu eis in frost'ger haft.
Gaudy 23, 7.

im vergleich: jetzo fliehet eine weisze taube, wie eine grosze schneeflocke, blendend über das tiefe blau. J. Paul Hesp. 2, 247; tausend grosze in die ewigkeit geworfne himmel standen in unserm himmel als weisze spannenlange düfte, als lichte schneeflocken aus der unermeszlichkeit, als silberne kreise aus reif. 3, 138; aber deine worte sind wie schneeflocken, unnütz, und machen die luft nur trüber. Hölderlin 2, 119 Köstlin;

ich kan iu niht bediuten,
wie dick her zuo dem mâle
flugen gêr und strâle
gegen den tiutschen schocken,
reht als die snêflocken
winderzîten vallent nider.
Ottokar reimchron. 7387;

sô daʒ ir (der Tartaren) grôʒeʒ her
moht niht komen ze wer
an die Unger mit schocken,
die als die snêflocken
wâren unzellich. 23729.


2) name der pflanze galanthus nivalis. Nemnich 3, 11.
3) schneeweisze blüte eines baumes:

heuchelnd äffte lenzesmilde
herbst. argloser birnbaum traute,
trieb von neuem duft'ge schneeflock',
und vergasz des nahen winters.
Gaudy 8, 14.


 
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schneeflockenbaum, m. die baumart chionanthus. Nemnich; vgl. DWB schneebaum.

[Bd. 15, Sp. 1232]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeflockengleich, adj. und adv.: während die worte, um mich des homerischen gleichnisses zu bedienen, schneeflockengleich hernieder rieselten. Gaudy 10, 39.
 
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schneeflucht, f. zufluchtsort in den niederen gegenden, in den beim eintritt des schneefalls von den höheren plätzen das vieh gebracht wird. Schm. 2, 563. Stalder 2, 341.