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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneeblank bis schneebrust (Bd. 15, Sp. 1229 bis 1230)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneeblank, adj. blank wie schnee, mhd. snêblanc: Siegfried und Gunther reiten zu Brunhildens burg in schneeblanker farbe an gewand und ros. Uhland schriften 1, 399;

dô wârin sie dâr hêrlîche gare
ûffe rossen snêblanken. könig Rother 2639;

rehte in einer mâʒeden helden vil gemeit
von snêblanker varweir ros und ouch ir cleit
wâren vil gelîche,ir schilde wol getân:
die lûhten von den handenden wætlîchen man. Nibel. 384, 2.


 
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schneeblasz, adj. blasz wie schnee: Ferdinand (schneeblasz und zitternd). Schiller 3, 386 (kab. 1, 7); als drei kleine, armlange geputzte mädchen von einerlei statur und physiognomie an der hand einer jungen schönen, aber schneeblassen mutter hereintraten. J. Paul flegeljahre 3, 54.
 
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schneebleich, adj. bleich wie schnee: schneebleich stunden alle, ängstlich klopfte die erwartung in jeglicher brust. Schiller

[Bd. 15, Sp. 1230]


2, 179 (räuber schausp. 5, 1); der alte trat schneebleich zurük. 3, 118 (Fiesko 4, 7).
 
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schneeblende, f. blendender schein des schnees. Zwingli 2, 1, 5 (s. die stelle unter schneeglanz).
 
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schneeblendend, adj. blendend wie schnee. J. Paul Levana 2, 81 (s. die stelle unter schneekalt).
 
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schneeblind, adj. blind, geblendet vom schnee, mhd. snêblint: schneeblind, nivis candore excoecatus Frisch 2, 213a; sprichwörtlich: schneeblind wie die hühner sein. Wander 4, 296; ich komm mir manchmal wie ein schneeblindes huhn vor — ich seh die herrlichkeiten nimmer, die sich die leute in der poesie erträumen, denn mich hat das leben in der phantasie schier invalid gemacht und mir abgründe gezeigt, die ich lieber nicht erschaut hätte. Scheffel in dessen lebensbeschr. von Proelsz 398.
 
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schneeblitz, m. 1) blitz leuchtend weisz wie schnee: sie traten alle feierlich in das gartenhaus, auf dessen dache der regen aufschlug, indesz in die offnen fenster der auf- und zugedeckte mond wie ein gletscher seine schneeblitze hineinwarf. J. Paul Hesp. 1, 117. 2) schneeblitze, landschaftlich die kielfrösche, froschwürmer, gyrini. Nemnich 3, 97.
 
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schneeblume, f. name der alpenanemone: schneeblumen Nemnich 1, 295; des schneebaums, chionanthus, auch franzenbaum. 2, 1020; und des schneeglöckchens, galanthus nivalis. 3, 11.
 
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schneebruch, m. der bruch, das brechen der äste von dem auf ihnen lastenden schnee. Behlen 5, 515; dann auch das vom schnee gebrochene holz: schneebruch, ein forstwort, was der schnee von den waldbäumen abdruckt, rami vel stipites in sylva nivis pondere fracti. Frisch 2, 213a; dis ist der vorster lon, in den vorgenanten höffen git jegkliche fürstatt dem vorster ein dinklin garbe, und der meygerhof vier garben, windprüch und schneebruch in den höltzern, und das holtz, das jar und tag in dem holtz gelit, unnd doch unnutz wer, ist ouch der vorster. weisth. 1, 35 (v. 1347).
 
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schneebrüchig, adj. vom schnee gebrochen: schneebrüchig, nive fracta ligna Frisch 2, 213a.
 
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schneebrust, f. weisze, dem schnee gleiche brust:

ach ich will dich mit entzücken ...
an des greisen schneebrust drücken.
Lenz bei
Er. Schmidt H. L. Wagner 159;

ach nenne mir den jammer, der dich preszt
und deine schneebrust schwellt zu tausend seufzern,
Kosegarten (1824) 1, 210;

indem sie mit hoheit
vor uns stand, ihr gewand geschürzt dicht unter der schneebrust. 5, 107;

lasz, Russia, höher deine schneebrust klopfen,
und zähl, wie viel der feinde du getödtet,
an deiner weiszen kleider rothen tropfen.
Rückert (1882) 1, 28.