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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dillwasser bis dimpfen (Bd. 2, Sp. 1150 bis 1152)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dillwasser, n. über dill abgezogenes wasser.
 
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dilmann tilmann dielmann,m. ein alberner thörichter mensch, ein gauch.

si sprach 'was gats den tilman an?' Hätzlerin 281, 202.

von her Dielmans wegen, von der gens wegen Keisersb.

was man ursach ir red solt fregen,
so wär es von her Dielmans wegen.
Brants Narrensch. überarbeitung bei
Zarncke s. 22a.

im druck von 1515,

schön singen ist von Tielmanns wegen,
gern hören, daran ist alles gelegen
Zarncke s. 337b.

du stast wie ein klotz, ölgötz, Tilman, lüchter. Seb. Frank Sprichw. du redest von herr Dilman 2, 51a. ist das wort wie diltap zu verstehen, oder ist eine klotzige gestalt die eine dille lampenröhre trägt und als leuchter dient, gemeint?

[Bd. 2, Sp. 1151]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dilmesser, n. dessen stiel aus einer röhre besteht, die man auf einen spiesz steckt? das dilmesser aufschiften Becher 82. s. aufschiften 1, 722.
 
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dilpe, m. für tölpel, schwäb. dalpe dalper Schmid 113. ja haltens für ein dilpen der angeboten gnad und gtthat auszschlegt Frank Weltb. 78a.
 
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diltap dildap dilltaptiltap dilledapp,m. ein alberner, läppischer, ungeschickter mensch, ineptus, insulsus, tölpel. eine erklärung des worts, das sich im 15ten jahrh. zuerst zeigt, ist noch nicht versucht, folgende wird als vermutung aufgestellt: das erste wort der zusammensetzung scheint diele in der bedeutung von flur, tap aber abzuleiten von tappen dappen plump und ungeschickt umher laufen. ein diltap ist demnach ein roher und ungeschlachter mensch der auf der flur springt und tobt, andere dadurch belästigt, wie man auch ein tapp, tapps sagt; vergl. tappinsmus. dilmann. Diltap ist in den Fastnachtspielen 1, 790 und Gödeke Mittelalter 981b der eigenname eines lärmenden bauern, der händel sucht; H. Sachs läszt einen Eberlein Dilltapp auftreten 2. 4, 29b. tiltap iners, ignavus et stultus Vocab. incip. teut. Xa. dildapp stultus tölpel einfaltspinsel Keisersb. tilltap stupidus, stipes, truncus Guden Cod. dipl. 2, 518. tiltappen pl. Fischart Garg. 197b.

wie dunkt euch nu, ir tiltappen beid,
wie gevellet euch von mein herren der bescheid. Fastnachtsp. 87, 25.

ach ir verheiten jungen tiltappen 88, 21.

herr der wirt, ich heisz der tiltapp,
ich bin gar ein einveltiger lapp 857, 10.

Tiletapp bauernname 372, 9.

jo, sprach sie, lieber diltap min,
din trüw z mir ist gar do hin.
Murner Geuchm. F iiij.

sollich lappen und dildappen seind wir unter dem christenlichen namen das wir solchen spottvögeln und schalksnarren das unser anhenken Frank Laster der trunkenheit Ga.

ach herr gott, wie hab ich ein weib!
die ist an seel, vernunft und leib
ein dildap, stockfisch, ein halber narr.
H. Sachs 3. 3, 19c.

ein dildap brütt ander dildappen 5, 410c.

was woltest du denn des diltappen ders.

da secht ihr halt eim narren gleich
wie ein seltzamer lap:
ir secht wie ein diltap
Jac. Ayrer Singsp. 159a.

ich mein der dilltap dumlet sich.
Fuchs Mückenkr. 2, 163.

aff, breimaul, klotz, diltapp u. s. w. namen welche die amasiae ihren amatoribus beilegen De fide meretr. 99.

heut weiser apt, morgen diltap:
der heut ein hirt, ist morn ein apt.
Eyering Sprichw. 1, 165.

die scheelen hinkenden und knappen,
die einfeltigen und diltappen 2, 119.

solch diltappen, maulaffen grob 2, 373.

sie (die frau) sol den man für keinen lapen
Jäckel halten oder tiltapen. Meistergesang v. j. 1608. Berlin. handschr.

tiltap Schönsleder Gg 2. dieledappe plumper mensch Fichard Archiv 3, 284. dilltap homo stupidus, obtusae mentis Frisch 1, 198a. in Schwaben dilledapp Schmid 126. dilltapp Schmeller 1, 365. didldp Castelli Östr. wörterb. 110. eine dildappe fange bedeutet zu Mülhausen im Elsasz soviel als einen verächtlich und barsch abweisen, envoyer promener, envoyer paître. auch auf einen vogel ist der name angewendet, zilzipfle, ein kleiner vogel welcher immer schreiet zilzel: etliche nennen ihn daher tilltapp Gesner De avibus 796. entstellungen, dideltapp Schmeller 1, 450. s. dilledelle. in Östreich dillenk Höfer 1, 155. in Schwaben dirledapp Schmid 126. in der Wetterau dolldapch. niederd. dudeldop, dudendop, dudenkop Brem. wb. 1, 264. der vogel triel oder griel, den einige charadrium nennen, ist ein tummer vogel, daher man in der Schweiz die tummen leute triellappen heiszt Gesner 257.
 
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diltäppisch, adj.

billich heiszt man in den Diltappen,
sein wort und werk ist als dilteppisch.
H. Sachs 2. 4, 30b.


 
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diltopfdiltop,m. ein kleiner kreisel, den kinder auf der diele, auf einem brett oder tisch herumdrehen und tanzen

[Bd. 2, Sp. 1152]


lassen. topf bedeutet im ahd. und mhd. kreisel, topp an der Eifel Schmitz 223; vergl. DWB dorl.
 
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dimelndimmeln, ziehen, recken. discensio ist ziehung der glider mit einem seil, als da man einen dimelt Hier. Braunschweig Chirurgia 80. in der folgenden stelle heiszt es wol soviel als zerren, zergen, störung verursachen, wer unter währendem geschenk dimmelt oder täuscht, soll in der gesellen strafe sein Geschenk der schwarz - und schönfärbergesellen zu Reichenbach von 1783. vielleicht mit dameln schaukeln, hin und her bewegen, auch wol mit tummeln equos domare verwandt.
 
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dimmer, adj. s. das folgende.
 
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dimper, adj. ahd. timbar Graff 5, 428, mhd. timber. andere formen sind ahd. dinstar Vocab. S. Galli in Wackernagels Leseb. 29, 13. mhd. dinster Ben. 1, 361, dimster Gramm. 2, 135. 184 und timmer bei Heinzelein v. Konstanz, Johann v. Würzburg u. a. timmer Maaler 402b. dimmer Stalder 1, 283. diemer Schmid 127. dumper tumper Schmeller 1, 372. thimm altsächs., dim angelsächs. und engl.; mit ausgefallenem m düster. über die abstammung ist dämmer nachzusehen und zu vergleichen das ahd. mhd. subst. dinstrî, dinstre, dinsternis, düsternis.
Die bedeutung von dunkel geht über in dämmerig, dunstig, dumpf.
1. finster, tenebrosus, caliginosus. dia timberûn finistrî obscuras tenebras Boet. de consol. philos.

swê dinster die nacht was Rother 1603 Maszm.

dinster vinster tenebrosus obscurus Voc. theut. 1482 c 8a.
2. trüb, düster, dämmerig. timberiu wolchen Notker 17, 13.

glanz und niht ze timber
diu venster alliu wâren
Konrad v. Würzb. Troj. krieg 17497.

dô wart von stoubes melme
diu klâre sunne timber das. Straszb. handschr. bl. 162a.

man siht ouch dicke daz schœne âbentrôt
kumt nâch manegem morgen der trüebe ist und timmer. MS. 2, 180a.

durch dinster vinster nebeldicke
blicken siht man den grâwen tac
Frauenlob s. 260 Ettm.

hie mite schiet daz bilde hin,
und wart diu zelle timmer.
Heinzelein v. Konstanz 123, 37.

nach dem fürt er mich fusz für fusz
in ein grosz dicke finsternusz,
da sach ich viel helltegel innen,
gar duszmig und ganz dimper brinnen
H. Sachs 1, 358a.

die diamand seind tumpere glasscherben gegen ihren augen Abrah. a S. Clara. so auch bei ihm verdumpern verdunkeln, verdüstern (ahd. pitimbirên), seine von hohen alter bereits vertumperte augen. wenn ein tumperer nebl in ein schon glänzende wolken verkehrt wird ders. die nachtlampe des canzlers, dumper wie seine stirn Nagels Bürgeraufruf von Landshut s. 120.
3. in der Schweiz auch nach Stalder 1, 283 schwül, drückend warm wie bei gewitterluft.
4. dumpf, leis erklingend, heiser.

ir was diu stimme timmer
von dem geschreie worden.
Johann v. Würzburg Wilh. v. Östreich bl. 41a (Liegnitz. handschr.).

ich wünsch daz im iht helle
an dem gejeid sîn walthorn,
daz ez den hal habe verlorn
und ez werde timmer Lieders. 2, 427, 307.


 
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dimpfen, dampfen, dünsten, mhd. dimpfen Ben. 1, 331b. timpfen oder pradmen Voc. theut. 1482.

 

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