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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
diebsbein bis diebsgalgen (Bd. 2, Sp. 1094)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) diebsbein, n. Stieler erklärt pes nequam, schelmenbein 124. es ist aber der ganze mensch gemeint, wie auch gebein gebraucht wird, oder wie man einen bösartigen knaben teufelsknochen schilt.
 
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diebsbeutel, m. s. diebsack.
 
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diebsbösewicht, m.

und hettn derweil zum halsgericht
zu urtheilen den diebsböswicht
H. Sachs 4. 3, 25c.


 
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diebsbrut, f. bildlich für diebsgesindel.
 
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diebsbürger, m. wie es scheint derjenige bürger dem es oblag den dieben nachzusetzen und sie fest zu nehmen. bürgerwerk operae civiles ad tutelam urbis praestandae Haltaus 199. da liefe ich hinausz als wann mich der diebsburger gejagt hätte Simpliciss. 2, 265.
 
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diebscherge, m. diebscherg carcerarius, ringhuter, diebwarter Voc. incip. teut. d 2.
 
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diebsdaume, m. engl. thiefs thumb. der einem am galgen hängenden dieb abgeschnittene daume, in dem, wie man glaubt, wunderkräfte liegen sollen. diebsdaum Chr. Weise Isaacs opferung 3, 12. wer einen solchen daumen besitzt, hat glück, daher sagt man bildlich er trägt einen diebsdaumen bei sich es glückt ihm alles. man findet in sammlungen von alterthümern in gold und silber gefaszte daumen, welche wahrscheinlich spieler bei sich getragen haben, weil sie meinten damit das glück zu fesseln. wirtsleute im besitz eines diebsdaumens glaubten dadurch gäste herbeizuziehen (Panzer Deutsche mythologie 2, 295), ja sie steckten ihn in wein oder bier, um die käufer dadurch herbei zu locken Stieler 283. Schmeller 1, 350. man gebraucht diebsdaumen auch im allgemeinen für diebsfinger, für den finger der stiehlt. der nachdrucker überträgt durch diebsdaum und einen sogenannten langen finger das eigenthum anderer geschickt auf sich J. Paul Herbstblumine 3, 133. ich unterrichtete ihn es sei eine ehrliche hand, wovon er alle finger wegschneiden könnte, bis auf den nöthigen diebsdaum ders. die gnadenmittel und diebsdaumen der censur ders. Holzschnitte 10, 126. springt man so um mit gänslein, wie ganz gewis das schwarze da unter mir in der rotonde ist? braucht man das herz zum diebsdaumen? ders. Anhang z. Titan 2, 29. a weis emol dein pute (pfote, hand), ach, dau allmächtiger gott, wor mer jo der diebsdaume schont widder on des chwarzkarsche Der Amerikaner, Frankfurter lustspiel vom verf. des Gräff (Frankf. 1835) s. 9. s. diebszehe.
 
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diebsdeckel, m. wird verächtlich der hut eines menschen genannt, den man schmähen will Stieler 285. die diebe trugen besondere kopfbedeckungen; so sagt man auch schalksdeckel, diebskappe und diebsmütze. deckel allein ward schon, wenn man geringschätzig redete, für hut gebraucht. s. DWB deckel 3.
 
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diebsfänger, s. diebfänger.
 
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diebsfinger, m. ungula milvina. er hat diebsfinger er stiehlt; s. DWB diebshand, diebsnägel.

den schatz an dem kein diebesfinger klebet der redlich erworben
ist
Hagedorn 1, 11.

der es keck gewagt die diebsfinger nach der krone auszustrecken Arnim Schaubühne 3, 209.
 
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diebsgalgen, m. furca erecta in supplicium furum delinquentium Stieler 603.