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dölpig bis domdechant (Bd. 2, Sp. 1233 bis 1234)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dölpig, adj. wie tölpisch. darumb so zerrütt er sich, wird taub, toll, unsinnig, schellig, dölpig Paracelsus Opp. 2, 166b.
 
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dölpisch, s.tölpisch.
 
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dölsch, adj. geschwollen. so ein geschwulst kumpt mit weiszfarber haut, dölsch und wie ein wassersüchtigen anzugreifen Würtz 32. daz, so man ein hand uber sich hebe, sie erbleiche, und wann man die wiederum nid sich hanke, so werde sie dölsch von blut 395.
 
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dölsche, f. geschwulst. wann schmerzen, röte und wehe, wie auch blawe und dölsche kommen oder geschwulst, hitz und solche zufäl Würtz 483.
 
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dolschenkel, m. ein angeschwollener. im Pfefferser bad werden curirt dolschenkel, offen blatter, beulen Calender v. 1673. s. DWB dolfusz.
 
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dölschicht, adj. wie dölsch. und verkeret sich die farb des antlitz und würt rot und dolschecht und geschwollen mit knollen Würtz 90.
 
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dolzen, Landgraf Ludwig IV. schrieb am 5. mai 1577 an den rentmeister zu Königsberg (unfern Wetzlar) er habe erfahren dasz die unterthanen seines amts auf den gehölzen was sie an vogelsnestern fänden, es seien gleich habicht, blawfusz, baumfälklein, holz- oder waldtauben zu dolzen und auszuheben sich unterständen Landau Jagd in Hessen 276. heiszt es aufstören durch stoszen und klopfen an die nester? vergl. das niederd. dolsken klopfen, stoszen.
 
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dom, m. hauptkirche, ahd. dôm, altsächs. dôm duom, altfries. dom, mhd. tuom, bis zum 18ten jahrh. thum tum, noch bei Rädlein Sprachsch. (1711) und in thumcapitel bei Hohberg. es kommt von dem lat. domus, mittellat. doma nach dem griech. δῶμα, neben domus.
1. im ahd. kommt dôm nur einmal bei Isidor xixb, und zwar in der bedeutung von haus vor. pol. und wend. ist dóm, böhm. dum haus. das altsächs. dôm heiszt aber templum, wie das altfries. im 12ten jahrh. unterschrieben sich die canonici de domo, z. b. im j. 1143 Hartmannus S. Martini de domo praepositus, weitere beispiele bei Frisch 1, 201b: so auch Ebbo presbyter et monachus fuldensis et hujus. domus praepositus. im mhd. immer kirche, hauptkirche. die groszen dichter wie Hartmann, Gottfried, Wolfram, Walther und Freidank gebrauchen das wort nicht, auch nicht Rudolf von Ems; vergl. Ben. 2, 133.

dâ er des herzogen werc
vindet in den buochen
ûf dem tuome wil er sie suochen Herzog Ernst 3634.

dô kom in den tuom gegangen
der geborne von Armenje Servatius 388.

der hât ze Bâsel in der stat
zuo dem tuome phrüende
Konrad v. Würzb. Silvester 93.

daz münster unde gotes tuom
liez er unde karte dan Alexius 518.

sô man den singôz
an ziehe zuo dem tuome rîch.
Enenkel s. Gesamtabent. 2. 627, 305.

und gie er selbe in den tuom 628, 41. 629, 87.

biz daz man zeime tuome
mit letzen niun ein metten het gesungen Jüng. Titurel 5562.

im Lohengrin ein neutr.

von im (dem pabst) daz tuom mit wîhe wart beregent s. 191.

in daz tuom ûf bâr
er wart getragen das.

thum cathedralis ecclesia Voc. incip. teut. y 4. widen und stiften in unser l. frauen kirchen ze Mattikoven ein samung genant collegium oder halber tumb weltlicher korherrn Mon.

[Bd. 2, Sp. 1234]


boic. 5, 525 ad 1436. Aventin nennt auch den Dianatempel zu Ephesus einen tumb Schmeller 1, 444. das zween tag nach seinem abschied sein appellation in gegenwart des notarien und zeugen an ein thor am thum zu Augsburg angeschlagen würde Luther 1, 112b. ich rede aber hie mit nichte von den alten stiften und thümen, welche on zweivel drauf sind gestift, das, dieweil nicht ein iglich kind vom adel erbs besitzen und regierer sein sol, in denselben stiften möchte versorgt werden 1, 308a. all die hurerei, ehebrechung und unzucht so in den thümen und stiften bisher und noch geübet sind 5, 283a. dis büchlin von dem falschen blut und abgott im thum zu Schwerin hab ich lassen ausgehen zu lob und dank dem wahrhaftigen gott 6, 111a. des morgens waren i. f. g. auf den thum zum begräbnis erfordert Schweinichen 1, 110. hernach giengen sie auf den thumb Ettner Unwürd. doctor 647. diese procession gieng bisz an die stufen des thums 648.

was geht mich der bischof im dom an?
Göthe 40, 95.

und, ein zweiter himmel, in den himmel
steigt sanct Peters wunderbarer dom
Schiller 52a.

von dem dome
schwer und bang
tönt die glocke
grabgesang 79a.

dasz länger nicht im dome lutherisch
gepredigt werde 343a.

die felsen werden vom gebirg gerollt
und steigen neu als hehre dom empor
Uhland 201.

wir grüszen dich als könig, hoher herr,
und bald, wir hoffens, wirst du in dem dome
vor allem volke königsweih empfahn 220.

hervor aus unterirdschen domen
erhebt sich, als der tag entflosz,
in stiller nacht ein paar von gnomen;
sie treten ein ins hochzeitschlosz
Rückert 224.

es dröhnen palast und dom
vom trabe der reitermassen
A. Grün Ged. 264.

bildlich.

die habent ir pfrüende in aller êren tuome MS. 2, 97b.

gib von dîner gnâden tuome
mir dînes lobes anevanc
Eberhart v. Sax MS. 1, 28a.

sprichts dich nicht frei, dann wage nie zu schreiten
in dieses waldes dom, desz fluch dich bannt.
A. Grün Ged. 112.


2. im französischen heiszt dôme die dachwölbung, kuppel einer kirche, und in diesem sinn wird dom zuweilen bei uns gebraucht. eine kirche mit einem prächtigen dome Adelung. so sagt Göthe

aus nacht und kohlen lag ein felsengrund
von flämmchen glühend. dem und jenem schlund
aufwirbelten viel tausend wilde flammen
und flackerten in ein gewölb zusammen.
zum höchsten dome züngelt es empor,
der immer ward und immer sich verlor 41, 62.

uneigentlich.

wenn aufgeschwungen aus dem schlamme
des irdischen mein freier geist
von einem zu dem andern dome
der sterngebäude weiter klimmt.
Thümmel (bei
Campe).


 
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domback, m. s. DWB tomback.
 
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domcapitel, n. versammlung, versammlungsort der domherrn. Schönsleder L 3. Stieler 1014. thumcapitel Hohberg 3. 1, 22a. dän. domcapitel. s. domerei.
 
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domdechant, m. decanus capituli Hohberg 3. 1, 22a. Frisch 1, 201a. s. dechant.

der thumdechant war ein kuner man
Soltau 2. 246, 1. 12. 13. 14.

 

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