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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnappsack bis schnapps- (Bd. 15, Sp. 1176 bis 1177)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnappsack, m. wie knappsack theil 5, 1350 fg., sack eigentlich zum mitführen von mundbissen auf der wanderung (vgl. DWB schnappen 5, d), dann überhaupt tragsack, ranzen; vom niederdeutschen snapp-sakk, ranze, renzel, reisesack, worin die fuszgänger ihr essen haben (brem. wb. 4, 881), in die schriftsprache gekommen: schnappsack, ein sack oder beutel, trockne speisen darinn auf reisen aufzuheben und mitzuführen. Jacobsson 4, 15a; schnapsack auf dem rücken. Pierot 2 (1743), 208; dasz Diogenes zum ersten grundsatz seiner filosofie gemacht hat, alle seine bedürfnisse, oder alles was er, auszer einem ziemlich kurzen und abgetragenen mantel, auf der ganzen welt besitzt, in einem mäszigen schnappsack auf der schulter mit sich herum zu tragen. Wieland 35, 66; da er sein brod aus seinem schnapsack herausnahm. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. (1831) 3, 30; zerlumpte bettler mit dem schnappsack. G. Keller werke 2, 187;

reget sich was, gleich schieszt der jäger, ihm scheinet die schöpfung,
wie lebendig sie ist, nur für den schnappsack gemacht.
Schiller 11, 124;

nur herunter mit dem schnappsack!
Platen 250.


 
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schnappsbruder, schnapsbruder, m. scheltwort für einen gewohnheitsmäszigen brantweintrinker.
 
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schnappsbude, schnapsbude, f. bude in der schnapps verkauft wird.
 
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schnapps- (schnaps-) bulle,f. bezeichnung der brantweinflasche in niedriger rede, vgl. DWB bulle th. 2, 513. übertragen auf eine person, welche gern und viel schnapps trinkt. Campe.
 
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schnapps- (schnaps-) buttel,f. brantweinflasche; aus dem volleren schnapsbouteille (Voss br. 2, 377) volksmäszig gekürzt; zumal in Norddeutschland.
 
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schnäppschen, schnäpschen, n. kleines gläschen brantwein: ein schnäppschen trinken, zu sich nehmen.
 
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schnappseln, verb. oft und gern dem brantwein zusprechen. Schöpf 837.
 
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schnappsen, verb.
1) den laut schnapps von sich geben, verursachen. Adelung.
2) auch schnapsen geschrieben, schnapps trinken, wort des gemeinen lebens; niederd. snappsen einen schluck brantwein nehmen (gemeiniglich vom gemeinen volke im verächtlichen sinn gesagt) brem. wb. 4, 880; er schnapse gern vor dem essen (versetzte Knol zu Walts erstaunen über ein solches postillionszeitwort von einem stadt- und hofmann). J. Paul flegelj. 1, 70; transitiv: zwei, drei gläser rum schnapsen Campe; dem brantweingenusz ergeben sein: er schnapst, ist ein brantweinsäufer; weil ich den brief selbst zur post trage, da der bediente

[Bd. 15, Sp. 1177]


durch schnapsen stets zwischen schlafen und wachen ist. Niebuhr leben 3, 79.
 
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schnapps- (schnaps-) flasche,f. flasche für oder mit brantwein.
 
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schnapps- (schnaps-) geld,n. geld zu schnapps, wofür man schnapps kauft oder trinkt. Campe.
 
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schnapps- (schnaps-) glas,n. trinkglas für schnapps; dimin. schnapsgläschen.