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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
drachensaft bis drachenstreiter (Bd. 2, Sp. 1324 bis 1325)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) drachensaft, m. bildlich wie drachengift. den wein wie einen schädlichen drachensaft auf die erde gieszen Butschky Patmos 328.
 
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drachenschatz, m. das gold auf dem der drache liegt.

der im winkel sitzt
und den drachenschatz beschützt
Schubart Ged. 1, 379.


 
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drachenschiff, n. bei den Japanern in gestalt eines drachen gebaut. auf den morgen aber kamen abermals zwei reichsräthe mit drei vergüldeten drachenschiffen für das mir eingeräumete schlosz und führte mich auf an einen arm aus dem flusse Kiang Lohenstein Armin. 1, 641. ein überaus prächtiges schiff, welches mit der vorderspitze einen schrecklichen schlangenkopf, auf welchem ein vergoldeter götze sasz, mit dem hintertheil einen langen schlangenschwanz, das mitteltheil aber mit grünen gelbichten schuppen einen schlangenbauch abbildete 638.

[Bd. 2, Sp. 1325]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) drachenschlange, f. in der wappenkunde ein geflügelter drache ohne füsze, franz. serpent ailé.
 
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drachenschnauze, f. bildlich ein scheltwort, ein babylonischer seckelmeister und leutbesäfler zoge mit vollem ablasz und gewalt der drachenschnautzen umbher Kirchhof Wendunmut 437a.
 
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drachenschusz, m. wie hexenschusz, ein plötzlich den menschen überfallender heftiger gichtischer schmerz, der wie man glaubt, von dem unsichtbaren keil entsteht, den ein böser geist auf den menschen abschieszt. darbei auch wissent vom anwaht (elbischen anhauch, vergl. 1, 513), so sich in den bergen auch begeben, in alle arznei auriculam muris (mäuseohr) zu thun Paracelsus 1, 670a. bei dem vieh ist der drachenschusz der kalte brand in den eingeweiden, der plötzlich kommt Nemnich Wörterb. 112.
 
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drachenschwanz, m. cauda draconis Stieler 1954. uneigentlich 1. der punct wo der mond in seinem lauf die ekliptik durchschneidet, wenn er in die südliche breite tritt, nodus lunae descendens. das zeichen dafür . Frisch 1, 204a. bei andern planeten der absteigende knoten. 2. ein sternbild. die tag werden (im november) zu kurz werden, angesehen die lange tag umb dieselbe zeit durch den finstern trachenschwanz under den erdboden gezogen, mächtig lange nächt verursachen Fischart Groszm. 32. 3. ein scheltwort. die starken, rechten grewel und teufelsköpf und giftigen drachenschwenze, nemlich unglauben, murren wider gott, gotteshasz u. s. w. Luther 5, 236b. uber das alles hat dieser drachenschwanz, die messe, viel unziefers und geschmeis mancherlei abgötterei gezeuget 6, 512b. 4. calla palustris sumpfschlangenkraut Nemnich 1, 757.
 
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drachensohn, m. ein ungeratener sohn.

so wie Cäsar vordem weint an des drachensohns bilde.
Klopstock.


 
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drachenspargel, m. wie drachenbaum Nemnich 1, 1434.
 
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drachenstein, m.
1. felsen mit höhlen, in welchen die drachen wohnen.

in ein hölen die da was
under dem trachensteine Hörn. Siegfried 128, 4.

und stieszen in (den schatz) in ein hölen, da in ein steinen wandt
under dem trachensteine 135, 2.

ich bit thu mir den weg anzeigen,
der auf den trachenstein thut gan
H. Sachs 3. 2, 237.


2. dracontias, ein stein von dem man glaubt er werde in dem kopf des drachen gefunden. trachenstein draconides est quidam lapis preciosus Voc. incip. teut. y. Rädlein 199b.
3. man gibt auch den ammoniten diesen namen Nemnich 1, 231.
 
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drachenstreiter, m.

wie er auch hiesz,
der drachenstreiter,
ders goldne flies
geholt soll haben
Klamer Schmidt Poetische briefe 77.