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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneckensteg bis schneckentritt (Bd. 15, Sp. 1220 bis 1221)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneckensteg, m. steg schneckenförmig sich windend: da ihnen (den dienern der fürsten) doch die schnecken-stege, fürnehmer palläste, ein lehr-bild stellen, das groszer herren geschäffte und mandaten, nicht allemahl nach der graden lini lauffen können; sondern vilmahls, durch einen umschweif gehen, und ihren hohen zweck ersteigen müssen. Butschky Pathmos 906.

[Bd. 15, Sp. 1221]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneckenstein, m. , mhd. sneckenstein.
1) kleiner weiszer körper, der im kopfe der wegschnecke gefunden wird und gegenstand des aberglaubens ist, lapillus quem dicunt in limacibus inveniri Frisch 2, 212c: celonites haiʒet snekkenstain. der ist purpervar und manigverbik. den stain gibt der snekk. der hât die art, wer in under der zungen tregt, der wârsagt. Megenberg 442, 26.
2) name für die ammonshörner. Nemnich.
3) ohne plural; stein, besonders marmor, in dem sich versteinerte schnecken finden, conchites Frisch 2, 212c.
 
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schneckenstich, m. bezeichnung einer art von stichen in der malernaht (s. dieses th. 6, 1509), die nach schneckenart krumm, schräg herum an einander gestochen werden. Jacobsson 7, 236b. s. schlimmstich sp. 722.
 
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schneckenstiege, f. schneckenartig sich in die höhe windende stiege, treppe, scala tortilis, cochlides, cochlidia. Stieler 1897; bildlich: die solostimmen drin wird Golo und mein jung' hier handthieren; natürlich weggesungen, Dragones, nicht so kraus, denkt, dasz ihr in der kirche säszet und nichts weiteres, ohne die schneckenstiegen von unnöthigen trillern hinauf und hinunter zu setzen, dasz dem zuhörer darüber schwindelt. Fr. Müller 3, 110 (Golo und Genovefa 2, 4).
 
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schneckensucher, m. im tirolischen mundartliche bezeichnung für einen langsamen arbeiter. Schöpf 639.
 
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schneckentanz, m. in komischer sprache für narrheit, thorheit, ungereimtheit: heraus damit, mit euern schneckentänz, herr Fröhlich, damit's die leute auch sehen und mir glauben. macht 'mahl eure comödie von herzog Ernst, wenn ihr's noch wiszt. Fr. Müller 1, 309. sprichwörtlich im Elsasz und der Pfalz: mache mir keine schneckentänz vor, mach keine possen, keine narrheiten, täusche mich nicht. Klein prov.-wb. 2, 133;

disz sinn nurr schneckedänz.
Arnold pfingstmontag 61;

schweiz. schnäggedänz mache Seiler 259a, sich zieren: mach nicht länger schneckentänze. hast nicht gehört, was der pfarrer gesagt hat: wir seien alle arme sünder, reiche und arme. J. Gotthelf Käthi 101.
 
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schneckentänzisch, adj. und adv. närrisch, thöricht: progresse der literatur in einem lande wie Bayern, so schneckentänzisch sie auch seyn mögen, verdienen doch immer in einem nationaljournal bemerkt und aufgemuntert zu werden. Wieland briefe an Merck 1, 92 Wagner.
 
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schneckentödter, m. die käferart ptilinus flavescens. Oken 5, 1743.
 
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schneckentopas, m. eine topasart vom Schneckenstein bei Auerbach in Sachsen. Karmarsch-Heeren3 7, 774.
 
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schneckentreppe, f. schneckenartig sich in die höhe windende treppe, wendeltreppe (s. schneckenstiege). bildlich: kurz man steigt auf allen treppen — heimlichen gar — schneller auf als auf der schneckentreppe des verdienstes. J. Paul jubels. 11; das wasser steigt nie so hoch als es gefallen; aber der mensch oder das volk fällt nie so sehr als es gestiegen; und wollte uns nur ein höherer genius den umweg des steigens und die schneckentreppe sagen, damit wir frischer aufstiegen. friedenpredigt 37; sie (Regina Tanzberger) hatte ihrem sehr strengen frommen jubelherrn, dem generalsuperintendenten schon gekocht und gewaschen, als er erst subdiakonus war — dann war sie ihm auf der gewöhnlichen schneckentreppe des geistlichen münsters, wo die stufen jahre sind, nachgestiegen zum syndiakonat — dann zum archidiakonat — dann zum stadtpfarrer — bis sie endlich mit ihm in der generalsuperintendentur ankam. komet 3, 241.
 
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schneckentritt, m. einer schnecke an langsamkeit gleich kommender tritt: im schneckentritte daher kommen.