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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
drusen bis drusenbrantwein (Bd. 2, Sp. 1461 bis 1462)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) drusen, f. hefe, bärme faex, bodensatz, sedimentum, was beim auspressen der früchte zurück bleibt, wie treber trester. ahd. drôsana truosana Graff 5, 546, drûsine fex Herrad v. Landsberg 191, mhd. druosene Wackernagel Lesebuch 1. 769, 5, truosen Ben. 3, 123a, ags. drôsen drôsn. darnoch so seih dz öle von fecibus und seubere die kachel widerumb von den trsen der gumi und unsauberkeit die sich an den boden setzet Gersdorf 32. und die trsen von weiszen gilgen (lilien) 57. die trsen faex Maaler 411a. auch der umlaut, öltrüsen amurca Frischlin Nomencl. 273, ahd. oiltrôsana. trüsen das auszgepreszte von wein und andern Frisch 2, 393, ahd. wîntruosana. trüsen pl. in genere est omne turbidum, feculentum, spissamentum et sedimentum atque fex Stieler 2345. niederd. droske die von der hervorsprudelnden soole im heiszen sommer und im kalten winter abgesetzte salzblume Schambach 49b. niederl. droessem Weiland 1, 248. vergl. engl. dregs, altnord. dregg, böhm. drozcli n. mittellat. drascus hordeum sive brasserium coctum, postquam cerevisia inde expressa est Ducange 2, 939b, altfranz. drague ausgebranntes malz, treber Diez Roman. wb. 610, griech. τρύξ. ob es mit drus glandula verwandt ist, steht dahin. wann du wilt den win der welt geben, und erst din alter, das sint die trsen, got geben, das ist im nit so angenem Keisersberg Bilger 151a. denn sitzen wir auf den stuben (weinstuben), so wir vol trsen sind (stark getrunken haben) und reden davon (wie man den armen helfen soll) ders. Postille 182. wir sein die truosen, der wein ist oben hin genumen: er ist abgelaufen und sint nüt mer den noch truosen unden in dem fasz 202. ein vasz das voller drussen ist kann kein wein empfahen S. Frank Lob der thorheit 97.

und wär das fäszlin noch so rein,
so find man trsen drinnen
Fischart Garg. 92b.

aus biertrusen brantwein brennen, ist verboten Straszburg. alte polizeiordnung.
 
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drusendrüsen,
1. hefe absondern. wein so gieret (gäret) frü, druset auch frü Fischart Garg. 236b.
2. drüsen bekommen, an drüsen leiden. die pferde drüsen equi tument scrofulis, tumoribus inflammantur Stieler 346. Steinbach 1, 302. so auch ausdrüsen von den drüsen frei werden. wenn die gäule ausgedrüset sein, so stehen sie wol darnach equi sanati a glandibus vegetantur et alacriores evadunt Stieler das. Henisch 759.

[Bd. 2, Sp. 1462]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) drusen druseln drüsseln drünsen, engl. drowse schlummern Frommann Mundarlen 3, 283. niederd. drusseln aus dem wachen in den schlaf übergehen Schambach 50a.
 
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drüsenanschwellung, f. wie drüsengeschwulst.
 
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drusenasche, f. die asche von gebrannter weinhefe, auch die trockene, nicht gebrannte weinhefe, deren sich die waidfärber bedienen, franz. védasse, vaidasse. nach Nemnich Wörterb. 115 der afteralaun.
 
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drüsenbaum, m. drusenbeutel m., drüsenblume f. adenanthera. die staubbeutel dieser pflanze haben an der äuszersten spitze runde drüsen Nemnich 1, 73.
 
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drüsenbeule, f. verhärtete drüsengeschwulst wie drüsenknote. bei der eiterung lymphatischer drüsen heiszt sie bubo, leistenbeule, weichenbeule, schlier. bei pferden die feifel.
 
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drüsenbeutel, m. adenanthera, wie drüsenbaum.
 
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drüsenbildung, f.
 
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drüsenblume, f. wie drüsenbeutel.
 
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drusenbrantwein, m. aus weindrusen oder weinhefe gebrannt.