Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnadeln bis schnall (Bd. 15, Sp. 1160 bis 1161)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnadeln, verb., s. DWB schnatteln.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnaden, s. DWB schnatten.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnader, s. DWB schnatter.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnaderhüpfel, -hüpfle, -hüpflein, n., oberdeutsche bezeichnung eines für gesang bestimmten sprüchleins, das gewöhnlich aus vier oder zwei zeilen besteht. meist improvisiert oder nach gelegenheit umgestaltet, lustigen, auch höhnenden inhaltes wird es seiner eigentlichen bedeutung nach zum tanze gesungen. hierauf bezieht sich der zweite bestandtheil des wortes. der erste wird von Schmeller 2, 587 mit schneiden in verbindung gebracht (wechselnde formen: schnider-, schnader-, schneder-, schneider-, schnoder-, schnuderhipfl), sodasz sich das wort ursprünglich auf den tanz beim erntefest bezöge.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnadern, verb., s. DWB schnattern.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnadriack, m., neben schnatriack (s. dieses) zu schnadern, schnattern.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnäfler, m.: junge studentgen, schnäfler, welche nur vor wenig wochen aus der schule entlauffen. polit. maulaffe (1679) 201; das wort ist wol als schnöfler für schnäufler zu deuten (s. DWB schnaufen).
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnagel, schnägel, m. schnecke, egel, mhd. snegel mhd. wb. 2, 2, 436b. Lexer mhd. handwb. 2, 1028, ahd. snegil Graff 6, 839, ags. snegel, snægel, snegl, snēl, snæl, engl. snail, altnord. snigill, dän. snegl, mnd. sneil Schiller-Lübben 4, 272b. das wort ist der neueren schriftsprache fremd, aber in mundarten erhalten: die schnêl, schnecke ohne haus (Aschaffenburg) Schm. 2, 576, schnäl, schnecke (Coblenz) Klein prov.-wb. 2, 131, schnäle, f. (Eifel) Frommanns zeitschr. 6, 18, sniel (Paderborn) Firmenich 1, 306, 30, snäl (Attendorn) 356, 75, snagel, snâel, m. Woeste 245a (vergl. Frommanns zeitschrift 3, 262, 60. 5, 64, 45), schnägel, schnäl, m. schnecke mit und ohne gehäuse Schmidt 199, schnegel, schnägel, schnäl, schnêl, schneil, m. Vilmar 362 (hier wasserschnellen, seeschneiln, plur. belegt aus dem 16. jahrh.), vgl. Kehrein 359; Pfister beobachtet, dasz man in Hessen hier und da den unterschied macht, die schnecken ohne gehäuse schnegel, die mit gehäuse schnecken zu nennen. ergänzungsheft 1, 23. der besonders bei kindern aus der nase herabhängende schleim heiszt in Tirol schnegel Schöpf 639; in entsprechender bedeutung hessisch schnegelsnase Pfister a. a. o.

[Bd. 15, Sp. 1161]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnaid-, s. schneid-.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnak-, s.schnack-.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnall, m. (vgl. DWB schnallen, schnellen), mhd. snal, snalles, rasches, elastisches bewegen oder bewegt werden, z. b. einer sehne, schnippen des fingers, laut, der bei einer solchen bewegung entsteht. mhd. wb. 2, 2, 446b. Lexer mhd. handwb. 2, 1023. Karajan zu Seifried Helbling 4, 369. schwung der sehne, des bogens:

in die schock si schuʒʒen,
daʒ die senib erduʒʒen
und nâch dem snall erklungen.
Ottokar reimchron. 16119;

mit hervorhebung des dabei entstehenden lautes: darnach nimb ein zang, fasz die haut darmit vornen an der stirnen zwischen bayden ohren, so thuet es einen schnall als ob du ein armbrost abdrucktest. Seuter rossarznei 407. von der kugel im glücksspiel:

noch ligt die kugel in dem schnall (sie ist noch im schwunge?)
uff und ab dantz (dantzt?) sie wie ein ball.
Brant narrensch. xxxvii Zarncke.

schnelle bewegung, im schnall, im nu Stalder 2, 339. elasticität, schnellkraft: die weil man das fleisch nit pfetzen mag, so ist es nit genug gebraten, wann es ist noch im schnall und widerstot dem pfetzen. Keisersberg brös. 2, 80b. vgl. die unter pfetzen 2, c theil 7, sp. 1695 aus Keisersberg angeführte stelle. widerschnall, ictus contrarius, repulsus Maaler 497a. schnellende bewegung: so ist also die ungestümmigkeit desz salpeters und mercurij, also gewaltig in jhrem brinnen, dasz sie so unglaublich ein schnall thutt, von seiner statt ausz auff einander, dasz es alles gewülch und regen vor jhm hinweg treibt. Paracelsus op. (1612) 2, 118 A. schweiz. schnall, schnappen, unvermutetes zubeiszen eines hundes Stalder 2, 339. zuschnappen einer falle oder diese selbst:

(die menschen) wiʒʒent beidenhalp den snal,
des lîbes tôt, der sêle val (und gehen doch in die schlinge). minnes. 2, 137a Hagen.

O. v. Wolkenstein nennt die gurgel scherzend godersnal (goder, schlund), schnellende gurgel:

schenck ein,
Henslein,
das fleschlîn vol,
das tt uns wol
im godersnal. 60, 3, 8.

schnellender schlag:

was sind die leusz verachte thier,
mit einem schnall schlegt man jhr vier.
Rollenhagen froschm. Pp 4b.

schnippende bewegung, schnippender schlag mit dem finger: talitrum, schnall Diefenbach 572a; schnall, stirnklick, chiquenaude Hulsius dict. (1616) 286b; schnall, ein laut den man mit den fingern macht. Frisch 2, 211a; derber schlag Schöpf 636 (s. DWB schnalle). dim. mhd. snellîn:

nâch dem trunke er snellet
ein hovelîcheʒ snellîn. Seifr. Helbling 13, 103;

formelhaft, zur bezeichnung eines ganz nichtigen dinges:

daʒ wac niht umb einen snal
gên dirre stimme. Reinfr. v. Braunschweig 22407;

so acht ich doch das pochen all,
nicht umb einen vergebnen schnall.
Rollenhagen froschm. D 5a;

darumb frag ich nicht ein schnall darnach. Höniger narrensch. 150b. es wird auch das fem. in solche wendungen eingeführt: von einem faulen handel, der nicht einer schnall wert ist. 168a (s. DWB schnalle 3, b), schnell, schnelle, f. schnippchen: ich geb nit ein schnell umb die mönch. Schade sat. u. pasqu. 3, 279, 6, s. DWB schnelle. schnall, lustiger einfall, posse (vgl. wippchen): es war nur so meine narrensposse; sie weisz ja dasz ich manchmal gern einen schnall mache. Thilo Adelheid oder die unwahrscheinliche liebe (1779) 60 (verbreiteter ist schnalle in dieser bedeutung). schnall, plötzlicher laut, knall, krach; schnall und fall, plötzlich Schöpf 636, vgl. Schm. 2, 574. ein schnellender, scharfer schlag, streich scheint in folgender stelle gemeint zu sein:

dein zung die ist gein mir auch reser wen ain schnall. meisterl. des 15. jahrh. in der Germ. 3, 315.