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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneeblendend bis schneedrossel (Bd. 15, Sp. 1230)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeblendend, adj. blendend wie schnee. J. Paul Levana 2, 81 (s. die stelle unter schneekalt).
 
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schneeblind, adj. blind, geblendet vom schnee, mhd. snêblint: schneeblind, nivis candore excoecatus Frisch 2, 213a; sprichwörtlich: schneeblind wie die hühner sein. Wander 4, 296; ich komm mir manchmal wie ein schneeblindes huhn vor — ich seh die herrlichkeiten nimmer, die sich die leute in der poesie erträumen, denn mich hat das leben in der phantasie schier invalid gemacht und mir abgründe gezeigt, die ich lieber nicht erschaut hätte. Scheffel in dessen lebensbeschr. von Proelsz 398.
 
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schneeblitz, m. 1) blitz leuchtend weisz wie schnee: sie traten alle feierlich in das gartenhaus, auf dessen dache der regen aufschlug, indesz in die offnen fenster der auf- und zugedeckte mond wie ein gletscher seine schneeblitze hineinwarf. J. Paul Hesp. 1, 117. 2) schneeblitze, landschaftlich die kielfrösche, froschwürmer, gyrini. Nemnich 3, 97.
 
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schneeblume, f. name der alpenanemone: schneeblumen Nemnich 1, 295; des schneebaums, chionanthus, auch franzenbaum. 2, 1020; und des schneeglöckchens, galanthus nivalis. 3, 11.
 
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schneebruch, m. der bruch, das brechen der äste von dem auf ihnen lastenden schnee. Behlen 5, 515; dann auch das vom schnee gebrochene holz: schneebruch, ein forstwort, was der schnee von den waldbäumen abdruckt, rami vel stipites in sylva nivis pondere fracti. Frisch 2, 213a; dis ist der vorster lon, in den vorgenanten höffen git jegkliche fürstatt dem vorster ein dinklin garbe, und der meygerhof vier garben, windprüch und schneebruch in den höltzern, und das holtz, das jar und tag in dem holtz gelit, unnd doch unnutz wer, ist ouch der vorster. weisth. 1, 35 (v. 1347).
 
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schneebrüchig, adj. vom schnee gebrochen: schneebrüchig, nive fracta ligna Frisch 2, 213a.
 
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schneebrust, f. weisze, dem schnee gleiche brust:

ach ich will dich mit entzücken ...
an des greisen schneebrust drücken.
Lenz bei
Er. Schmidt H. L. Wagner 159;

ach nenne mir den jammer, der dich preszt
und deine schneebrust schwellt zu tausend seufzern,
Kosegarten (1824) 1, 210;

indem sie mit hoheit
vor uns stand, ihr gewand geschürzt dicht unter der schneebrust. 5, 107;

lasz, Russia, höher deine schneebrust klopfen,
und zähl, wie viel der feinde du getödtet,
an deiner weiszen kleider rothen tropfen.
Rückert (1882) 1, 28.


 
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schneedach, n. mit schnee bedecktes dach:

und heimkehrend erseh' ich bewegt, wie im rosigen abend
glühen die berg', und fern im gefild vom lastenden schneedach
wirbelt die säule des rauchs.
Pyrker Tunis. 7, 576.


 
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schneedecke, f. decke von schnee: im harten winter gingen wir oft über die schneedecke der wiesen und ackerfläche. Bettina v. Arnim briefe 2, 172; kein laut war weit und breit, auszer dem rauschen des wassers, dem dumpfen dröhnen der hufschläge auf der schneedecke zu hören. Gaudy 5, 23; blitze umzuckten ihn; mit jedem flammte die schneedecke der dächer, der berge, des thals, die ganze gegend in einer ungeheuern flamme auf. O. Ludwig 1, 370; wer gedenkt in der pracht des lenzes der winterszeit, wo er nach dem ersten grünen halm unter der schneedecke suchte. Giesebrecht deutsche kaiserzeit4 1, xix; auch die Venusstatue sah so bekümmert in den regen hinaus, als denke sie mit grauen daran, dasz nun die zeit wieder herankomme, wo eine schneedecke sich um ihre nackten schultern legen und eine krähe, auf ihrem diadem hockend, ihr das böse lied vom nordischen winter ins ohr krächzen würde. P. Heyse kinder der welt 1, 189. bildlich: die eheliche liebe selber erhält sich unter der schneedecke der ehelichen zänke ganz warm. J. Paul komet 2, 157.
 
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schneedohle, f. name für die dohle. Behlen 5, 517.
 
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schneedrossel, f. die drosselart turdus torquatus. Adelung.