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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneckentritt bis schnedderedeng (Bd. 15, Sp. 1221 bis 1222)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneckentritt, m. einer schnecke an langsamkeit gleich kommender tritt: im schneckentritte daher kommen.
 
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schneckenwasser, n. aus schnecken durch destillation hergestellte flüssigkeit: geprant schneckenwasser, nimm weisze schnecken 30 ungefähr, geiszmilch 2 pfund, schwein oder geyszschmaltz trei untzen schwer, gepülverten kampffer eyn quintlin, distillirs inn eynem gläsinen alembick. Sebiz feldb. 426.
 
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schneckenweg, m. schneckenförmig sich windender weg: der schneckenweg zum altare war von den farben des blütenstaubes gemalt. J. Paul Titan 2, 59.
 
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schneckenweise, adv. schneckenförmig, der gestalt und form eines schneckenhauses entsprechend: solche (aus erde bereitete würste) kleibten wir schneckenweisz aufeinander und formirten geschirr daraus, wie wirs haben wolten, beydes grosz und klein, häfen und schüszlen zum kochen und trincken. Simpl. 2, 235, 22 Kurz.

[Bd. 15, Sp. 1222]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneckenzug, m. 1) zug, langsame fortbewegung mehrerer schnecken; bildlich überhaupt langsamer zug: mit herzlichem mitleid verfolge ich aus meinem fenster jeden schwerfälligen trupp der unglücklichen, die, von gicht, schwindsucht, und entkräftung gebeugt, dennoch in ihren verzerrten gesichtern hoffnung der besserung und glauben an ihren wunderthäter tragen, dessen altare sich ihr schneckenzug nähert. Thümmel reise 4 (1794), 4. 2) schneckenförmig gezogene linie, schneckenlinie; in der baukunst schneckenförmige verzierungen der glieder. Jacobsson 117. 5, 699.
 
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schneckeschnickeschnack, m. lautmalende bildung, die an schnickschnack sich anlehnend die töne des dudelsacks characterisieren soll:

seht da kommt der dudelsack!
es ist die seifenblase.
hört den schneckeschnickeschnack
durch seine stumpfe nase.
Göthe 12, 224.


 
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schneckicht, schneckisch, adj. und adv. die art und weise der schnecke und ihres hauses habend, tortilis, conchatus, spiralis, et metaph. tardus, piger, lentus, tardigradus. Stieler 1897.
 
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schneckkriechig, adj. und adv.: demnach beseh einer den kleberigen, schmotzigen, klotzigen sudelkoch unnd kuchenlumppen, unnd sein holdseligs ehegemahl die nasztrieffige, uberkupfferte, pfitzige, säwpfinnige, plewelwäschige, bachschnadrige, pfudelnasse, sacksteubige, sackwirdige, unnd (das ich mich nicht verredt) schneckkrichige, beltzpletzige alte kupplern. Garg. 47a.
 
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schnecklein, n. kleine schnecke: kleine schnecklin werden auch in den flüssen, bächlin, und an dem gestad etlicher seen gefunden. Gesner fischb. 194a.
 
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schnecklicht, adj. u. adv. den windungen eines schneckenhauses entsprechend: auch dergleichen, die adern in dem stammen schnecklicht haben: und ist die ursachen, dasz er (ein baum) sonst kein poros hatt, als die strich die er hatt hin und her schnecklicht. Paracelsus 2, 41 B.
 
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schnedderedeng, den trompetenschall nachahmend: schnedderedeng! trarara! das ganze dorf unten .. kam zusammengelaufen und gaffte die postillone all und die kuriere an, und die herrschaften stiegen aus. Gutzkow ritter vom geist 1, 8.