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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
döhnchen bis doho (Bd. 2, Sp. 1220 bis 1221)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) döhnchen [dönchen], n. geschichtchen zur unterhaltung, ist das niederd. döneken döntje liedchen Brem. wörtb. 1, 228. dünjen däntjen Quickborn 287. niederl. deuntje. vergl. DWB ton, mhd. dôn weise, melodie, tonus. ein döhnchen erzählen Siegfr. v. Lindenberg 1, 14. 290. 305. herr Bartholomäus Schwalbe aber gieng mit einem döhnchen schwanger, dessen ausführung den junker auf lange zeit vor aller langenweile sichern konnte 2, 171.
 
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dohne done, f. schlinge, sprenkel, bügel. beim vogelfang ist sie von pferdehaaren gedreht, die man zwischen rothe beeren hängt, um die vögel damit herbei zu locken. man macht auch dohnen für gröszere thiere, in einer solchen fängt sich der fuchs (Reinhart fuchs cclxxxvii). ahd. done nervus Graff 5, 146, wie τένος tenus strick. mhd. don spannung Ben. 1, 380b; s. DWB dohnen, denn die vogelschlinge wird aufgespannt. so heiszt an der Eifel noch jetzt dohn dehnung und eine dohn lang so weit die ausgestreckten arme reichen Schmitz Sitten und sagen des Eifler volks 223. s. DWB dohnen. (der vogelsteller) fängt sie (die vögel) in sprenkel oder dohnen Comenius Sprachenthür §. 428. done tendicula Stieler 324. Frisch 1, 201b, der es anderwärts (zu Bödikers Sprachgrundsätzen von 1690 Berl. 1746 s. 62) ein veraltetes wort nennt. man sagt dohnen stellen, legen. indesz kam der herbst her, dasz wir hernach konnten vogel bekommen. wie ich nun duhnen im walde hatte legen lassen, so hatte ich ein grosz kreuz mit dem gesindlein, denn ein jeder wollte in wald laufen und ihm vogel holen Schweinichen 1, 353.

sobald der nächste herbst im walde dohnen stellt.
Günther 663.

ob sich in schlingen
und in dohnen diese nacht keine krametsvögel fingen.
Brockes 6, 166.

bildlich,

der satan möcht ein dohne legen
Ringwaldt treuer Eckart L 5a.

so wird er doch
dem henker in die dohnen fallen l. w. 306.

wan sie stäts müssen stehn in dohnen
als wie leibeigne knechte wol,
sticht mancher durch den bauch die schul bleibt heraus.
Hayneccius Schulteufel 3, 6.


 
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dohne done, f.
1. zimmerdecke, bühne, die über dem zimmer sich ausdehnt, der überzug; so wird das wort in der Wetterau gebraucht.
2. ein schmales stück holz. da der gang an im selber kaumet einer donin oder prett breit ist. Mathes. 99a. der balken der die zimmerdecke trägt und in den älteren wohnungen gewöhnlich sichtbar war. ein bekandter rittmeister hat Cunz Bechtolden zu Rüdingshain die hände uf den rücken und die füsze zu den händen binden und also in die stuben an eine dohne hängen lassen Kurze erzehlung etlicher grausamkeiten (Marb. 1623) s. 5. Simon Böhem in seiner stuben an die dohn gehengt s. 8.
3. ununterbrochene dauer. man sagt in Schlesien es geht in einer done fort in einem weg. vergl. dohnen.
 
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dohne done, adv. gespannt, straff. gedone gedune Weinhold Schles. wörterb. 15b. so lege einen starken faden an die warze, zeuhe sie fein done auf, nim alsdenn ein gar scharf messer Bartisch 155. s. DWB dohn.
 
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dohnen donen, gespannt, ausgedehnt, aufgeschwollen sein, ahd. donjan donên Graff 5, 146. mhd. donen Ben. 1, 381 (dazu Passional 185, 72 Hahn und Jeroschin s. 138, wo es auch

[Bd. 2, Sp. 1221]


heiszt nach etwas streben, sehnsucht empfinden). es gehört zu dehnen. donen strotzen, essen dasz man dohnt Schmeller 1, 377. ein voller leib dont Weinhold Schles. wörterb. 15b. von dem wiegenden gang dicker leute sagt man sie donen ders. uneigentlich, vor wuth donen ders. die arme donen vor fleisch. dunen aufschwellen Bremer wörterb. 1, 271.

wil unser lîp von fülle donen,
wâ sol der heilic geist den wonen? Renner 9815.

ich hân gesehen daz maneger lac
donent als ein voller sac 10493.

die blâsen er drücket ze maneger stunde
hin und her vor sînem munde
daz im die backen donent dâ bî 12420.

wizzet daz reine heilikeit
selten bî den liuten wont
der herz von maneger erge dont 22569.

mîn herze mit donetem seile
strebt alles nâch der ferte
Laber 74.

was ist mir das für ein fasten, wenn man des mittags ein mahl zurichtet, mehr und herrlicher denn sonst auf zwei oder dreimal, und das sterkest getrenk dazu, und ein stund oder drei dabei gesoffen und den wanst gefüllet, das er donet Luther 5, 407a. wo auf den augenliedern viel bluwe, braune adern zu sehen sein, sonderlich so sie sparren und donen, so hat man sich einer groszen gefahr zu besorgen Bartisch 157. wie aber hinwider, wie man pflegt zu sagen, die saiten am härtesten dohnet, und nun gehen solt dasz man nicht mehr speisen konnt Schweinichen 2, 54.

was hüpft und trotzt ihr berge hoch
und thut vor hoffart donen?
Joachim Sartorius (16. jh.).

das er donet wie ein baugke (pauke) Katziporus J 8a. auch der umlaut ö zeigt sich, nun saufet doch mancher, das im die seel und leib zittert, der cörper dönet, das er möchte erschwarzen und ohmächtig werden S. Frank Trunkenheit C 2a. nicht wie die thun, die sich mit fischen und dem besten wein auf einmal, wenn sie fasten, so voll füllen das inen der bauch dönet Luther 2, 329b. würdt ainer auch vornen wund und geschwillet und dönnet, und verschwindet z handt wider Hieron. Braunschweig 4.
 
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dohnenfang, m. vogelfang mit dohnen, auch das recht dazu. donenfang aucupium Frisch 1, 201. ebenso
 
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dohnenschneidedohnenschneit,dohnenschnatz dohnenschneisze, f. nach dem fang der dohnenschnait J. Paul Unsichtb. loge 2, 107.
 
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dohnensteig, m. die reihe der gestellten vogelschlingen Frisch 1, 201c. s. dohnenstrich.
 
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dohnenstellwerk, n. das legen der vogelschlingen.

ein henker wil das dohnenstellwerk in einem nahen walde dingen:
weil henken nun nicht mehr ist bräuchlich, so nährt er sich gleichwol mit schlingen
Logau 3. 237, 111.


 
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dohnenstrich, m. wir trieben einen mächtigen taubenverkehr und hegten in unserm wäldchen einen hübschen donenstrich Arndts leben 50. s. dohnensteig.
 
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doho, interj.

halloh! gesellen drauf und dran!
jo! doho! hussasa!
Bürger 71a.

 

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