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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
drachenbild bis drachenfisch (Bd. 2, Sp. 1321 bis 1322)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) drachenbild, n. nachbildung eines drachen.

kaum stieg ich aus am heimschen strand,
gleich liesz ich durch des künstlers hand,
getreu den wohlbemerkten zügen,
ein drachenbild zusammenfügen.
auf kurzen füszen wird die last
des langen leibes aufgethürmet:
ein schuppicht panzerhemd umfaszt
den rücken den es furchtbar schirmet.

[Bd. 2, Sp. 1322]



lang strecket sich der hals hervor
und gräszlich wie ein höllenthor,
als schnappt es gierig nach der beute,
eröffnet sich des rachens weite,
und aus dem schwarzen schlunde dräun
der zähne stachelichte reihn.
die zunge gleicht des schwertes spitze:
die kleinen augen sprühen blitze:
in eine schlange endet sich
des rückens ungeheure länge,
rollt um sich selber fürchterlich,
dasz es um mann und rosz sich schlänge.
Schiller 65b. 66a.


 
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drachenblick, m. der scharfe, stechende blick des drachen. bildlich, des hochverrats drachenblick Schubart. s. DWB drachenauge.
 
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drachenblut, n.
1. die hochrothe farbe des drachenbluts wird in den alten gedichten hervorgehoben.

in verwet scham, so er unzuht siht, für trachenbluot.
Frauenlob 131, 7 (s. 97).

dâ wider liuht des meien bluot
rœter denne trachenbluot Lieders. 3. 241, 31.


2. bildlich für etwas scharfes, heftiges. Macchiavelli hat seine feder in lauter schlangen- und drachenblut getaucht Butschky Patmos 496.
3. man glaubte sonst brünne und halsberg werde durch drachenblut gehärtet.

sîn (Laurins) plate was alsô guot,
si was gehert in traken bluot. Laurin s. 6 Nyerup. 420 Schade.

sîn sarwât in trackenbluot
was gehertet und ouch guot Beliand 3323.

geschuoht er in die hosen wart,
die wâren kleiner ringe,
vil guot sîn hurtelinge,
die machte rôt der trachen bluot Gesamtabent. 1. 472, 640—43.

sein (des drachen) prunn gehert mit trackenplut,
kein waffen in verschneide. Dieterichs drachenkämpfe 16 Kaspar.

ein zauberstab wird damit gekräftigt.

in des erdballs mittelpunkte,
in des mondes grüften,
in der sterne klüften
herrscht allmächtig auf und ab
der in drachenblut getunkte zauberstab.
Matthisson Hexenfund in
Schillers Musenalmanach 1799.


4. ein dunkelrothes harz das beim anzünden wohl riecht und zum lackieren dient. das echte wird aus dracaena draco gewonnen, eine andere art liefert pterocarpus; s. DWB drachenbaum 1 und 4.
5. eine rothe mahlerfarbe, cinnabaris zinober Dasyp. 316e. Serranus d 8b. Rädlein 199b. tragantum Voc. theut. 1482 gg 7b.
6. einige pflanzen werden so genannt. a. rumex sanguineus, rubens, lapathum sanguineum, rothe mengelwurz, wie drachenampfer. die blätter geben einen blutrothen saft Henisch 739. Frisch 1, 204a. Nemnich 2, 1186. b. sanguisorba officinalis, blutkraut, rothe bibernelle. die wurzel soll blutstillende kraft haben 2, 1221.
 
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drachenblutbaum, m. wie drachenbaum 1.
 
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drachenblutholz, n. franz. bois rouge, engl. dragonwood Beil 149.
 
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drachenbrut, f. progenies draconum Stieler 249. s. drachenzucht.

in hölen wohnt der drachen alte brut
Göthe 1, 177.


 
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drachendurst, m. draconum sitis, insitus calor Henisch 730.
 
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drachenfänger, m. barleria prionitis, wächst in Ostindien Nemnich 1, 581.
 
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drachenfarbig, adj. und adv.

sîn ors hiez Passilivrier.
daz was snel und trachenvar,
als im mit fiwers vanken gar
gefurriert wæren sîniu mâl.
Wolfram Wilhelm 368, 23.


 
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drachenfels, m. aufenthalt der drachen, dann der name eines felsenbergs am Rhein, Rolandseck gegenüber. s. DWB drachenberg.
 
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drachenfisch, m. trachinus draco, seedrache, stacheldrache Frisch 1, 203c. Nemnich 2, 1467.