Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dietchen bis dift (Bd. 2, Sp. 1145 bis 1149)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dietchen, dittchen,n.düte,f. der grüne regenpfeifer, charadrius pluvialis Nemnich 1, 1003.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
diete, f. involucrum Frisch 1, 197c. Steinbach schreibt ditte, etwas in ein ditte thun chartis aliquid amicire 1, 276. s. DWB düte.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
dieter, m. der böse Dieter oder Dieterich heiszt in der Schweiz der wilde jäger Rochholz Schweizersagen 1, 179. 220.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
dieterich, m. wie diebshaken, diebsschlüssel, nachschlüssel, hakenschlüssel. niederd. dierker (Brem. wb. 1, 215), schwed. dyrk, dän. dirik, dirk, litt. witrikis, sloven. veternik, vietrich, dietrich. das mlat. derectarius qui fores effringit furandi animo bei Ducange, directarius in den Digesten leitet man von dirigere in der bedeutung von effringere (bei Festus) ab. davon kommt nicht dierker dirik dirk, vielmehr haben wir einen eigennamen in diminutionsform vor uns. Dierk für Dieterich ist im niederd. gebräuchlich, fries. Diurko, hochd. Diez. man meint der erfinder habe so geheiszen, aber ein nachschlüssel ist keine auffallende erfindung, und die Römer kannten schon die clavis adulterina. Dieterich mag unter dem volk ein vertraulicher, schmeichlender name gewesen sein, eine stelle aus dem 15ten jahrhundert (Fundgruben 1, 363) belehrt uns dasz man den star (sturnus) Dieterich nannte, wie man einen an die stube gewöhnten vogel, einen raben, oder auch ein anderes hausthier Hans zu rufen pflegt. die diebe hatten ursache den nachschlüssel, der alle thüren öffnete, den passe partout, wie er im französischen heiszt, als ihren besten knecht, den sie mit dem rechten namen nicht gern nennen wollten, so zu bezeichnen. oder sollte eine beziehung auf den wilden jäger darin liegen? er heiszt auch Dieterich (s. Dieter) und vor ihm müssen, wenn er kommt, die thore geöffnet werden; s. Rochholz Schweizersagen 1, 219. leichter zu erklären ist eine andere, gleichfalls aus einem eigennamen entstandene benennung: im niederdeutschen nemlich heiszt er peterken, womit Petrus gemeint ist, der mit seinem schlüssel das himmelsthor öffnet: man fund bi öm 4 isern instrumente, geheten peterken, dar se de küsten mit hadden uppe maket Brem. wb. 3, 310. dieterich in dieser bedeutung zeigt sich erst im 15ten jahrhundert, im ahd. heiszt er aftersluzel Graff 6, 815, im mhd. miteslüzzel.

(swer) einen ungetriuwen miteslüzzel hât.
Spervogel MS. 2, 227a.

ich sag von den, der mancher rucht,
was ein ider besitzen det,
dasz er nür schlussel dar zu het,
sie hieszen dittrich oder diez. Fastnachtsp. 1289.

wir hatten eine laterne und einen dieterich mit uns Luther 3, 348. aber der bapst macht aus solchen schlüsseln zween dietrich zu aller könige kronen, kasten, zu aller welt beutel, leib, ehre und gut 7, 475b. die kirchschlüssel hat der bapst zu dietrichen gemacht Luthers Tischreden 177a. unrechte schlüssel, nach dem rechten gemacht, dietherich Alberus Diction. nov. Bb ij. dieterich ein instrument damit die schlosz ohne schlüssel aufthon werdend Maaler 92d. habt ihr auch je ein fläschen aufgeschraubet oder mit einem diterich erbrochen? Fischart Garg. 21b. alles was je die astrophili gedacht, mit dieterichen erbrochen ders. Groszm. 14. das künstlich gesind dasz man nach der mesz an galgen bind, dietrichschlosser, grundfahrer 88. die nachbarin nimmt die gewöhnliche aufsperr- oder dietrichschlüssel, sperrt den kasten auf M. Abele Gerichtshändel

[Bd. 2, Sp. 1146]


(Nürnb. 1668) 1, 552. mit disem dietrichen müssen sich alle schlösser aufthun lassen, id est, mit den primis qualitatibus, ut eludunt Galenicos Paracelsistae Henisch 708. diebs- sive dietrichschlüssel Stieler 1844. dieterich ein schlüssel der alle schlösser schlieszt, nachschlüssel, clavis laconica. einige solcher schlüssel sind nur ein haken oder vornen krum gebogenes eisen, die heiszt man hakenschlüssel. wann ein herr einen dieterich hat, der alle thüren öffnen kan, nennt man es einen hauptschlüssel Frisch 1, 197c. ditrich Steinbach 1, 276.

doch was erhebt dort aus dem feuer
des orkus sich für ein kolosz?
entsetzlicher als selbst die ungeheuer
aus jenem fabelhaften trosz!
die dietriche des himmels glühen
in seinen händen, funken sprühen
von seinem purpurnen talar!
Thümmel 3, 366.

Alcest hat geld und diese dietrich schlieszen.
Göthe 7, 61.

habt dank, ihr dietriche, ihr seid der trost der welt,
durch euch erlang ich ihn, den groszen dietrich, geld. 7, 63.

der mann mit dem kammerherrlichen dietrich J. Paul Hesp. 4, 90.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
dieterichen, ein schlosz mit einem dieterich aufschlieszen, niederd. dierken, dän. dirke.

ihn hört Jürgen, dietricht
alsbald des hauses pforte
Voss 6, 150.

so auch aufdieterichen, niederd. updierken. meine leute wollten die thüre mit der axt einschlagen, ich aber verbot es und schickte gleich einen nach unserm schiff, um einen schlösser zu holen, der das schlosz aufdieterichen könnte. der kleinschmied kam endlich gegen den abend mit seinen hakenschlüsseln an und eröffnete die thüre Pierot 4, 144.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
dieterlein, n. schmeichelwort; s. DWB dieterich.

es sei gleich gut bier oder wein,
so musz es doch getrunken sein.
es ist ja voll,
es schmackt auch wol:
frisz auf, mein liebes Dieterlein,
es musz doch getrunken sein.
Fischart Garg. 88a.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
diethaufen, m.diethäuflein,n. ein Nürnberger masz für getreide und mehl, welches den vierten theil einer metze oder den 32sten eines malters ausmacht und sich wieder in zwei diethäuflein abtheilt nach Schmeller 1, 404. 405; vergl. Frisch 1, 197c. man nimmt gemeiniglich zu einem ditthäufel oder den achten theil eines metzen meels ein halb pfund frisch schmalz Hohberg 3. 3, 27. ein diethäuflein meel 27b. 33b. 92a. 94a. 96a.b. Schmeller meint dasz es eher zu tâtt (loculus) als zu diet gehöre.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
dieweil, adv. quoniam, dum, quum, interim, interea. ahd. dia wîla Graff 4, 125. mhd. die wîle. Luther und andere dieser zeit schieben den artikel nicht an, doch findet sich schon im 15ten jahrh. diwîl, dwîl Wackernagel Leseb. 1, 985, 37. 988, 3. s. alldieweil. H. Sachs läzt noch und folgen, wodurch es relativisch wird.
1. quia, quoniam. heute sagt man lieber weil, doch gebraucht es noch Göthe und Voss.

die weil er hat di Deutschen wert,
so chlingt seins (des königs Ludwig von Ungarn) hohen lobs swert
durich alle lant den meisten teil
Suchenwirt 29, 225.

dann si genœtig sachen hetten
z sagen und nach irem rat
handeln, dieweil der künig wär todt Theuerd. 4, 82.

die weil nun ewr wolfart und eer
leit an eim regirenden hern,
do ist an euch mein gnädig begern
ir wellet denselbigen man
verhœren 5, 20.

warumb er in nit gewarnet het,
die weil die püchs geladen was? 33.

die wile ich aber sagen sol
was stand eim rechten spieler wol,
wil ich Virgilium har bringen
Brant Narrensch. 77, 67.

und dieweil aber sölche ermessung (der grösze des diebstals) in rechtsverstendiger lewt vernunft stet, so wöllen wir das in sölchem fall unser richter und urtheiler rats pflegen Bamberg. halsgerichtsordnung (1507) art. 186 und öfter. sihe, die weil dein knecht gnade funden hat fur deinen augen, so woltestu deine barmherzigkeit grosz machen 1 Mos. 19, 19. die frembdlingen solt ir nicht unterdrücken, denn ir wisset

[Bd. 2, Sp. 1147]


umb der frembdlingen herz, die weil ir auch seid frembdlinge in Egyptenland 2 Mos. 23, 9. ir otterngezichte, wie kund ir gutes reden, die weil ir böse seid? Matth. 12, 34.

dasz gottes preis ruhm lob und ehr
unter seim regiment sich mehr,
dieweil gott hat in seiner hend
des keisers herz und regiment
H. Sachs 4. 2, 52b.

ei seit ir denn all mit einander
ehbrecher und hurer allesander
dieweil ir euch all niederhaucht 4. 3, 40a.

derhalb, bruder, hab dir die wahl,
dieweil und du der älter bist 5. 2, 248b.

dieweil bei jungen und auch alten
Esopus in solchem wert gehalten
ist worden
Alberus 1.

noch dann bedaucht die Römer nit das sie ware freiheit erlangt hetten, dieweil der nam und das geschlecht Tarquinii noch in der stadt blieb Livius von Schöfferlin 24a. wir lassen nicht nach bisz du es uns sagest, dann es wird uns ein groszer trost sein, dieweil wir ein gleichnus unsers unfalls hören Buch der liebe 181, 1. dieweil gar vil menschen sind, die sich also gar hart ab dem tod entsetzen G. Wickram Bilger vorr. A 2. dieweil neben meinem vätterlichen erbgut vil meiner hinderlassenen schriften und gedichten verloren Weckherlin vorr. zu den weltl. ged. dieweil er ein arzet war und wust was Hippocras im sechsten buch epidemie lehret Fischart Garg. 12.

lasz uns genieszen deiner gunst,
dieweil du doch entspringst bei uns ders. Schiff 268.

man sprach auch zu den schiffartgesellen
das sie sich frölich wolten stellen,
diweil man um ergetzlichkeit
wär zsamen kommen also weit 841.

und das gwis Zürch müsz sein glückselig
und Strasburg gwis nicht unglückselig,
diweil die stras auf Strasburg ie
ganz glückhaft sei, wie man spürt hie 1085.

dieweil aber die alte welt mehr des schwerdtes als der feder sich gebrauchet hat Micrälius 1, 1.

jedoch und dieweil ir thut jehn
dasz es euch sei unwissent geschehn.
Ayrer Fastnachtsp. 16b.

du schlugst im aber (den kampf) allezeit
verächtlich ab ausz unterscheid
ewrer person, dieweil du bist
ein könig, und er geringer ist
Fuchs Mückenkr. 2, 65.

vom trauren, das selbst ihr
dieweil ihr noch nicht kommt, verursacht habt in mir.
P. Fleming 64.

lasz mich, dieweil ich musz.
schau was mich von dir reiszt 614.

nur dieses glaubt er rein, dieweil der arme tropf
das gerne glaubt, das ihm sonst war nach seinem kopf.
Dieter. v. d. Werder Ariost 1. 56, 7.

wie vielmehr solte es unsere christliche obrigkeit thun und keinen müsziggang in der gemeinde leiden, dieweil sie wissen dasz müsziggang von gott verboten sei Schuppius 342. dieweil ich also vermerkt Henisch 680.

dieweil kein einziger sich dessen rühmen kann.
Canitz 16.

ich musz es nur gestehn und schreib es unverholen,
dieweil die feder mir durch liebe wird bewegt quia amor calamum meum dirigit
Hofmannswaldau.

Frisch 2, 434 und Steinbach 2, 963 führen es an.

ein könig weint.
gib ihm die herschaft über dich, o welt,
dieweil er weinen kann
Gleim.

dieweil dir ein gott die kraft und die grösze verliehen.
Voss Ilias 7, 288.

dieweil nun affe, mensch und kind
zur nachahmung geboren sind,
erfanden wir, die zeit zu kürzen,
ein auserlesnes pfaffenspiel
Göthe.

der abgebildete
vergleicht sich billig
heilgem dreikönige,
dieweil er willig
dem stern der ostenher
wahrhaft erschienen,
auf allen wegen war
bereit zu dienen 2, 162.

und ihr, die ihr vielleicht in euern schutz sie nehmt,
dieweil sie lieblich aussieht und bethulich ist 11, 241.


2. so lange, so lange als, die zeit hindurch. auch in dieser bedeutung ward im 17ten jahrh. weil allein gebraucht.

[Bd. 2, Sp. 1148]


und sprâchen alle samen
sie ne wolden von der stunt
di wîle si wâren gesunt
ime niemer mê geswîchen
Lambrechts Alexander 4033.

und fromete sînem kinde
die wîle daz ez mochte leben
Veldekes Äneide 346, 9.

die wîle ich weiz drî hove sô lobelîcher manne,
sô ist mîn wîn gelesen und sûset wol mîn pfanne.
Walther 34, 34.

diu wunde niemer heil enwirt
die wîle daz îsen drinne swirt:
die wîle ein man treit sünden last
so ist er rehter fröide ein gast
Freidank 37, 4—7.

die wîl die biutele klingent,
die friunt dar gerne dringent 96, 1.

der ohse kumberlîche lebt
die wîle er wider dem garte strebt 139, 15.

diu mûs hât bœse hôchgezît
die wîle si in der vallen lît 141, 10.

die wîle ich iemer mac geleben,
so wil ich wider dem tôde streben 176, 7.

die (rothen streifen um den hals) behielden sie diwîl sie lebten Wackernagel Leseb. 1. 985, 37.

von dir ist mir vil geseit
die weil ich pei der welt war.
Suchenwirt 22, 53.

aber er asz nit me dan einmal, dieweil er lebt Keisersb. Sünden des munds 5b. da blib im der hals krump, dieweil er lebt uf erden 46a.

euch beden herrn, diweil ich leb,
dien ich das ich doch kein begeb.
Schwarzenberg 128, 2.

dwil Rom die wisheit hielt bevor,
do gieng ir regiment enbor
Gengenbach 4, 26.

dieweil Nürnberg gestanden Götz v. Berlichingen 57. und die weil Mose seine hende empor hielt, siegte Israel 2 Mos. 17, 11. ich harre teglich, die weil ich streite, bis das meine verenderung kome Hiob 14, 14.

so lang bistu ein lieber man,
dieweil man dein genieszen kan.
E. Alberus Fabeln 1, 48b.

die (schäfer) dorften nicht wol sicher schlafen,
dieweil sie lagen bei den schafen 1, 37b.

drei lehren die solten sie behalten, dieweil sie lebten Pauli c. 18. die weil die menschen gewesen seind Dasyp. 315b.

herr vatter, zeig an die lere dein,
so wil ich dir gehorsam sein,
dieweil und ich das leben han
H. Sachs 3. 2, 164a.

ewr tochter halten in fürstling ehrn,
dieweil wir haben unser leben 4. 2, 39a.

ich hoffe dasz ihr mit der hülfe gottes vor den heiden, dieweil ihr lebt, wol genesen möchtet Buch der liebe 268, 2.

dergleichen (schlacht) keine wurd vorbracht,
auch keine künftig wird geschehen,
dieweil der Rein ins meer wird gehen.
Fuchs Mückenkr. 3, 8.

der mensch besorgt sich keines falles
dieweil er frei, reich, gut und grosz,
sein selbes herr, ob er wol landlosz,
und habend nichts, hat er doch alles
Weckherlin 386.

o that die nie die welt, dieweil sie steht, gesehen!
o that, dieweil die welt wird stehn, wird nie geschehen!
Logau 1. 4, 47.

dieweil er zart ist, dum est tener Steinbach 2, 963.
3. unterdessen, während dem, in der zeit. dieweil interim, interea, interdum Serranus Synon. 51d. wenn man den rechten grund einer guten sachen verbirget und grübelt, die weil ein loch drein zu machen Luther 3, 38b. das er (gott) dasselbe volk so lange lässet gehen, und die weil Esau empor hebet 4, 51a. wir wollen die weil zusehen 4, 161. erstummen müssen sie und dennoch daneben hören das sie nicht alleine inen selbs zu dienst und gefallen solches alles erwelet, sondern auch die weil gottes gebot nachgelassen haben 4, 277b. dieweil sie so redet, schaweten sie sie an Judith 10, 15. sprich nicht 'was hilft michs und was hab ich die weil' Sirach 11, 24.

wir wölln die weil erbarlich leben.
Waldis Esopus 202a.

dieweil woll wir mit froling dingen
im tempel than unser gebet
H. Sachs 4. 2, 50a.

fraw königin, es ist mein bitt,
wol dieweil sein eins frölichen muts 5. 2, 233b,

[Bd. 2, Sp. 1149]


derselbige starbe dieweil disz buch noch nicht vollbracht war Buch der liebe 181, 1.

bin der gefährlichste von allen!
dieweil man mich für nichtig hält
Göthe 13, 279.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
dieweilen für dieweil kommt selten vor. es verfluchen ihn grosze herren, hohe beambte und staatsleute, dieweilen sie ihre gewissen von ihm gerühret und rege gemachet befinden Schuppius 521. s. alldieweilen. weilen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
diffigdiftig,adj. geschickt, klug, tüchtig, listig, eigentlich was auf das sorgfältigste, wie ein miniaturbild auspunctiert ist. diffig callidus, solers, astutus Maaler 91b. diffig auf den gwin das. Henisch 708. tiffig Maaler 412d. tifig schnell, behende, gewandt Tobler 138, der auch das subst. die tifige gewandtheit anführt. in Schwaben diefig diffig düfig hurtig, fleiszig Schmid 126. 146. diftig, deftig (oben sp. 894) Stieler 313. s. das folgende
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
dift, m. oder n. ein seltenes wort, das nur mit folgender stelle zu belegen ist, der die kunst wie ein difft des gemeinen nutz hielt uneigentlich für das höchste, feinste, klügste. S. Frank von der heillosigkeit 74. mit angehängtem t das ahd. toph tupf punctum Graff 5, 382. tupfel der punct in dem kreisz Vocab. incip. teut. y 4. dipfel stich, punctum Henisch 714, der im register auch tipflin anführt. dipfl apex Schönsleder L 2. tippel, tüpfel m. Stieler 1486. 2258. tupfwerk pictura minutis punctilis expressa das. tüpfung tüppung das. deft adj. s. oben. das starke verbum, aus welchem sich auch wol der wechsel des vocals erklären würde, ist verloren, aber hierher gehört das ahd. tupfjan Graff 5, 391, unser tüpfen tuppen, in den mundarten dippen mit den fingern anrühren, dippen die äuszerste spitze eines schnabels, flügels, fingers flüchtig eintauchen, von dem stärkern düppen tauchen, tunken unterschieden Quickborn 285. dupfen libare digitis Schönsleder L 5. tuppen tüpfen summo digito attingere Stieler 2258. ferner das iterativum tüpfeln punctis spargere.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 1 bis 1 von 1
1) dieser
 ... dieser , diese , dies und dieses
 ... dieser , diese , dies und dieses