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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dichtermann bis dichtersprache (Bd. 2, Sp. 1068 bis 1069)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dichtermann, m. wie dichter.

[Bd. 2, Sp. 1069]


ein dichtermann musz dahlen
im freien sinn.
ein dichtermann musz trinken.
Overbeck Gedichte 79. 80.


 
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dichtermund, m. für dichter.

von freuden welche noch kein dichtermund besungen.
Wieland 17, 50.

lasz den freien dichtermund
hier deinem lobe dienen
Rückert 9.


 
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dichterpferd, n. das geflügelte musenpferd, Pegasus.

denn ich kan nicht reisig kummen auf dem blanken tichterpferde
Logau 3. 147, 58.


 
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dichterquelle, m. wol mit beziehung auf die castalische.

du bist der freuden echte dichterquelle
Göthe 5, 73.


 
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dichterschar, f. chorus vatum.
 
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dichterschule, f. die anhänger und nachahmer eines vorragenden, auf die richtung der poesie einwirkenden dichters, so wird Opitz als stifter der schlesischen dichterschule betrachtet. man hat gewöhnlich eine ältere und neuere dichterschule zu unterscheiden.
 
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dichterschwan, m.

mich nennt der durstige Hircan
recht dichterisch den dichterschwan
Hagedorn 1, 109.


 
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dichterschwinge, f. wenn wirklich etwas poetisches an ihm wäre, auch nur der flaum einer dichterschwinge J. Paul Flegeljahre 1, 111.
 
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dichterschwung, m. die erhebung der dichterischen kraft. sein hoher dichterschwung achtet nicht auf das gemeine der welt.

sie, jedem dichterschwung
zu hoch, sie traulicher dem auge darzustellen,
ist keine sammlung von pastellen,
ist keine sprache reich genug
Thümmels Reise 3, 363.

ihn risz der hohe dichterschwung hinweg
Göthe 9, 160.

des jüngsten menschenalters dichterschwung.
Schiller 25b.

wessen gemüt nicht schon zubereitet ist über die wirklichkeit hinaus ins ideenreich zu gehen, für den wird der reichste gehalt leerer schein und der höchste dichterschwung überspannung sein 1198a.
 
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dichterseele, f. die grosze analogie zweier vorzüglicher dichterseelen gieng mir lebhaft auf Göthe 46, 266.
 
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dichtersprache, f. sermo poeticus. die höhere veredelte sprache der dichtung, die sich aus der prosa erhebt. dasz die deutsche sprache durch kein groszes dichtergenie, sondern durch blosze mittelmäszige köpfe anfieng zur dichtersprache gebraucht zu werden, muste dem dilettantismus muth machen sich gleichfalls darin zu versuchen Göthe 44, 277. reminiscenzen aus einer reichen cultivierten dichtersprache 44, 278.