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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
diebraumisch bis diebsbürger (Bd. 2, Sp. 1093 bis 1094)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) diebraumisch, adj. der heimlich, diebisch hinwegräumt. ja das eseltreibig, lonsorgig, augendienschaft gesind ist im kaum gehorsam: ist murrisch, widerbefzig, diebraumisch, unvertreglich Fischart Garg. 69a.
 
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diebsackdiebssack,m. den diebe und bettler mit sich führen, Maaler 90b übersetzt funda, fügt aber noch hinzu brüsäckle: ist damit ein lederner sack gemeint, um suppe oder speise hinein zu thun, wie ihn bettler haben mochten, der zugleich die gestohlenen sachen aufnahm? belg. diefsack, französ. besace, der quersack, latein. bisaccium. diebssack, schiebsack, beiseckel, diebsbeutel, follis, funda, reticulum, sacculus sub veste consutus Henisch 692. diebsack loculi Stieler 1658. diesack Reinwald 19a. wa er zur seiten griff in die diebs oder commiszsäck Fischart Garg. 56a.

da kam die magd und bracht herausz
ein gfülltes hun gebraten heisz,
gelegt auf eine semel weisz.
der knab (der den blinden bettler führt) nam hin denselben braten,
dacht 'wird leicht heut nit basz geraten
und legt dasselbig hun besunder
und stiesz in sein diebsack hinunder
Wolgemut 2, 484.

die andern beutel schneiden ab,
und weil die mutzen diebsseck han
fechten sies für das ir auch an,
nemen heraus was drinnen ist
Eyering 1, 691.


 
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diebsart, f. genus furunculorum Stieler 58.

dann diebsart läszt doch nicht von art.
Eyering 1, 140.


 
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diebsauge, n. oculus furtivus, das heimlich umschaut wo etwas zu stehlen ist Stieler 67. ach dasz ihr ewer lebenlang müszten diebsaugen für oculorum populi essen Fischart Garg. 189b. du schlimmer vogel, willst du mich mit

[Bd. 2, Sp. 1094]


diebsaugen ansehen? Simpliciss. 2, 55. sprichw. diebesaugen sehen durch einen doppelten mantel was einer im beutel hat Henisch 692.
 
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diebsbande, f. die sich zum stehlen vereinigt, furum grex. dän. tyvebande. auf dem jahrmarkt fand sich die ganze diebsbande zusammen.
 
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diebsbank, m. auf welcher die diebe vor gericht sitzen.

die auslegung sich selber stellt,
ob es dem müller gleich nicht gefellt,
wiewol er nicht alleine sitzt,
auf der diebsbank noch mancher schwitzt.
Wolgemut 2, 459.


 
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diebsbein, n. Stieler erklärt pes nequam, schelmenbein 124. es ist aber der ganze mensch gemeint, wie auch gebein gebraucht wird, oder wie man einen bösartigen knaben teufelsknochen schilt.
 
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diebsbeutel, m. s. diebsack.
 
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diebsbösewicht, m.

und hettn derweil zum halsgericht
zu urtheilen den diebsböswicht
H. Sachs 4. 3, 25c.


 
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diebsbrut, f. bildlich für diebsgesindel.
 
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diebsbürger, m. wie es scheint derjenige bürger dem es oblag den dieben nachzusetzen und sie fest zu nehmen. bürgerwerk operae civiles ad tutelam urbis praestandae Haltaus 199. da liefe ich hinausz als wann mich der diebsburger gejagt hätte Simpliciss. 2, 265.