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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
druschel bis drüsenanschwellung (Bd. 2, Sp. 1460 bis 1462)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) druschel, m. eszbarer schwamm Schmid Schwäb. wörterb. 145. s. drüschling.
 
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drüschel, f. s. DWB drossel.
 
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druschemann, druschmann, m. ein angestellter narr, pickelhering. stille, stille, es ist schon gut, hier ist meine hand, ihr solt unser druschemann werden Chr. Weise Machiavel 21. wie unser bisheriger pickelhering oder druscheman anderswohin berufen worden 33. in Schlesien der hochzeitbitter und lustigmacher. er trägt eine bebänderte gerte, im obersten knopfloch ein langherabhängendes tuch und einen blumenstrausz mit flittergold Weinhold Schles. wörterb. 16a. in der Niederlausitz drauschmann, in der Oberlausitz drauschmer und drauschke, in Posen druschmer druschber, bei hochzeiten der führer der braut und der brautjungfern. er ist mit bändern am hut und arm, mit blumensträuszen, oft auch mit fliegenden tüchern geschmückt. nicht setten ist er zu pferd

[Bd. 2, Sp. 1461]


bei dem zug des brautpaars und der hochzeitgäste nach der kirche Bernd Deutsche sprache in Posen 45. polnisch heiszt der hochzeitführer družba, die braut družka.
 
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drüschling, m. der eszbare blätterschwamm, herrenschwamm, heidschwamm, champignon, agaricus campestris Nemnich 1, 104. weil sie auf dem driesch oder drusch wachsen. drüschling, rehling, pfifferling, hirschbrunst Frischlin Nomencl. 65. Henisch 760. druschling Rädlein 203b. altclevisch (1475) driesling Weigand Wörterb. 1, 258. solche nennt man zu teutsch heiderling und druschling, darumb das sie auf den heiden oder druschen gern wachsen. die Walhen nennen sie campiniones (champignons) Bock Kreuterbuch (Straszb. 1565) 34 7a. s. DWB druschel.
 
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druse, f. ein durchlöchertes, verwittertes erz, hölungen in deren gemülme sich noch silber, erzsteine und krystalle befinden Nemnich Wörterb. 115. aus groszen drusen quillt oft wasser, oder böse tödtliche wetter kommen aus denselben Scheuchenstuel 59. luft finde sich in klüften, drusen und des steins absetzen neben dem wasser Mathes. 32b. das grosze hölen, klüft und drusen da (im berge) worden sein 36a. drusen, hölchen der adern und klüfte Georg Agricola. erz in drusen angewittert Frisch 1, 209b. oft bricht es (das silbererz) auch in einer eisenschüszigen art, in eim gemülbe, zumal in drusen Mathes. 63b. trafen sie auf eine grosze druse, in welcher sich schöne bergkrystalle fanden Göthe 51, 120. diese bedeutung führt auf das vorhergehende drus 2; ob es dasselbe wort ist?
 
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druse, f. gestein das sich in den hölungen findet, schön poliert und abgeeckt ist Frisch 2, 209b, böhm. druza. daher steindruse, gypsdruse, krystalldruse, quarzdruse, spathdruse.

die wände schimmerten von mancherlei
glänzenden drusen und erzten
Zachar. 1, 342.

allein das ist schade, dasz die schönen drusen die in der nische befindlich sind, nicht (zur mineraliensammlung) mitgegeben worden Lichtenberg 8, 239.
 
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drüseln, Steinbach 1, 302, wie dräseln drieseln dröseln. es heiszt auch taumeln Frommann Mundarten 3, 283; vergl. DWB drusen druseln.
 
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drusen, f. hefe, bärme faex, bodensatz, sedimentum, was beim auspressen der früchte zurück bleibt, wie treber trester. ahd. drôsana truosana Graff 5, 546, drûsine fex Herrad v. Landsberg 191, mhd. druosene Wackernagel Lesebuch 1. 769, 5, truosen Ben. 3, 123a, ags. drôsen drôsn. darnoch so seih dz öle von fecibus und seubere die kachel widerumb von den trsen der gumi und unsauberkeit die sich an den boden setzet Gersdorf 32. und die trsen von weiszen gilgen (lilien) 57. die trsen faex Maaler 411a. auch der umlaut, öltrüsen amurca Frischlin Nomencl. 273, ahd. oiltrôsana. trüsen das auszgepreszte von wein und andern Frisch 2, 393, ahd. wîntruosana. trüsen pl. in genere est omne turbidum, feculentum, spissamentum et sedimentum atque fex Stieler 2345. niederd. droske die von der hervorsprudelnden soole im heiszen sommer und im kalten winter abgesetzte salzblume Schambach 49b. niederl. droessem Weiland 1, 248. vergl. engl. dregs, altnord. dregg, böhm. drozcli n. mittellat. drascus hordeum sive brasserium coctum, postquam cerevisia inde expressa est Ducange 2, 939b, altfranz. drague ausgebranntes malz, treber Diez Roman. wb. 610, griech. τρύξ. ob es mit drus glandula verwandt ist, steht dahin. wann du wilt den win der welt geben, und erst din alter, das sint die trsen, got geben, das ist im nit so angenem Keisersberg Bilger 151a. denn sitzen wir auf den stuben (weinstuben), so wir vol trsen sind (stark getrunken haben) und reden davon (wie man den armen helfen soll) ders. Postille 182. wir sein die truosen, der wein ist oben hin genumen: er ist abgelaufen und sint nüt mer den noch truosen unden in dem fasz 202. ein vasz das voller drussen ist kann kein wein empfahen S. Frank Lob der thorheit 97.

und wär das fäszlin noch so rein,
so find man trsen drinnen
Fischart Garg. 92b.

aus biertrusen brantwein brennen, ist verboten Straszburg. alte polizeiordnung.
 
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drusendrüsen,
1. hefe absondern. wein so gieret (gäret) frü, druset auch frü Fischart Garg. 236b.
2. drüsen bekommen, an drüsen leiden. die pferde drüsen equi tument scrofulis, tumoribus inflammantur Stieler 346. Steinbach 1, 302. so auch ausdrüsen von den drüsen frei werden. wenn die gäule ausgedrüset sein, so stehen sie wol darnach equi sanati a glandibus vegetantur et alacriores evadunt Stieler das. Henisch 759.

[Bd. 2, Sp. 1462]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) drusen druseln drüsseln drünsen, engl. drowse schlummern Frommann Mundarlen 3, 283. niederd. drusseln aus dem wachen in den schlaf übergehen Schambach 50a.
 
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drüsenanschwellung, f. wie drüsengeschwulst.