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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
doppeln bis doppelpforte (Bd. 2, Sp. 1268)
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[Bd. 2, Sp. 1268]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) doppeln, mit würfeln spielen. in dieser bedeutung, die vorzugsweise im nördlichen Deutschland sich verbreitete, erscheint es am frühsten, hernach ward es auch auf andere gefährliche, verderbliche glücksspiele angewendet, woran sich der begriff des betrügerischen und verächtlichen spieles knüpfte, der auch an dem doppeler haftet. im holsteinischen heiszt dubbeln im allgemeinen karten spielen (Schütze 1, 164). es ist eine abgeleitete bedeutung von duplicare und bezeichnet die verdoppelung des satzes beim spiel, wie Schütze annimmt; auch Frisch (1, 202a) erklärt es durch doppelt setzen, einander überbieten im würfel- und kartenspiel (1, 290), durch doppelt bezahlen, beim spiel zum zweitenmal einsetzen. andere, wie Wackernagel (glossar zum Lesebuch dxxv), beziehen es auf den pasch, den wurf mit gleichen augen, franz. doublet. im ahd. erscheint es noch nicht, aber schon im altfries. dobbela doblia (Richthofen 688). mhd. toppeln immer mit der ten. (Ben. 3, 48), niederd. dobbeln dabeln (Brem. wörterb. 1, 217), niederländ. dobbelen, isl. dubla, schwed. dubbla dobbla, dän. doble. bei Wolfram uneigentlich,

umbe den wurf der sorgen
wart getoppelt Parzival 248, 11.

manec unsueze schande
wart getoppelt dâ der heidenschaft Wilh. 415, 17.

wir hân êrste umbe den wurf
getopelt der grôzen sorgen.
Ulrichs Wilh. 174c. pfälz. hs.

ir sült ouch dar umbe nit tanzen an dem ruowetage oder spiln oder toppeln Berthold 64. toppeln ludere cum taxillis Voc. theut. 1482 gg 6b. spilest und doppelst mit ihnen wie ein erzlotterbube Mathes. 130b. lasz uns eins toppeln, der minst (der den geringsten wurf hat) ist knecht Fischart Garg. 88b. ist niemands hie, der doppeln will? 90a. denn es von allerlei losem gesinde ein zu hauf gesammeltes volk war, welche nichts anders thaten denn in den tabernen doppelten, spielten und soffen Henneberger 377. doppelen ludere aleis, jacere talos, aleas, tesseras, duplo ludere Henisch 730. spielen und dopplen Phil. v. Sittewald 1, 441. er doppelt über die maszen gern Stieler 325. sogar um leib und leben doppeln ders. dieser mensch hat ganz und gar keinen geschmack am tanzen und beredet den spieler unvermerkt in ein seitenzimmer mit ihm zu gehen, um eine viertelstunde mit einander da zu doppeln Lessing 4, 393. doppeln heiszt auch den doppel (s. oben 1260) erlegen beim schieszen Stalder 1, 290. sprichwort, wer im finstern doppelt, verliert die würfel Simrock 2460. so auch ausdoppeln aufhören zu spielen Stieler 325. s. DWB erdoppeln. verdoppeln. vergl. DWB doppelhaus. doppeltasche.
 
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doppeln, n. das doppeln (spielen) hat ihn zum armen mann gemacht Stieler 326. beim doppeln musz man aufsetzen exercens aleam pecuniam in ludum deponat ders.
 
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doppelnacht, f.

funkenblicke seh ich sprühen
durch der linden doppelnacht
Göthe 41, 309.

übrigens gibt nicht eine polar- oder doppelnacht an sich einen Herkules, wenn der Jupiter fehlt und blosz der Heraklide da ist J. Paul.
 
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doppelnaht, f. wenn zwei stücke, wovon keins oder nur eins eine ecke hat, zusammen genäht werden; man nennt es auch vornähen oder nachnähen.
 
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doppelnarr, m.

der mocht wol doppelnarren finden
Murner Luther. narr 160.

der mutter war angst mit dem doppelnarren (der auf gänseeiern sitzt und brütet) Frey Gartengesellschaft c. 1.
 
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doppelnase, f. eine gespaltene.
 
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doppelort, m. ein ort, eine ahle, womit die schuster beim doppeln (besohlen) vorstechen.
 
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doppelpaar, n.

lasset heut nun den poeten
vor der bilder doppelpaar,
greif und aar,
sinnend mich und deutend treten.
W. Wackernagel Neuere ged. 148.


 
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doppelpanzer, m. von doppeltem draht, bilix lorica Maaler 91c.
 
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doppelpech, n. hart gesottenes, palimpissa Stieler 1421.
 
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doppelpforte, f. mit zwei flügeln.

vor der doppelpforte der kammer
Voss.

 

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