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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnatter bis schnatterhans (Bd. 15, Sp. 1195)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnatter, f. narbe, s. DWB schnatte 1.
 
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schnatterbrettlein, n. in östreich.-schles. redensart: a îs ofs schnoat'r-brâtla kumma, er hat zu ende gewirtschaftet, es ist bald aus mit ihm. Wander 4, 288. ebenda wird vermutet, dasz das wort ursprünglich dasselbe bedeute wie das vorarlbergische schnättera. s. das vorige 2, c.
 
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schnatterbüchse, f. plappermaul, schwatzhafte person; besonders oberd., schnatterbüchsen Schm.2 2, 584, schnatterbüchs' Schöpf 638, schnaderbüxen Hügel 141b, schnatterpüxl Lexer kärnt. wb. 223. vergl. DWB schnattern 3: Josephine, eine rechte schnatterbüchse, sagte ihm vor er müsse von turnieren und fechten sprechen. Arnim kronenw. 1, 70.
 
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schnatterei, f. zu schnattern, im sinne von 3: mhd. snaterîe, geschwätz Lexer mhd. handwb. 2, 1026, schnatterey, schnatterung, das schnattern, garrulitas, loquacitas, facundia odiosa, stolida, et vecors Stieler 1888, schnaderey 1886. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 617a, schnatterei Campe, sowol das schwatzen selbst als was geschwatzt wird: wenn ich nur ein wort verstanden hab von der ganzen schnatterei, so bin ich ein schlechter mann. Raimund (1891) 2, 169; daher auch pluralisch gebraucht:

du warst so glücklich Rom einst zu salviren,
durch deine schnatterei'n.
Blumauer bei
Campe.


 
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schnatterente, f. schnatternde ente, besonders als bezeichnung einer entenart, die stärker schnattert als die gemeine ente, die schnarrente, anas strepera. Adelung. Nemnich 1, 283. Oken 7, 462.
 
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schnatterer, m.
1) der schnattert, schwatzt, blatero, lingulaca, locutulejus Stieler 1888. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 617a. Campe, schnaderer Corvinus fons latin. (1660) q 2a. Stieler 1886. Tobler 394a. Hügel 141b, niederd. snäterer Danneil 199a, vgl. DWB schnattern 3. Stieler 1886 und Kramer 2, 617a bieten daneben die wahrscheinlich mit ursprünglich lateinischer endung (-acus) gebildete form schnadriak, die bei beiden auch im sinne von geschwätz, schnake, schnurre erscheint.
2) schwäb. furchtsamer mensch Frommanns zeitschrift 2, 468. vgl. DWB schnattern 2.
3) der entrich Nemnich 1, 266. vgl. DWB schnattern 1.
 
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schnattergalle?: itzund kan ich nichts als aberwitzen und guckgucken und inn den schnattergallen glückglucken. Garg. cap. 22.
 
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schnattergans, f.
1) schnatternde gans: die schnadergans, die bladergans, die Mertensgans, der beste vogel in der schüszel. Uhland volksl.2 441. vgl. DWB schnattern 1.
2) schwatzhafte person, schnader- ò schnattergansz, gracchiona, chiaccherona, cicalona, cianciona, ciarlona Kramer deutschital. dict. 2 (1702), 617a, schnadergans idiot. austr. 116. Castelli 247. Hügel 141b. vgl. DWB schnattern 3: damit unnutzen wäschern und schnattergänsen das plaudern eingelegt wurde. quelle von 1626 bei Dief.-Wülcker 843.
 
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schnattergusche, f., dass. wie schnattermaul. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 617a.
 
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schnatterhaft, adj. zu schnattern, zum schnattern fähig, geneigt.
1) nach 1: damit nun die adler der gänse zug nicht mercken möchten, stopffen sie ihn selbst also ihr schnatterhaftes maul. Wiedemann gefangensch. nov. 71; nach 2 überleitend, von frauen:

vor allem aber schütze mich die ältere
vor dieser schaar, die, neben deiner schönheit schwan,
nur schlecht befittigt schnatterhafte gänse sind.
Göthe 41, 191.


2) nach 3: schnatterhaft, schnaderhaft, garrulus, turbide et inscite loquens. Stieler 1888. 1866. Kramer deutsch-ital. diction. 2 (1702), 617a: ein schnaderhaftes weib, eine schnatterhafte zunge. ebenda.
 
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schnatterhans, m. schnatterhafter mensch, schwätzer. Frischbier 2, 302c. Bernd 271.