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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnarrer bis schnarrmaulen (Bd. 15, Sp. 1189)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnarrer, m.
1) schnorcheler, roncheggiatore che non può articolare l'r Kramer 2, 620c, adhaesâ et impeditâ linguâ sermocinans, blaesus, balbucinans, balbutiens. Stieler 1887.
2) übertragen (s. DWB schnarren 4, c):

ja, das er (der pfarrer) ist ain solcher schnarrer
ubr eprechr und eprecherin,
das er schier lest kain predig hin;
er hüepelt sie aus rain und sauber,
als ob sie weren dieb und rawber.
H. Sachs fastn. sp. 6, 31, 90 neudruck.


3) die schnarrdrossel (vgl. daselbst), turdus viscivorus Schm. 2, 579, bei Nemnich schnerrer. — schnarrer, s. specht, dann schnerrer. Heppe wohlred. jäger 265b.
 
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schnarrerin, f. foemina stridens Stieler 1887.
 
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schnarrgans, f. der gänsesäger, mergus merganser Behlen 5, 512.
 
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schnarrgauker, m. schwätzer?:

und ain iunger schnarr gauker,
der waz gehaissen Krauker.
Beheim buch von den Wienern 18, 16.

vgl. Lexer handwb. 2, 1025. Schm. 2, 579.
 
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schnarrgickel, m. febris catarrhalis sic dicta a stridulo sono quem febricitantes edebant. Scherz - Oberlin 1424: es hat ein flusz-fieber, der schnarr-gickel vulg., viel erstickt. Melzer Schneeb. chron. zum j. 1521 bei Frisch 2, 212a.
 
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schnarrhans, m. schwätzer Frischbier 2, 302: welches dann nicht anders, als durch die edle trigonometria und geometria mag verrichtet werden, so mancher sphaerische schnarrhans nicht einsten von aussen angesehen. Linemann delic. calendariogr. (1654) R 4a s. ebenda.
 
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schnarrheuschrecke, f. heuschrecke, die ein besonders stark schnarrendes geräusch macht, gryllus stridulus. Nemnich, vgl. DWB schmetterheuschrecke sp. 1047.
 
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schnarricht, adj. et adverb. balbus, et balbe, stridens, et adhaese. schnarrichte saiten, fides tremulae, et raucum sonantes. Stieler 1887.
 
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schnarrig, adj. ('hodie schnarch quam vide') stridulus. Steinbach 2, 473; der das r nicht recht ausspricht, qui literam r posteriori linguae parte imperfectius tremulanti gutture pronunciat. Frisch 2, 212a; schweiz. schnarrig brummend Stalder 2, 340, nd. snarrig 1) hurtig, geschwind, 2) 'keck und rasch im maul, anfahrend, beiszig wie ein böses weib' brem. wb. 4, 882; ebenso in Aachen schnarrig, schnorrig Müller-Weitz 217.
 
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schnar(r)macher, m. seiler, vgl. DWB schnarre 2, mhd. snarmacher s. Lexer handwb. 2, 1025, mnd. snarmeker Schiller-Lübben 4, 269a.
 
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schnarrmaulen, verb. stare colla bocca tremola, affamata e secca à veder mangiare e bere lautamente gli altri senza estervi invitato, it. senza osar domandarne parte, e senza haver' il modo di far' il simile. Kramer 2, 620c, antiquum verbum est, notatque comedentes spectare, cum quis esuriat. Stieler 1256: wann man am feyertag das geld verthut unnd wol lebt, so muss man am wercktag schnarmaulen und mangel leiden. Bernh. Heupold Plautus redivivus (Augsb. 1628) 16; so noch in oberd. mundarten, s. Schm. 2, 579. Schöpf 637. Schmid 473. Klein 2, 133 (Elsasz) und schnermaulen, schlecht, gering essen 135 (Baiern); auch fränkisch:

wo als d'frau Soldnere het in's kummeedi gfüert,
un d'ganz fammilli het verkösti't un gastiert.
do wurd jez, halt, gschnarrmuult.
Arnold pfingstmont. 119.