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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dotel bis dotter (Bd. 2, Sp. 1313 bis 1314)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dotel, dimin. s. DWB dote.
 
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dotenbeutel, m. führt Schmeller 1, 465 an mit dem folgenden wort, das wahrscheinlich gleichbedeutend ist. vergl. dote 2 die stelle aus Laurin.
 
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dotengeld, n. das geschenk das der täufling bei der taufe von dem pathen erhält. ebenso
 
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dotenpfennig, m. taufpfennig munus lustricum Henisch 738. ebenso
 
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dotenzeug, n. Schmid 117.
 
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dotin, f. neben dote. dottin matrina vel noverca Vocab. theut. 1482 f ib. dottin frawenperson die ein kind ausz der tauf hebt promater, mater lustrica Henisch 738. dodin susceptrix Steinbach 1, 279. frau dotin Köln. zeitung 1855 nr. 337.
 
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dotschdötsch,m.
1. wie datsch ein weiches oder nicht aufgegangenes, teigiges backwerk.
2. was auf der geschmolzenen butter oben schwimmt Schmeller 1, 407. tötsch schaum der schmelzbutter Reinwald Heneb. idiot. 2, 126.
3. bildlich, ein fetter mensch Schmeller 1, 406. totsch ein dummer, plumper kerl Tobler 143b. daatsch dätsch dootsch ein unbehilflicher, ungeschickter Schmid 117. s. dotz.

was für ein dotsch ist dieser man,
ach wär er etwas ringer!
o feister dotsch! was solle dich
das schmeer und speck, hoch über sich
geschwollen, am leibe nutzen
Balde Lob des magern.

und will dem dötschen ein sorg einstecken.
H. Sachs 3. 3, 42b.


 
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dötschenkarren, m. an dem die narren ziehen.

denn wöll wir zusehen der that
durchs fenster, bei des monnes schein,
wie in der gassen ziehen rein
dise zwen allergrösten narren,
gespannt an den dötschenkarren
H. Sachs 5, 227a.


 
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dötschkappe, f. ein schallender schlag, ein klapps an den kopf. dötsch wie datsch. sie wollen ihm den brief nemen, er gibt jedem eine dötschkappen J. Ayrer Trag. 186a.
 
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dotter, m. eigelb, vitellus, ahd. tutarei totoro dodero Graff 5, 384, mhd. toter doter totter schwm., alts. dodro, ags. dydring, niederl. dooier, bair. dottern Schmeller 1, 405, östr. dotta Castelli 112. vom 14 ten jahrhundert bis zum 16 ten zeigt

[Bd. 2, Sp. 1314]


sich neben dem masc. dotter totter tutter mit schwacher und starker decl. auch das neutrum und der pl. dötter, wie noch jetzt in Sachsen und, neben dem fem., auch in Thüringen. auffallend wegen der endung ei ist das ahd. tutarei, aber es könnte eine zusammensetzung mit ovum sein, etwa dem windei gegenüber. in den verwandten sprachen erscheint das wort weiter nicht, die niederd. gebraucht döl Brem. wörterb. 1, 223, die englische und dänische dodder, wie die schwed. dodra, nur für dotterkraut myagrum sativum; für eidotter gilt im engl. yolk. das span. tuetano und das ital. tuorlo gehören vielleicht hierher. die abstammung ist dunkel: mit dutte dütte mamilla, ahd. tutto dutto, griech. τιτθός bringt es Wackernagel in verbindung, wol in beziehung auf die runde form.
1. früherhin ward die erde gerne mit dem dotter verglichen. daz wîze alumb den tottern, daz sint die lüfte. sô ist der totter in mitten drinne; daz ist diu erde Berthold 28. als in eime eige daz lûter umbe den duttern gât, also umbegât daz wazzer die erde Meinauer naturlehre s. Wackern. Lesebuch 1, 760, 15. die welt ist sinwel und umbeflozzen mit dem wendelmer, dar in swebt die erde als daz tutter in dem wizen des eiies ist Wackernagel Basel. handschr. s. 20; vergl. die anmerkung. Hugo von Trimberg findet in dem ei die vier elemente,

der toter in im hât flures zunder Renner 19672.

also mache auch ander milich, ob du totern dorzu tun wilt Buch von guter speise cap. 10. also soltu die tötter nemen von den airen Kochbuch aus dem 14 ten jahrh. in Haupts zeitschr. 9, 372. tutter vitellum Voc. opt. xxxvii, 62. toter Diefenbach 1470 sp. 285. totter in einem aie Voc. theut. 1482 gg 7a. Voc. incip. teut. y.

so nemet warme dirletei,
getemperirt mit einem ei,
des weiszen vil und mit den duttern.
Herm. v. Sachsenheim Mörin 43.

des muost das totter rinnen hin
Wittenweiler Ring 37c, 8.

und igklichs (ei) ein solhen tottern het Fastnachtsp. 212, 22.

kan man auch essen das ungesalzen ist? oder wer mag kosten das weisze umb den totter? Hiob 6, 6. der dotter im eierklar Fischart Garg. 196b. mit einer schalen umbgeben, in welcher weis das dotter und das gelbe gesehen wirt, als in den hünereiern Forer Fischb. 74a. ein lügner erzählt von einem groszen ei,

und sagen auch auf guten trawen
das man von seim geln dotter schon
etlich füder gefürt darvon
Eyering 2, 62.

das dutter oder gäl im ei luteum ovi Maaler 95d. dotter Schönsleder L 3. dotter, eierdotter Henisch 738.

sie weissagt, wenn zu morgen
der specht die tanne hackt, und wenn ein einigs ei
zwei dotter hat, weisz sie was ihre deutung sei
Rachel.

dotter doter pl. doter. die jungen haben ihre nahrung vom doter Steinbach 1, 286. s. eidotter eierdotter.
2. bildlich, ich war vorher schon jurist, mithin die knospe eines doctors utriusque, und folglich ein edelmann, da im doctor der ganze rogen und dotter zum ritter steckt J. Paul Titan 1, 63.
3. sprichwörter. groszer herren hennen legen air mit zweien dottern Henisch 738. man nimpt allzeit den dotter für die schalen ein ders. wer vil aier hat, der macht vil dotter oder döpfe ders. besser einen dotter als die eitle schale Simrock 1679.
 
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dotter, m. myagrum sativum, cuscuta, dotterkraut, dotterlein, zahmer groszer dotter, döddersaat, flachsdotter, leindotter, weil er als unkraut gern im lein wächst Nemnich 2, 683. todter als in flachs, custuca (l. cuscuta) oder unserfrawenseiden oder nesselseid oder flachsseide Voc. theut. 1482 gg 7a. in der Wetterau doarrern, doarren Weigand. nach Frisch 1, 203c hat die pflanze den namen von dem kleinen, in breiten hülsen wachsenden samen, wie in Östreich auch der leinsame dotta heiszt Castelli 112. engl. und dän. dodder, schwed. dodra. s. DWB flachsdotter. leindotter. täscheldotter. wilddotter.