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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dichterflug bis dichtergilde (Bd. 2, Sp. 1066 bis 1067)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dichterflug, m. bildlich, erhebung des dichtergeistes. seinen dichterflug konnte nichts hemmen.

indes von ihm gewandt im zauberkreis des spottes
mein blick den raum durchstrich, wo Coypels dichterflug
die traurige gestalt des bessern Donquixottes
ins pantheon der narren trug
Thümmel 10, 111.


 
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dichterform, f. dasselbe was hier von den zwei verschiedenen formen der menschheit gesagt wird, läszt sich auch auf jene beiden, ihnen entsprechenden dichterformen anwenden Schiller 1198a.
 
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dichterfreiheit, f. licentia poëtica. auch in beziehung auf die freiheiten, die sich der dichter in der sprache nimmt.
 
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dichterfrühling, m.

darf so der irdsche lenz sich frei erschlieszen,
so mög auch unser dichterfrühling sprieszen.
Uhland 184.


 
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dichterfürst, m. princeps poetarum, Homer, Virgil, Opitz Stieler 585. viele dichter versammelten sich an Mahmuds hofe. so bestellte ihnen auch der fürst einen dichterfürsten, der sie prüfen, beurtheilen, aufmuntern sollte Göthe 6, 48. s. dichterkönig.
 
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dichtergabe, f. virtus poetica. s. DWB dichtungsgabe.
 
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dichtergebild, n. das von einem dichter geschaffene wesen.

du belebtest in mir brittisches dichtergebild
Göthe 1, 316.


 
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dichtergefühl, n. die begeistrung schwebte um seinen sanft geöffneten mund und aus seinen augen schossen die blitze des hohen dichtergefühls Klinger 10, 178. Thümmel Reise 5, 148.
 
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dichtergestalt, f. schon schweben Hagedorn und Kleist, die erst verschiedenen, gleichsam selig gesprochenen dichtergestalten in die ätherischen wohnungen voraus Göthe 33, 158.
 
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dichtergeist, m. spiritus divinus. der dichtergeist lebt in ihm wieder auf.

was von erzeugnissen dem dichtergeist
im stillen thal der Ilme längst gelungen,
ist mehrentheils was dieser zug beweist.
er kommt, gestalt gestalten aufgedrungen
Göthe 4, 27.

die natur, sage ich, ist es auch noch jetzt in dem künstlichen zustande der cultur, wodurch der dichtergeist mächtig ist Schiller 1197b. an den bisherigen beispielen hat man

[Bd. 2, Sp. 1067]


gesehen, wie der sentimentalische dichtergeist einen natürlichen stoff behandelt: man könnte aber auch interessiert sein zu wissen wie der naive dichtergeist mit einem sentimentalischen stoff verfährt 1204.
 
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dichtergilde, f. genossenschaft der dichter, mit den zünften der handwerker verglichen. der als pilgrim dem Halberstädter parnasse entgegentritt, um daselbst in einer dichtergilde aufgenommen zu werden Göthe 49, 185. Gotter 3, 205. s. dichterzunft.