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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
drohend bis dräuschen (Bd. 2, Sp. 1347 bis 1348)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) drohend, adj. und adv. drohende felsen Klinger 5, 365. drohende mienen, blicke. drohende worte. eine drohende stimme. eine drohende gefahr. eine drohende stellung annehmen. eine drohende ahnung hielt ihn zurück.

doch es ziemet königinnen, allen menschen ziemt es wohl
sich zu fassen, zu ermannen, was auch drohend überrascht.
Göthe 41, 197.

doch hoher ahnen kette zieht bedächtgen blick
aus rascher strebsamkeit ins drohende zurück 41, 292.

ein ungewitter zieht sich über Ihnen
zusammen, noch weit drohender als jenes
das Sie vordem in Regensburg gestürzt
Schiller 338b.

die flucht der kaiserlichen, deren drohende gegenwart den entschlieszungen der fränkischen stände bisher zwang angethan hatte Schiller 940a.
 
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dräuerdroher,m. drouwer minator Voc. incip. teut. d 4. s. bedräuer.

einen greiner, einen schreier,
einen praler, einen dräuer u. s. w.
hat in dem man zu erkennen,
den man kan versoffen nennen.
Logau 1. 10, 11.

droher dreuer minax, ostentator Stieler 331. der droher Gotter 3, 405.

der droher flieht durch dunkle gänge
vor seinem tod
Seume.

bildlich,

der dreuer, der comet
Opitz 2, 41.


 
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drauf, s. DWB darauf. drauf und dran als verstärkung.

bei hofe keinem trauen, wer diese regel kan,
der kan den hofeglauben und ist ein hofemann:
der hofecatechismus steht meistens drauf und dran.
Logau 3. 4, 59.

(kaiser Konrad) umlagert es (Weinsberg) mit rosz und mann
und schosz und rannte drauf und dran
Bürger 25b.


 
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draufbohr, m. der an einem krummem holz oder eisen umgedreht wird, und auf dessen obern theil man mit der brust drückt, auch windelbohrer, brustleier genannt, franz. villebrequin, engl. brace Beil 150.
 
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draufgeld, n. angeld, aufgeld, als unterpfand für einen abgeschlossenen handel. dann auch was über den gewöhnlichen preis noch zugelegt wird. hier unterbrach mich Bastian mit der nachricht, die wasserkutsche sei sammt dem draufgelde für den guten platz, während meinem verhöre, ab- und davongefahren Thümmel Reise 10, 224.
 
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dräuigdräuwig,adj. und adv. droiger minax i. e. iracundus Voc. theut. 1482 f 3a. trauwig, auf trauwige weis Dasyp. 137c. tröuwig, iemerdar tröuwende Maaler 409c. ebenso
 
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dräulich, adj. und adv. als hätten wir uns hören lassen mit dräulichen worten Luther Briefe 3, 382. dennoch solch dräulich edict hat ausgelassen 4, 236. s. drohlich, bedrohlich.
 
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dräurede, f. wie drohrede.

der dreurede was genuoc Passional 360, 88 Hahn.


 
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draus, adv. s. DWB daraus. drausz. in Schwaben heiszt draus kommen sowol etwas begreifen, den sinn fassen als die gedankenreihe verlieren, er ist ganz draus kommen hat den faden der rede verloren Schmid 137.
 
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drauschelichdrauschlicht,drauschelichtig drauschicht, adj. und adv. henneberg. trauschelig träuschelig Reinwald 1, 170. schwäb. drauschlecht Schmid 137. 141. von beeren die traubenartig, von pflanzen oder blumen die in büscheln oder dolden wachsen. im niederl. ist tros wie bos ein bausch, büschel, man sagt een groote tros druiven trauben. der baumwermuth wächst von einer holzechten wurzel drauschelecht gleichwie ein kleines bäumlein hervor Tabernäm. 26. darauf im brachmonat sich erzeigen vil schöner, kleiner drauschelechtiger blümlin 302. die blümlin wachsen drausselechtig und gedrungen in einander 536. seine blumen sein weisz und zart, vast (sehr) dräuschlecht 855. oben auf dem stengel (der tussilago petasites) erscheint eine drauschechte

[Bd. 2, Sp. 1348]


und leibfarbe blume, anzusehen wie ein blühender traube 1127. ein samreichs, treuschelechtig und mit kleinen linsenblettlein bekleidet kräutlein Thurneisser Von wassern 227. die stämmlein (der zisererbsen) sind ganz drauschlicht, elenhoch, ohne allen zinken und fäden Hohberg 3. 1, 403b. augentrost, ein schön drauschichtes kräutlein, wächset einer spannen hoch 3. 1, 413a. sehinan (woraus die Araber asche zur seife verfertigen) ist ein drauschelechts dickes gewächs Rauwolf. uneigentlich, und hettest nit so vil groszer not, wie du dich ziertest und dinen lip feistig und gedrungen und dritschlecht gemachtest Keisersberg Bilger 148d. s. DWB dreuschen, drauschen herabfallen, in den blumenbüscheln senken sich die einzelnen blumen häufig herab.
 
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dräuschen, s. DWB dreuschen.