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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnabelkönig bis schnabeln (Bd. 15, Sp. 1147 bis 1148)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnabelkönig, m. mann mit einem groszen schnabel, maske zur fastnachtszeit: den schnabelkönig fahren. Fischart Garg. 1, 72 neudruck.
 
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schnabelkorn, n. name der pflanzengattung gnidia. Nemnich 3, 64.
 
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schnabelkraut, n. landschaftlich gebrauchter name der pflanze storchschnabel, geranium Nemnich 3, 39; auch der schnabelmöhren, scandix pecten Veneris 4, 1233.
 
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schnabelkrokodil, n. name für das Gangeskrokodil, crocodilus gangeticus Oken 6, 679.
 
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schnabellappen, m. fleischiger lappen am schnabel eines vogels: wo zerschlagene wagen und sehnsüchtige misthaufen lagen, truthähne mit närrisch roten schnabellappen und bettelstolze pfauen einherspazierten. H. Heine 3, 254 Elster.
 
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schnabellippe, f. schnabelartige lippe: sie (die schwanenjungfrauen) haben noch den platschfusz oder den breiten daumen und die schnabellippen. W. Grimm kl. schriften 1, 348.
 
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schnabellöffel, m. schnabelartiger löffel: schnabellöffel, schifflilöffel, der lange eszlöffel. Tobler 393b. vergleiche schnabelholz.

[Bd. 15, Sp. 1148]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnabelmieder, n. mit einem schnabelartigen zipfel versehenes mieder. Tobler 393b. vergl. schnabelbrüstlein und schnabel 5, p.
 
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schnabelmöhre, f. die pflanze scandix pecten Veneris Nemnich 4, 1233. vgl. DWB schnabelkerbel, -kraut.
 
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schnabelmücke, f. die mückenart rhingia rostrata Oken 5, 815.
 
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schnabeln, verb. , erst nhd. bildung zu schnabel, mit dem schnabel eine thätigkeit vornehmen.
1) im boden kratzen, wühlen:

fengt er (der hahn) an dem boden zu schnabeln,
scharret mit den zween mistgabeln,
und rufft guck, guck, currith, merck auff.
Rollenhagen froschm. II 4b.


2) als zeichen der liebe gegenseitig den schnabel berühren, von den vögeln auch auf menschen übertragen (vgl. DWB schnäbeln), nd. sik snaveln, sich schnäbeln, wie die tauben, sich küssen brem. wb. 4, 886;

und dasz den täublein gleich wir nun einander schnabelen,
mit küssen nectar-gleich begabelen, erlabelen.
Weckherlin 769.


3) mit dem schnabel speise zu sich nehmen, besonders wolschmeckende, reichliche und gute bissen; sprichwörtlieh, um die arbeit und mühe zu bezeichnen, die zur erlangung eines guten bissens oft nötig ist: wer will schnabeln, musz erst gabeln. Wander 4, 283.
4) schnabeln, niederd. snabeln, in der schifffahrt, mit einem ausschnitt dergestalt auf etwas fassen, dasz die sache innerhalb des schnabelnden ausschnittes fällt, und von derselben umfaszt wird. Jacobsson 7, 255a.