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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dirmen bis disak (Bd. 2, Sp. 1184 bis 1189)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dirmen dermen tirmen darmen, destinare, consecrare, aus dem latein. terminare gebildet.
1. bestimmen, anordnen, zueignen. want er (gott) daz mennischlich geslehte ze dem lebine geterminit hete, sô ne wolter des niht gestaten, daz iz iemer mêr in dem tôde bestüende Fundgr. 97, 31. die dar getermet sîn, daz si daz swert tragen 113, 18.

sint wir doch alle zuo dem grabe
sîn getirmet über al
Reinbot 897.

ê daz untugende galle mit ir hôchvart under in (den Lucifer) wart getermet Jüng. Titurel 12.

[Bd. 2, Sp. 1185]



und wære er selbe ein trache als den er fuort, er wær zem tôde getermet 4440.

diu frîe wandelmâles het ir stæten muot alsô getirmet 5200.

sîn erbeschaft
dar zuo her getirmet was
Ottacker.

swelch mensche dazu getirmet wird, und derselbe gabe (die sieben canonischen stunden) nit beget, der ist sinem schöpfere sines dienstes enprosten Frisch 1, 311c. wir burgermeister und gesworn rat bekennen das der nuwe grosze kelch und das nuwe pacem von frommen innigen luten der ewigen messen unsers herrn Jesu Christi unde unsern lieben frauwen altar zu geschickt unde getermet sint ewiglich da bie zu bliben Freiburger protocoll v. 1452. das wir (Wilhelm markgraf von Meisen) unsern lieben getruwen zu Alten Dresden bürgerrecht gegeben und den fleg im zu einem wigbilde uszgesatzt, getirmet und gemacht haben Privil. v. Dresden v. 1403 bei Menken Script. 3, 1050. er hat ihm schläge, er hat ihm seine werkstatt getirmt Schmid Schwäb. wb. 129.
2. weihen, consecrare. wand in der toufe wirt der mennisch dem leiden vîent entsaget und wirt got getermet Fundgr. 85, 17. weil unser schwermer nicht consecrieren oder darmen Luther 3, 473. und schwüren wol einen eid auf iren rattenkönig, es könne niemand on ire weihe und chresem das sacrament wandeln oder, wie sie sagen, tirmen, er sei so heilig oder grosz er wölle 6, 97a. denn die engel im himel haben solch gewalt nicht, die ein geweihter priester hat zu tirmen oder zu wandeln das. ist einer zu einem phaffin getermit Sächs. weichbild bei Haltaus 1787.
So auch betirmen (Haltaus 158), betermeln (Frisch 2, 369a).
 
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dirmungdermunge,f. consecratio. unter der dirmunge füret er dis heilos, ungeschickt gebet mit ein, das sich doch nirgent zur messe reimet Luther 2, 506b. darnach folget das ampt und dermunge 3, 283. de instante consecrationis, das ist vom nu in der dirmung 4, 378b.
 
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dirnchen, n. dimin. von dirne.

das dirnchen hold und fein
Friedr. Kind Gedichte.

ein geschämiges liebeerröthendes dirnchen Wächter. ein leichtfertiges mädchen.

wär ich ein häusliches weib und hätte was ich bedürfte,
treu sein wollt ich und froh, herzen und küssen den mann.
so sang, unter andern gemeinen liedern, ein dirnchen
mir in Venedig, und nie hört ich ein frömmer gebet.
Göthe 1, 368.

aber, mein dirnchen,
du lasz dir rathen
Mörike Ged. 14.

s. dirnlein.
 
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dirne, f. virgo puella, famula, meretrix, ahd. diornâ diernâ, scheint nach Gramm. 2, 336 aus dem einfachen diu ancilla fortgebildet und eigentlich dîuwarna dioarna zu sein. mhd. dierne dirne dirn derne Ben. 1, 368b. alts. thiorna thierna therna virgo, nord. þerna famula, dän. terne tærne. im 15ten, 16ten und 17ten jahrhundert kommt diern nicht selten vor und Stieler stellt dieren und dirne auf, auch Schmeller diern und dirn 1, 397, sonst findet man im nhd. nur dirne dirn. die schwache declination ist im ahd. regel, im mhd. erscheint ebenso oft die starke, die im nhd. die oberhand behalten hat; doch Luther gebraucht noch den dat. sing. dirnen Amos 2, 7.
1. virgo, jungfrau, mädchen. der ursprüngliche gegensatz war knecht in der bedeutung von jüngling, knabe, degen.

(ein weib) dâ er got einen kneht
und ein dirnen mit erwarp
Strickers Karl 3b.

junge dirnen unde knehte ders. Kleinere ged. 7, 28.

ie der dirnen wart ein knabe.
Ulrich v. Wintersteten MSHag. 1, 141.

junge knehte oder dirnen
Enenkel in
K. Roths dichtungen des mittelalters s. 105.

er erkant ein krût in grüener varwe,
daz gap er sînen kinden; degen und dirne diu âzen ez begarwe Jüng. Titurel 3314.

er scheidet die knaben und die diren Ambras. liederb.

für junge diern und junggesellen
Schmelzl Hochzeit 7b.

im Passional wird eine königstochter dirne genannt (255, 62 Köpke) und eine begleiterin der jungfrau Maria wîse dirn (366, 14). Maria selbst bei Wernher aller dirnkinde beste 161, 3. als sie bei dem kreuz steht, sagt sie

owê owê, lieber suon,
was sal ich arme terne tuon? Pass. 72, 84 Hahn.

war sol ich arme dirne nuo? Marien himmelfahrt (
Haupts Zeitschr. 5) 272.

[Bd. 2, Sp. 1186]



wie vergizzest dû der dirnen dîn? 526.

daz dû der armen dirnen dîn
ze himelrîche hâst begert 688.

(ich) kan ûz einer dirnen
ein frowen wol machen Lieders. 2, 313, 84.

da tanzen die pauren mit den diernen. Fastnachtsp. 446, 12.

die Adelheit ist furwar ein schone diern,
die spint ausz der maszen guten zwirn 516, 4.

so dunk ich mich ein stolze diern,
und hor die knaben gern hofiern 519, 25.

ich bin ein junge stolze diern,
ge mit den knaben gern spaciern 521, 17.

ir schült euch wol gehaben, ir jungen dirn,
und schült euch den ostern ziern 722, 25.

ich trag gern an ein hübschs cleit,
darinn da dünk ich mich ein stolze dirn 735, 12.

man wolt ein nunn ausz mir machen,
so pin ich gar ein stolze dirn 737, 20.

in geistlichen rechten man das list,
ein junge dirn die zeitig ist,
die schülln ir eltern nit verkürzen,
das sie ir eer icht werd umb stürzen 749, 13.

dieweil die dirnen also under einander schwatzten Steinhöwel Äsop 7 (1555). und sie (Rebecca) war eine seer schöne dirne von angesicht, noch eine jungfrau und kein man hatte sie erkand 1 Mos. 24, 16. 28, 55. 57. 61. kanstu mit im (dem Leviathan) spielen wie mit einem vogel? oder in deinen dirnen (an einen faden) binden? Hiob 40, 24.

sunst wirt er nit der dirn (bauerntochter) behagen.
Waldis Esopus 168a.

da (unter dem birnbaum) war fürhin (vorhin) ein kleine dirn
des morgens mit eim korb gewesen 171a.

heut liebe dirn, morn loser balk
Eyering Sprichw. 1, 165.

der könig schickte ihm eine überaus schöne dirne Olear. Rosenthal 2, 28. es ist eine feine dirne scita venustula vinnula bella puella est Stieler 2280.

wie manche frische dirne
schminkt sich aus jenem bach
Hagedorn 3, 70.

denn oft die natur auf eine der blühenden dirnen
ihre glücklichsten reize verschüttet
Zachariä.

die rechte ironie ist eine gar keusche dirne, enthält sich mit groszer strenge des mitlachens Klopstock 12, 13. nie sollten dirnen freigebig mit ihren küssen sein, nicht einmal beim spiel oder im scherz, nicht einmal als höflichkeitssitte ihn erlauben Veit Weber Sagen.

dirne, dich plagt der mutwill, unartige, lasz mir die leiter.
Voss 2. 239, 31.

hurtig hinein mit der dirne! sie bringt mir das haus so in aufruhr ders. Luise 3, 493.

nun im frühling ach! ists
um die freuden (der stadt) gethan;
ihn ziehen die dirnen,
die ländlichen an
Göthe 1, 32.

die städterin droht
euch dirnen den krieg,
und doppelte reize
behaupten den sieg 1, 33.

er (der schäfer) drückte hastig sich herum,
da stiesz er an ein mädchen an
mit seinem ellenbogen;
die frische dirne kehrt sich um
und sagte 'nun das find ich dumm' 12, 53.

eine baldige hochzeit prophezein
ist jungen dirnen sonst nicht zuwider.
Kotzebue Dramat. spiele 1, 292.

und das alles sollte die delicatesse einer bürgerlichen dirne nicht endlich bestechen können? Schiller 196a.

ich wills ihm nur sagen, die dirn ist mein 324a.

einer dirne schön gesicht
musz allgemein sein wies sonnenlicht 324b.

hetzt sich lieber herum mit der dirn das.

warum weint die dirn und zergrämet sich schier? 330b.

von der wiese herauf beugt nach dem walde sie ein,
rüstig die bräunliche dirne; ihr brennt auf der wange der mittag
Mörike Ged. 154.

das dörflein in der sonntagfrühe,
wo die frische dirne sich im gärtchen
einen busenstrausz zur kirche holet 166.


Im niederd. bezeichnet man damit auch den jungfrauenstand, als ich noch eine dirne war unverheiratet. in minen derensjaren Brem. wörterb. 1, 201. bei den Sachsen in Siebenbürgen ist kerl und dirne eine stolze benennung für braut und bräutigam: die jungen hochzeitbitter gebrauchen die herkömmlichen

[Bd. 2, Sp. 1187]


worte 'wir sind abgeschickt worden vom kerl, dem bräutigam, und von der dirn, der braut' Haltrich zur deutschen thiersage (1855) s. 7. in Schwaben bei dem dorfe Remshard heiszt ein kleiner wald zu der dirne, und darin läszt sich das dirneweibl sehen, das den leuten aus seinem körbchen nüsse schenkt, welche sich zu haus in gold verwandeln Panzer Bair. sagen 2, 157.
2. ancilla. die jungfrau Maria hiesz im mittelalter als gottes magd erweltiu gotes dirne Goldene schmiede 1847. Altd. blätter 1, 374. Hermann v. Fritzlar 112, 7. Passional 15, 30 Hahn.

dô du ein dirne dich büte got, dô er dich süezen
zeiner muoter wolde grüezen bruder
Eberhart MS. 1, 28b.

die heiligen jungfrauen sind gotes dirnen mägde, mache mich des wert daz ich gezalt werde under dînen dirnen Vorau. hs. 381, 2. die hl. Agathe sagt zu Quintianus,

ich bin Christes maget.
hie von mir harte wol behaget
daz ich im dienstes pflege alsô

und er antwortet

du wilt haben vrîen namen
und doch dabî dich nicht schamen
du enwollest dirne sîn genant Pass. 178, 45 Köpke.

dann heiszt sie

gotes dirne sîn schône brût 178, 63.

zuo dem engel Gabriel
spræhtu 'ich pin ein diern gots
gehôrsam alle sîns gepots
Suchenwirt 141, 151.

so auch von der seele,

im tempel daz gestirne lêrt iuch gein himel kriegen,
sô daz diu sêle ein dirne sî bî got.

wie in der bedeutung von jungfrau dem jüngling, so steht als magd die dirne dem knecht gegenüber, zumal in der bauernwirtschaft, wo eine gewisse würde damit verknüpft ist, wie Schmeller 1, 397 anmerkt. auch dieser gegensatz zeigt sich schon in der alten zeit,

si (gottes wage) teilet vil glîche
den armen joh den rîchen;
dem hêrren unde dem knehte
teilet si vil rehte,
der dirnen unde der frowen
Hartmanns Credo 2624. 3640.

dirn und knehte unnütze sint Renner 6261.

si ist diern und ich pin knecht:
wir füegen auf einander recht Fastnachtsp. 401, 12.

früherhin hieszen die dienerinnen der königin und edelfrauen ebenso dirnen wie die mägde der bürger und bauern,

nu was si (die königin) nâch gewonheit
mit ir dirnen getreten
dâ si kurzewîle heten
bî daz wazzer nâch ir ger Pass. 313, 92 Hahn.

diu frouwe sich har umme dô
zuo ir dirnen wante,
die si mit namen nante Elisabeth (Diutiska 1) 467.

mîn dirne kumt niht lîse
und spricht 'her, hân wir vergezzen
daz wir hiute süln ezzen?' Kolocz. 92, 48.

Apollonî, herre mîn,
lâ mich dîn eigen dieren sîn.
Heinrichs von der Neuenstadt Apollonius 13995.

Hermann von Fritzlar unterscheidet zwischen dirne und magd, eine dirne heizet die umme sust dinet oder ûffe genâde, aber ein maget heizet di umme lôn dinet und umme kost 112, 9.

mein diern, antwort nicht fur die frauen. Fastnachtsp. 164, 13.

die junge frau spricht zu ir diern
'Alhait, liebu dienarin mein,
nim die schlüssel zu dem schrein' 501, 23.

si (die magd) ist sicher ain guote diern
und spint dar zu gar guoten zwiern.
des will ich sie genieszen lan
und will sie länger zu ainer diern han 506, 28.

da pracht des küniges tochter die groszen trew ir diern darzu, und wolt auch mit ir sterben Müglein 42b. gab si die diern eim freien man, wie das (obgleich) si eigen was 88b. da west sein hausfrau wol das er gemeinschaft het mit ir diern 88b. da nam si ein ringes gewand und zwei diern und zwei diener 89a. dirne diren ancilla famula serva Vocab. incip. teut. d 4. magd, dirn serva Frischlin Nomencl. 345.

Ismahel der diern sun
Schwarzenberg 156, 1b.

der het ain diern und ain knecht.
H. Rosenblüt in
Haupts Zeitschr. 9, 174.

die kriegsleute aber in Syrien waren eraus (heraus) gefallen und hatten eine kleine dirne weggeführet aus dem lande

[Bd. 2, Sp. 1188]


Israel, die war am dienst des weibs Naeman 2 Könige 5, 2. sie (die frau) stehet des nachts auf und gibt futter irem hause und essen iren dirnen Sprüche Sal. 31, 14.

sie rief der diern, die war im garten,
die pflag sonst stäts auf sie zu warten.
B. Waldis Äsop 233b.

eh denn die diern nun umbhin kam ders.

dirn, noch drei tutzend regelpiren hol Fischart Garg. 96b. dirn nachjungfrau, pedissequa Henisch 715. diern dienstmagd Schönsleder L c. Henisch 715. dieren und dirne serva Stieler 315. den anwesenden mägden und kleinen dirnen zum favor Schuppius 230.

willst du weinen, willst du zürnen,
wenn ihn eine deiner dirnen
mit der herrschaft über dich gewinnt?
Gökingk Lieder zweier liebenden 128.

als die dienstmädchen heran kommen, sagt der schüler

blitz, wie die wackern dirnen schreiten!
herr bruder, komm, wir müssen sie begleiten.
Göthe 12, 49.

den Roszberg übernehm ich zu ersteigen,
denn eine dirn des schlosses ist mir hold,
und leicht bethör ich sie zum nächtlichen
besuch die schwanke leiter mir zu reichen
Schiller 531a.

s. hausdirne.
3. mulier impudica; amica, amicula. stuprata, concubina, pellex, meretrix; prostibulum, lupa. man sagt eine leichtfertige, liederliche, unzüchtige, feile dirne.

ein kneht der lac verborgen
bî einer dirne er slief,
unz ûf den liehten morgen
der hirte lûte rief 'wol ûf, lâz ûz die hert:
des erschrac diu dirne und ir geselle wert.
Steinmar MS. 2, 107b.

der kuninc des wirtes tochter sach
wol gestalt, die er beslief.
diu dern wart kindes swanger Pass. 81, 90 Hahn.

nachpaur, ich hab ein diern die ist stark und feist
und tuot alles gern das mans heiszt Fastnachtsp. 347, 30.

scraptiae unflätige dirnen Dasyp. 218c. gemein dirn meretrix prostibulum scortulum 315c. dirn, mätze meretrix Maaler 91b. ein freie dirne, bubin, hur meretrix meretricula Henisch 715. diern, unzüchtiges weib Schönsleder L c. es schleft son und vater bei éiner dirnen Amos 2, 7.

gibt es hier im hause solche dirnen,
die dem fremden gleich zu willen sind?
Göthe 1, 284.

du, mit deinen braunen locken,
geh mir weg, verschmitzte dirne 5, 211.

der, nach dem schauspiel, hofft ein kartenspiel,
der eine wilde nacht an einer dirne busen 12, 12.

es konnte niemand von mir übels sagen.
ach, dacht ich, hat er in deinem betragen
was freches unanständiges gesehn?
es schien ihn gleich nur anzuwandeln
mit dieser dirne grade hin zu handeln 12, 165.

indesz sie die gerichtspersonen für eine freche dirne erkannten 18, 74. der henker hole alle liederlichen dirnen! rief der alte mit verdrusz 18, 179. willst du mir folgen, so sage der dirne ins gesicht, dasz sie ein leichtfertiges stück ist, dasz sie sich an einen bettler gehenkt hat Sturz 2, 194. wahr spricht er? mich hätte eine dirne genarrt? Schiller 151b. und bezahle die scortationstrafe für seine dirne 185a.

dirnen die liesz er gar nicht passiren,
muszten sie gleich zur kirche führen 322b.

es wurde der gerichtsgebrauch der residenz erzählt, dasz ein unzüchtiges mädchen jeden, wen eine solche dirne dazu wähle, in den vater ihres wurms verkehren könne J. Paul.

doch müsse alsogleich sich eine dirne finden,
entschlossen mit dem kerl (dem zum tod verurtheilten) sich ehlich zu verbinden
Kotzebue Dramat. spiele 1, 176.

heda he, was soll das sein?
unverschämte dirne? 2, 261.


 
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dirniz, f. s. dürniz.
 
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dirnlein diernel diendel, n. mhd. dirnelîn Ben. 1, 368b. wie dirnchen dimin. von dirne mit denselben bedeutungen. infantula ein dirnlein Vocab. v. 1419. dirnel juvencula, ancillula serva Vocab. incip. teut. 4d. dirnli meretricula Maaler 91b. dirlin, meidlin, töchterlin puella aut puera et meretricula Henisch 715.
1. in dem ländlichen hauswesen die jüngste und letzte dienstmagd, dem buben gegenüber; s. Schmeller 1, 397. ein dirnlin von acht jahren. ir sult von einander legen die knehtelin und die dirnlin Berthold Predigten 218.

[Bd. 2, Sp. 1189]



2. ein junges mädchen.

sag an, liebes diernel, so
und sag mir freilich dein gemüt.
Wittenweiler Ring 13d, 30.

ein schönes züchtiges und eingezogenes diernl Schmelzl 2, 232. da verklagt mich das schlaue dirnlein beim vater Chr. Weise Floretto 13.

da kommt ein dirnlein schlank und stolz
mit einem graskorb aus dem holz.
Friedr. Kind Gedichte.

und als die dam das dirnlein fand
süsz blühend, engelrein ders.


 
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dirnisch, adj. dirnisch, hürisch meretricius Dasyp. 314c.
 
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dirr, adj. wie dürr aridus siccus, ein dirrer boden terra sitiens, ein dirrer mensch homo macilentus, dirre käse caseus exsuccus, dirre feigen ficus passae Steinbach 1, 285.
 
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dirde, f. wie dürre ariditas, siccitas Steinbach 1, 285.
 
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dirren, wie dörren siccare exsiccare.

du fûchtes (feuchtest) unde dirres Litanei 149.

ich dirre, part. gedirrt Steinbach 1, 285.
 
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disak disecken dusek duseke,m. und f. ensis. thiesak Mathes. dussacken Mangold Markschiffs nachen (1597) B iij. tuszhack Sastrows Leben. stoszdegen, weidner, ein hesz, rapir, tiessacken Henisch 670. duseck parvus gladius, parva spatha 779. duseck degen Frischlin Nomencl. 435. dusek m. brevis gladius, ein stumpfer kurzer dege Schottel 1307. dusecke m. semispatha Comenius Orbis pict. 1, 273. dusecke f. Rädlein Sprachschatz 1, 209b. dusak, desek, antique tiszek cestus, rudis, ensis ligneus et obtusus Stieler 1989. duseck m. ein hölzernes gewehr zum fechten, semispatha, gladius ligneus Steinbach 1, 312. disseck dussäck Schmid Schwäb. wb. 129. das böhmische tesák, ein kurzes breites, wie ein säbel gekrümmtes schwert, weidmesser, hirschfänger Jungmann Slownjk 4, 577a. nach Frisch 1, 212b ein breites, gewöhnlich hölzernes schwert ohne heft, statt dessen ein griff oder öffnung in die klinge gemacht war, wie ein nadelöhr, so grosz dasz man mit der hand hindurchgreifen konnte. mit dieser beschreibung stimmt die abbildung bei Comenius. die klopffechter (gladiatores vagabundi) bedienten sich solcher.

die meid spricht
'ach junkherr, was ist das gedümpel?
was macht ir allhie ein gerümpel?'
Conrad der pachant spricht
'ach köchin, seit nit drob verdrossen,
mir ist mein disacken auszgeschossen,
der also rumpelt nab die stiegen.
trett nur nit drein und laszt in ligen'
H. Sachs 4. 3, 4a.

nun ist mit glück der junkherr drausz,
ich wil gehn hinab in das haus,
mit einem liecht suchen den disecken,
ihn heimlich hinders holz verstecken das.

er sprach 'geht fort, laszt in nur ligen,
mir ist mein disacken auszgeschossen'.
bald er hinkam gar unverdrossen,
sucht im haus unden mit eim liecht,
auf dasz ich mich verwundet nicht
an dem scharpfen disacken blosz das.

womit hieb er (Petrus) im (dem Malchus) das ohr ab? war es ein thusacken? nein es war kein thusacken Kirchhof Wendunm. 442b. unser steckenreuter und blindstreichiger tuseckenfechter Fischart Garg. 118a. lederen tusacken zum platzmachen 188a. nach Schmeller 1, 402 befand sich in Aventins hinterlassenschaft nach dem verzeichnis von 1534 ein tissecken. er war in den fechtschulen gebräuchlich Ulm. verord. vom jahr 1613. im dusäcken fechten rudibus depugnare Schönsleder L 5. des Samsonis seine dusäcken ist ein eselskinnbacken gewest Abraham a Sancta Clara.

 

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