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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
drafharnisch bis dragonnade (Bd. 2, Sp. 1327)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) drafharnisch, m. brustharnisch, thorax ferreus Henisch 741. weil er den stosz erhält.
 
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drafter, s. DWB darafter.
 
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dragant tragant, m.
1. astragalus tragacantha, bocksdorn, und das gummi davon Henisch 741. Nemnich 1, 524.
2. achillea ptarmica, weiszer dragant 1, 38. s. DWB dragun 2.
 
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dragge, s. DWB drache 5 d.
 
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dragoman, m. türkischer dolmetscher, mhd. tragemun (fahrender man), mittellat. dragumanus drogamundus, in den romanischen sprachen eine doppelte form, ital. dragomanno und turcimanno, span. dragoman und trujaman, franz. drogman und trucheman truchement. es stammt von dem arab. tarǵomân ausleger und dieses von taraǵa verhüllt, schwierig sein; s. Diez Roman. wörterb. 127.
 
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dragon, s. DWB dragun.
 
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dragoner, m.
1. leichter reiter, der ein feuergewehr hat und auch zu fusz fechten musz: ursprünglich ein fuszsoldat der sich des pferds blosz zum schnellen fortkommen bedient. franz. dragon, ital. dragone, dän. dragon, böhm. dragon dragaun. ohne zweifel findet eine beziehung auf drache statt, die aber nicht bekannt ist. die draconarii des Vegetius, auf deren standarte sich ein drache befand, sollen anlasz zu der benennung gegeben haben. im Jüngeren Titurel heiszt das rosz des Schionatulanders drakûne 1255. 2704. 3435. 3436. 3654. als die ersten dragoner betrachtet man die landsknechte und fuszsoldaten, welche der prinz von Parma, als er 1582 die schlacht bei Gent liefern wollte, auf packpferden mit der reiterei voraus gehen liesz, um die nachhut des feindes anzugreifen. andere glauben graf Ernst von Mansfeld habe sie im dreiszigjährigen krieg erfunden. könig Wilhelm III nahm als statthalter von Holland im jahr 1672 ein regiment dragoner vom herzog Casimir von Kurland in sold. Micrälius in der ersten hälfte des 17 ten jahrhunderts sagt schon wie unsere heutige draguner 1, 9. Stieler 328 leitet das wort von dem franz. dragon ab und meint man könne auch duppelsoldner dimacha, hippotoxota dafür sagen, ebenso übersetzt Steinbach 1, 286 eques desultatorius, dimacha.

federbüsche, tiefer ehrfurcht werth,
für dragoner und für mädchenköpfe
Sturz 2, 287.


2. uneigentlich nennt man im gemeinen leben ein wildes mädchen oder ein plumpes grobes weib einen dragoner. dieses weib sieht aus wie ein dragoner, franz. cette femme a un air à la dragonne. im böhmischen wird drgaun überhaupt von einem groszen menschen gebraucht.
3. bildlich die pflastersteine die man in der not aus mörsern schieszt.
 
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dragonerfisch, m. callionymus dracunculus Nemnich Wörterb. 113.
 
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dragonermäszig, adj. und adv. uneigentlich für derb, plump, roh. diese bauersfrau hat ein dragonermäsziges aussehen. ein fremder mann der sich mir schon von weitem, wenn er in mein haus tritt und bei meinen domestiken nach mir fragt, durch sein geschrei ankündigt, hernach mit einem dragonermäszigen gange zur treppe heraufstürmet Bürger 134b.
 
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dragonermütze, f. uneigentlich, patella antiquata, matrosenmütze, schuppichte narrenkappe, niederl. dragondermuts. Nemnich 2, 876.
 
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dragonnade, f. bekehrung durch zwangmittel, wobei dragoner angewendet werden, wie bei den verfolgungen der protestanten unter Ludwig XIV, die man daher dragonnades des Cévennes nennt. uneigentlich, jede durch soldatengewalt ausgeführte regierungsmaszregel.