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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
döbel bis dobin (Bd. 2, Sp. 1198 bis 1200)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) döbel, m. weiszfisch, cyprinus dobula, auch diebel tievel sandöbel Nemnich. Frisch 1, 200b. wahrscheinlich weil er mit seinem dicken kopf einem pflock ähnlich sieht. davon verschieden cyprinus cephalus groszer döbel, altdöbel, in Östreich altel Höfer Östreich wörterb. 1, 158.
 
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döbel dübel dippel,m. was man zusammenfügt, zusammenhält. ahd. tupili tubila, gatubili (Graff 5, 352) wird durch incastraturae übersetzt, im mlat. soviel als compaginationes, conglutinationes, uncini, catenulae; daher tubilâri tignarius der die balken zusammenfügt. mhd. tübel, bair. düpel Schmeller 1, 387. schwäb. diebel Schmid 125. im Münsterland nennt man ein rad dessen felgen nur lose zusammenhängen, ein diebelloses, und sie müssen verdiebelt zusammengefügt werden. das wort gehört zu einem weitverbreiteten stamm, dessen wurzel verloren ist. hierher gehört tüppen tupfen tüpfen dippen tippen mit den fingern berühren, eintüpfen einstoszen; s. auftipfen, DWB betippen. ferner tüpfel tipfel tippel, die stelle die man berührt, auf die man gestoszen hat, wie punctum von pungere kommt; s. dift. verwandt scheint daube faszdaube, däuben domare, und was damit in verbindung steht.
1. zapfen, pflock, klotz, nagel.

wîsheit überwindet übel,
alsô twinget vaz der tübel
daz ez niht rinne zaller zît
Freidank 76, 16.

diebel starker eiserner nagel oder stift, bretter oder pfähle zu befestigen Schmid 125. tubbe kurzer zapfen am eisenwerk, z. b. am hufeisen, an klammern Brem. wörterb. 5, 120. dippel stipes, caudex Serranus Synon. 52, im Diction. ein klotz oder düppel 664b. dübel nagel Vocab. 1482. dobel bei faszbindern

[Bd. 2, Sp. 1199]


hölzerne nägel, womit sie die bodenstücke aneinander fügen Frisch 1, 200b. uneigentlich und bildlich,

ich meine daz vil freislich übel
daz in uns haftet als ein dübel
Heinr. v. Meisen 4053.

lüge ist sünden und schanden tübel schirm und schutz. Renner 957.

vorhte und schame sint êren tübel 16607.


2. mörserstöszel, tuppel vel morser stoszel Vocab. v. 1429.
3. flachskloben, ein düpel har Schmeller 1, 387. ein dupel haar Höfer Östreich. wörterb. 1, 168.
4. beule, geschwür, weil sie wie ein pflock, pfropf aussehen. gelsen düpel mückenbeule Schmeller 1, 388. (Saturn) macht krank im beutel, krüppel und tippel Fischart Garg. 56. die händ sein mit beul und tiplen überhäuft wie im april die wiesen mit scheerhäufen (maulwurfshügeln) Abrah. a S. Clara. ein groszer dippl oder geschwär am leib auffahrend Altötting. histor. gschwären, gflechten, düppel, grind Adelholzer Badbeschr.
5. ein alberner, unempfindlicher mensch, ein klotz von einem menschen, ein dummkopf; so in Baiern Schmeller 1, 387. am Rhein hört man als scheltwort du düppel, du bist ein rechter düppel, gerade wie das latein. caudex gebraucht wird. dippel blax (βλάξ, mlat. blas) Serranus Synon. 52c. tüppel unbesinnter unverständiger mensch excors, stolidus, socors, tardus Maaler 411c. diese bedeutung des worts ist alt, die rohrdommel (ardea stellaris) heiszt ahd. horatupil horodubil horitubil hortubel Graff 5, 351 und horotumbil 4, 1001. mhd. horetubel. hortybel Gesner Hist. nat. 216. diese benennung erklärt sich daraus, dasz der vogel, wie Nemnich anmerkt, auch dummkopf, tölpel, französ. butor genannt wird, weil man glaubt er vertheidige sich auf eine einfältige weise gegen seine feinde. vergl. dippelbaren und dippelnarr.
 
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döbelboden düppelboden dippelboden,m. man sagt auch schrotboden, schrotdecke, zimmerdecke, insoweit sie aus balken besteht, die durch döbel zusammengefügt sind Schmeller 1, 387. da werdens halt zum dippelboden lauter alte bamer genommen haben. in angsten dasz ihnen bei der nacht der dippelboden auf dnasen fallt Eipeldauer briefe.
 
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döbelbohrer, m. den die böttcher zu den döbeln gebrauchen.
 
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döbeln, bei den faszbindern die bodenstücke des fasses mit hölzernen nägeln zusammenfügen Frisch 1, 200b.
 
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döbelwand, f. die aus lauter übereinander gelegten bauhölzern besteht, blockwand, schrotwand, katzwerk.
 
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doben für toben. der pfarrer was zornig und dobet fast Eulenspiel c. 37. doben insanire Henisch 720.
 
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dobendobnen,adv. für da oben, wie dinne, dauszen, dunten, in Thüringen hoben für hie oben; s. DWB droben, DWB dadroben. 1. zu Basel doben oder zu Cöll do nidnen Keisersb. Post. 3, 36b. dobnen im land ders. Emeis 55a. er sitzt doben supra sedet Dasypod. 237b. S. Frank gebraucht droben und doben, dieses aber häufiger. der himel doben Petr. 90a.

nun steht ir doben allesand
H. Sachs 1, 542c.

besser ist, man euch doben lasz 1, 542d.

ich wär sunst vorhin doben blieben 3. 1, 242b.

so kan ich mich ganz hoch erheben
und doben in den luften schweben
Waldis Äsop.

der fursprech fragt von wannen her
und was sein gwerb und handwerk wär.
er sprach 'ich wohn doben im wald' 2, 236.

doben, oben auf supra superne Schönsleder L 2. 2. im himmel. Ezechiel bedeut einen menschen der noch nit doben ist, aber den der hie wonet mit dem leib, des gedenken und begird seint nit uf dissem ertreich, aber in dem himel Keisersb. Sünden des munds 86b. zu suchen was doben ist S. Frank. sie erdicht ihr ein gott der doben sitz und lasz uns schaffen was wir künden Melanchthon Unterschied zwischen weltlicher und christlicher fromkeit 2b. 3. das vorhergehende bei hinweisung in einer schrift. wie doben angezeigt S. Frank Weltb. 214a. 216a. 219a. davon doben (erzählt ist), und in Livio vil ders. Chronik 73b. ich hab doben nit willen gehabt etwas weiters uber mein zwo gegeben regel von der orthographie zu schreiben Ickelsamer n 3.
 
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doberich, s. dauberich.
 
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dobstein, m. tufstein, tofstein, duckstein, tuf, duft, duftstein, aus dem lat. tofus, mittell. tufus, franz. tuf, ein kalkartiger, leichter, löcheriger stein. ahd. tubstein, tufstein bimstein pumex Graff 5, 350. dobstein oder augstein tophus

[Bd. 2, Sp. 1200]


Voc. theut. 1482 f 1a. augstein ist sonst bernstein, s. oben. tophus, ein reibstein, rawher sandstein Dasypod. 247b. tofus, toffstein, sandstein Frischlin 40. topstain Schönsleder Gg 3. tauchstein Schmeller 1, 425. 433.
 
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dobintobin, schweres, gewässertes seidenzeug, aus dem franz. tabis, ital. tabi.

du solt nicht tragen edel gestein,
kein stifte, perln grosz oder klein,
bliant, dobbin, sammit, seiden:
so will ich das saufen meiden.
Joh. Stricker Schlemmer G viijb.

in der Straszb. polizeiordnung von 1628 ward es geringen leuten zu tragen verboten Frisch 2, 374d.

 

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