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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnackisch bis schnade (Bd. 15, Sp. 1159 bis 1160)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnackisch, schnakisch, adj. zwei eigentlich streng zu scheidende adjectiva, da schnackisch zu schnacken, schwatzen, schnakisch zu schnake, schnurre, posse gehört; doch werden sie im gebrauche vielfach vermengt, besonders da die schreibung von schnake schwankend ist; s. oben schnack 2 und 3. das nd. unterscheidet meist streng snacksch, redselig, plauderhaft, geschwätzig von snāksch, spaszhaft, possierlich, wunderlich, seltsam Danneil 199a. Mi 82a. Stürenburg 227b. 228a. ten Doornkaat Koolman 3, 237a; zu snakisch, wunderlich, seltsam vgl. Richey 269. Schütze 4, 134. brem. wb. 4, 874. Dähnert 436a. Frommanns zeitschr. 5, 294 (Fallersleben). 4, 263, 23 (rheinfränk.), niederländ. snaaksch; ebenso thüringisch Hertel sprachsch. 216. Liesenberg 198; vgl. Spiesz 221 (fränkisch - henneb.). Frommanns zeitschr. 6, 423, 17. Göpfert mundart des sächs. Erzgebirges 50. Weinhold 86b. Schambach aber verzeichnet schnacksch in diesem sinne (199a); vgl. Schemionek (Elbing) 36. Frischbier 2, 301b. Bernd 270. das wort ist in der schriftsprache ziemlich häufig, neben schnakisch findet sich auch die schreibung schnackisch: schnakisch, schnakhafft, jocularis, ridiculus Frisch 2, 211a. ein schnakischer mensch, ein lustiger, drolliger, aber auch ein wunderlicher, seltsamer mensch; ein schnakisches kind Adelung; eine schnakische geschichte; schnakisch aussehen, sich tragen, kleiden u. s. w. ein schnackischer (stichwort schnakisch) mensch, un huomo scherzevole Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 617a; so eine schnakische condition. Weise kl. leute (1679) 41; ein schnackisches wort, eine von meinen besten schnacken. Lessing 3, 50; weil er (der gebrauch) wenigstens schnackisch ist. 5, 388; der schnackische mann war in der Schweitz überall willkommen. 6, 264; ein schnakischer patron. Eva König an Lessing 1776; er hat sich seltsame dinge in den kopf gesetzt; man könnte sich's nicht schnakischer träumen lassen. Wieland 2, 342 (Agath. 10, 4); durch einen kleinen schnakischen streich. 3, 62 (12, 1); je schnakischer die einfälle sind, .. desto mehr lach' ich. 11, 18 (don Sylvio von Rosalva 1, 1, 4); dem Pedrillo, der mir die miene eines schnakischen gesellen hat. 11, 286 (1, 3, 12); worin er seine eignen tragödien so schnakisch parodirte. 19, 79 (Abder. 1, 8); sehn sie doch was da für ein schnackischer kerl zum fenster hereinguckt. Lenz 2, 142; es gibt wohl nirgend um schnackischere gesellen als

[Bd. 15, Sp. 1160]


in meinem reich. Fr. Müller 2, 33; die schnakische scene mit dem Knellius am brunnen dort. 119; (sie) zeigte dabey eine so schnakische befremdung in ihrem gesichte. Thümmel reise 3 (1794), 227; der ganze schnakische handel ward eine weile belacht, und bald hernach vergessen. 5, 76; denn sie (die lage) ist gar zu schnakisch. 6, 389; ohne anstand, recht schnakische anstalten. Schiller räuber 1, 1 schausp.; schnakische reimlein. schriften 3, 169; ihr seht schnakisch aus. Göthe 14, 268; das ist schnakisch. 286; mit so schnackischer miene. 22, 10; dir schnakischem, lächelndem, trippelndem, händereibendem dinge. J. Paul unsichtb. loge 3, 151; zu schnakisch wär' es. teuf. pap. 1, 86;

schnakisch stehts zu lesen hie.
Schiller 1, 188.


 
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schnackkram, m. schwätzerei, klatscherei, nd. snakkram maken, zwischentragen, ausplaudern Schütze 4, 137.
 
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schnackler, m., oberd. schnackler, schnackezer, knallende schneller mit der zunge oder mit den fingern, der schlucken, schluchzer Schm. 2, 566. Schöpf 634; s. DWB schnackeln.
 
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schnackotfisch, m.: acus marina, ein hornfisch, ein meernadel, ein schnackotfisch. Gesner-Forer 48b; die herkunft des wortes ist unklar.
 
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schnackrose, f. 1) roter fingerhut (s. oben schnackenblume), 2) königskerze Woeste 244b.
 
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schnacks, m. mundartlich, wie schnack, lustiger einfall, posse Schöpf 634; faxen und schnacksen. Schmeller 2, 565.
 
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schnackschwester, f. (nordd.), plauderhaftes frauenzimmer, schwätzerin (vergl. schnackbruder); nd. snakksuster brem. wb. 4, 878, vergl. Schütze 4, 135. Dähnert 436. niederd. korrespondenzbl. 9, 87.
 
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schnacksen, schnackezen, adv. mundartlich, schnellen, schnippen, schlucken Schm. 2, 566; s. DWB schnackeln.
 
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schnäcksen, verb. naschen (thüringisch).
 
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schnad, s. DWB schnat.
 
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schnade, s. DWB schnat, schnate, DWB schnatte.