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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
deuten bis deutnis (Bd. 2, Sp. 1038 bis 1042)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) deuten , zeichen geben, zeigen, anzeigen, hinweisen, bedeuten, erklären, auslegen, ahd. und mhd. diuten, altfries. bithioda, niederl. duiden, altnord. þŷda, schwed. tyda, dän. tyde. duten Vocabularius incipiens teut. d 2. nach Stieler 308 spricht man an manchen orten dauten. heiszt es ursprünglich klar, hell machen, ins licht setzen, das gute hervorheben, so ist man Wackernagels ansicht (Glossar xcvii) geneigt, der es mit dem gothischen þiuþ bonum in zusammenhang bringt. da aber ze diute in der redensart ze diute sagen, reden (Ben. 1, 327) nicht blosz deutlich, sondern häufig zu deutsch heiszt, zumal im gegensatz zu der lateinischen kirchensprache, so wird man auf einen zusammenhang mit dem goth. þiuda, ahd. diota diot geleitet, und deuten wäre so viel als dem volk, den Deutschen verständlich machen, verdeutschen.

[Bd. 2, Sp. 1039]



1. im eigentlichen sinn ein zeichen geben, mit dem finger, der hand, dem kopf, den füszen u. s. w., gestibus significare. er deutete beständig dorthin. winken, nicken, deuten mit dem haupt Henisch 682. derselb (Franziskaner) wolt schweigen halten: wan er beicht, so beichtet er mit deuten und nit mit worten Keisersb. Sünden des munds 78a. ein loser mensch, ein schedlicher man gehet mit verkeretem munde: winket mit augen, deutet mit füszen, zeiget mit fingern Sprüche Sal. 6, 12. 13. wer mit den augen winket, denket nichts guts, und wer mit den lippen deutet, volbringet böses 16, 30.

kanst (du stummer) nit reden, so deut doch her
ob du vielleicht durch zauberei
bezaubert sei
H. Sachs 3. 3, 44b.

auf sie deutet mit der hand 4. 3, 76b.

das man mit den fingern auf sie deut ders.

könig Peter neigt sich gegen seinen turniersgästen, deut mit dem zepter und spricht Ayrer 410c. des deutens on reden spielen Fischart Garg. 166. mit der hand deuten, dasz man stille schweig Henisch 682. mit fingern deuten Stieler 309. mit den augen deuten oculorum nutu loqui ders. mit deuten ja sagen ders.

sprachs und gebot dem Patroklos geheim mit deutenden wimpern
Voss Ilias 9, 620.

soll jemand verhöhnt werden, so streckt man den zeigefinger und den kleinen finger aus und biegt die übrigen ein, wodurch man die eselsohren darstellt: man nennt dies einem den esel stechen oder einem die eselsohren deuten asini auribus manu effictis illudere Schmeller 1, 120. und unterdessen dasz (der falsche) Spiegelberg hangt, schleicht sich Spiegelberg ganz sachte aus den schlingen und deutet der superklugen gerechtigkeit hinterwärts eselsohren, dasz es zum erbarmen ist Schiller 117. mit unrecht gebraucht Göthe den sing.

machen ein gezwazer als wie die staaren,
dringt einer sich dem andern vor,
deutet einer dem andern ein eselsohr 13, 3.


2. auf etwas, nach etwas hinweisen, zeigen. ich fragte wohin er gegangen sei, das kind deutete auf den wald. sie sagte nicht wo sie zu hause sei, sie deutete nur nach den bergen. der zeiger der uhr deutet gerade auf mittag. die fahne deutet nach osten.

leichtgedrückt die augenlieder
eines, die den stern bewhelmen (bedecken, engl. whelm),
deutet auf den schelm der schelmen,
doch das andre schaut so bieder
Göthe 5, 164.

wärs auch nur eine büste des allvaters, vor die er euch inzwischen stellte, euch deutete auf der hohen stirne würdige runzeln, auf den tiefen blick, auf das schweben der honiglippe 33, 14. Charlotte deutete auf einen stuhl, und so saszen sie gegen einander über 17, 367. selten wird die präposition weggelassen, etwas einem deuten indicare et innuere aliquid Henisch 682.

freundlich deutet
mir eine spinnerin die strasze, sie
bezeichnet mir das haus
Göthe 9, 233.


3. hinweisen in uneigentlichem sinn, Mahumed hat mit diesen worten auf ein gewisses volk deuten wollen Olearius Rosenthal 7, 20. deutet dasz man oft aus furcht für einer kleinen gefahr läuft und kömpt in ein gröszer unglück Lokmans fab. 8. deutet, was einem die natur eingepflanzet, wird schwerlich können geändert werden, ob er sich schon dargegen bemühet fab. 17. dieses deutet auf einen menschen, der sich ins meer lässet und weisz nicht zu schwimmen fab. 9 und fab. 34. hiemit wird gedeutet auf die, so gute worte aus falschem herzen geben fab. 30. diese fabel deutet auf denselben, welcher u. s. w. fab. 35. und muste freilich denken, dasz diese antwort auf denjenigen deute, welchen er doch nimmermehr in sein geschlechte aufzunehmen gemeint war Riemer Stockfisch 337. die wechselneigung des früheren und späteren alters deutet eigentlich auf ein ächt pädagogisches verhältnis Göthe 6, 149.

o dasz ein friedensvogel mir vorbei
mit leisem fittich leitend sich bewegte!
gern will ich hin, wohin das schicksal ruft
es deute nur, und ich will gläubig folgen:
es winke nur, ich will dem heiligen winke
vertrauend hoffen, ungesäumt mich fügen 9, 373.

[Bd. 2, Sp. 1040]



4. anzeigen, ankündigen, voraus verkündigen, indicare, innuere. abendroth deutet auf wind. und ich, wenn ich erhöhet werde von der erden, so will ich sie alle zu mir ziehen. das sagte er aber zu deuten welches todes er sterben werde Joh. 12, 32. 33. und einer unter inen mit namen Agabus stund auf und deutet durch den geist eine grosze thewrung, die da komen solt uber den ganzen kreis der erden Apostelgesch. 11, 28. damit der heilige geist deutete dasz noch nicht offenbaret wäre der weg zur heiligkeit, so lange die erste hütte stünde Hebr. 9, 8.

bosz treum deuten oft gut glück
H. Sachs 3. 2, 199b.

mich aber bringen sie (wieseln und falken) in not,
deuten mir beid gefahr und tod
Rollenh. Froschm. Rv 2.

es wird mit worten gedeutet und dargethan res verbis significatur Henisch 682. dasz der von Mose gedeutete erretter gekommen sei Claudius 7, 136.

es deutet die fallende blüte dem gärtner
dasz die liebliche frucht schwellend im herbste gedeiht.
Göthe 1, 375.

und der ewgen sterne schar
deute dir belebte stunden 3, 73.

dort sollen alle speere die ihm drohn
auch mir des lebens nahes ende deuten 7, 313.

günstige aspecten deuten mir 8, 126. o das deutete der traum den ich hatte, als ich tags darauf Marien an Weislingen versprach 42, 164.

die scherpe deutet krieg womit sich stolz
auf seine kraft ein edler mann umgürtet 9, 302.

wenn zwischen dampf und wolken
des adlers fittig deutend sich bewegte 9, 320.

sie konnte sich daraus nur allzusehr deuten, dasz er in jedem sinne schwerlich vom äuszersten würde zurück zu halten sein Göthe 17, 218. indem unter allen völkern gleichbedeutende und gleiches deutende nachrichten vorkommen 22, 19. doch deuteten einige luftzeichen, dasz es (das wetter) sich wieder zum guten bequemen würde 28, 6.

müde schon sind die streiter und alles deutet auf frieden. 40, 243.

und diese zeit die alles lösen soll,
hat er sie näher deutend nicht bezeichnet?
Schiller 496.

was soll doch dies trommeten sein?
was deutet dies geschrei?
Uhland Ged. 243.


5. auslegen, erklären, explanare, interpretari, wie ausdeuten. man deutet träume, ein gesetz, ein gleichnis, einen dunkeln text. denn ir deutets felschlich und seid alle unnütze erzte Hiob 13, 4. aber den obersten becker hiesz er henken, wie inen Joseph (den traum) gedeutet hatte 1 Mos. 40, 22. und erzelet inen seine treume, aber da war keiner, der sie dem Pharao deuten kundte 41, 8. und er deutet uns unsere treume, einem iglichen nach seinem traum 41, 12. ich hab aber gehört von dir sagen, wenn du einen traum hörest, so kanstu in deuten 41, 15. und ich habs den warsagern gesagt, aber die könnens mir nicht deuten 41, 24. du wirst ja nimer eins mit dem schedlichen stuel, der das gesetz übel deutet Psalm 90, 20. ire priester entweihen das heiligthum und deuten das gesetz frevelich Zephanja 3, 4. deute uns dies gleichnis vom unkraut auf dem acker Matth. 13, 36.

'es ist ein grosz mysterium',
sprach der fuchs, 'doch wil ich dirs deuten'.
Wolgemut 2, 403.

einer deutet es also, der andere anderst, wie es pflegt in bösen sachen zu gehen Henisch 683. wol, übel deuten, auslegen, accipere in bonam vel malam partem ders. eine ungewisse zweifelhaftige rede, die auf zweierlei weise gedeutet werden kan ders. einem seinen rat übel deuten rapere consilium alterius in contrariam partem ders. zum besten deuten ders. man möchte es mir zur prahlerei deuten Liscov 264. ein paar freunde, die allein zu sein glauben, besorgen weder misverstanden noch unredlich gedeutet zu werden Wieland 31, 7.

sie singen lieder auf mich,
es ist bös von den leuten;
ein altes märchen endigt so,
wer heiszt sies deuten
Göthe 12, 239.

indem nun der fürst die einzelnen blätter deutete, sprach er 15, 302. ein lange geahntes, gedeutetes und besprochenes, ja man kann sagen, ein früher gekanntes und wieder verlorenes

[Bd. 2, Sp. 1041]


land 37, 37. man erlaube mir eine stelle des Vitruvs hierher zu deuten 38, 165.

seis wie gedeutet so gethan!
ich nehm es mit verwundrung an 41, 277.

der treffliche liesz selber sich herab
die hohen glaubenslehren mir zu deuten
Schiller 410.


6. sich deuten, mhd. sich diuten Ben. 1, 327b.

mich däucht er will ein zeichen senden,
gib acht, es deutet sich sogleich.
Göthe 41, 277.


7. so viel als bedeuten ausdrücken, sagen wollen. so kan ich auch gottlob wol so scharf als irgend ein solcher klügler davon reden und dazu solche bilde und figuren alle fein erklären und auslegen was sie deuten Luther 6, 78a. vielleicht haben die zwo küpferne seulen auch disz deuten sollen Mathes. 76b.

ich sprach 'was deut der eckicht stein,
darauf sie stet?'
H. Sachs 1, 236c.

was das deut kan ich nicht aussprechen,
ich denk er wöl in mit erschrecken 3. 3, 64c.

was deut es, das du nit griechisch lernest? Henisch 682.

was deut ein wenig wasser in einem starken wein?
wer redlich, mag zu zeiten gleichwol auch listig sein,
wann nur sein ziel zum besten, zum argen nicht, trifft ein.
Logau 3. 43, 19.

fromts nur einem und dem andern hats zu deuten sonst nicht viel 3. 227, 52.

langes gras deutet dem auge des jägers das grab 16, 171. das schwert in der hand deutet den helden Schiller 164.
8. s. DWB andeuten, DWB ausdeuten, DWB bedeuten, misdeuten.
 
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deuten, n. wie deutung.

so jemand nit gefelt sein deuten,
der ht sich vor den wolfsheuten.
Wolgemut 2, 404.

als Gellert der geliebte schied,
stand Öser seitwärts von den leuten
und fühlte den geschiednen, sann
ein bleibend bild, ein lieblich deuten
auf den verschwundnen werthen mann.
Göthe 2, 153.

doch vielleicht wer stillem deuten
nachzugehen sich bemüht,
ahnt in einzelen gestaltungen
gröszeren gedichts entfaltungen.
Uhland Ged. vii.


 
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deuter, m. interpres, conjector, mhd. diutære (Benecke 1, 328). wer disen spruch wolte auf Salomo deuten, der müste gar ein mutwilliger deuter sein Luther von den jüden und iren lügen bog. A. ungeschickte deuter fürstehender not ders. Tischreden 262. deuter interpres Henisch 683. explicator, nunciator Stieler 309.

zu den deutern und den hetzern,
die nicht spasz verstehen
Voss 4, 252.

dasz der unterbeamte sich zum deuter des gesetzes aufwerfe Fichte Sittenlehre 488.

war dir sein aug ein feierlicher deuter?
Shakespeares Irrungen übersetzt von
Tieck, vierter aufz. 2te scene.

sprichw. es ist viel an einem guten deuter gelegen Simrock 1544. s. DWB andeuter. sterndeuter. traumdeuter. zeichendeuter.
 
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deuterei, f. wie deutelei in verächtlichem sinn. sodann in sterndeuterei. traumdeuterei. zeichendeuterei.
 
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deuterling, m. zeigefinger. Göthe führt es an als ein wort dessen sich ein wunderlicher lehrer im clavierspielen bediente, nicht als ein allgemein gültiges, und weder von einem däumerling noch deuterling noch goldfinger war mehr eine silbe zu hören. die däumerlinge und deuterlinge, die krabler und zabler, wie er die finger zu bezeichnen pflegte 24, 186.
 
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deutezeichen, n. für alles was sittlich genannt wird, gibt es eben so sichere deutezeichen (die uns erkenntnis gewähren) als für das was wir durch sinnliche gegenwart erkennen Göthe 46, 123.
 
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deuthorn, n. jägerhorn, cornu venatorum. auf dem deuthorn blasen cornu signum dare Stieler 775. s. DWB deuten = düten.
 
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deutig, adj. und adv. nur in zusammensetzungen wie gleichdeutig, vieldeutig, zweideutig. Dasypod. 314c hat auch noch vordeutig ominosus.
 
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deutlich, adj. und adv. klar, erkennbar, verständlich,

[Bd. 2, Sp. 1042]


im ahd. zeigt es sich nicht, mhd. diuteclich, niederl. duidelyk, schwed. und dän. tydelig.
1. sichtbar für das auge, vernehmlich für das ohr. der nebel fällt und die spitze des bergs tritt deutlich hervor. er zeichnete die gestalt in deutlichen umrissen. man konnte das bild nicht deutlich sehen. die burg spiegelte sich deutlich auf dem wasser ab. man fand deutliche spuren seiner tritte. seine stimme, seine aussprache war deutlich, so dasz man jedes wort hören konnte. und solt auf die steine alle wort dieses gesetzes schreiben klar und deutlich 5 Mos. 27, 8. welche thier oder ding die stimm der bchstaben ganz gleich oder deitlich geben Ickelsamer 87a.

das musterbild der männer so der frauen
in deutlichen gestalten will er schauen.
Göthe 4, 71.

des münsters deutliche spitze bezeichnete die lage von Straszburg 25, 336. die thürme ragten ganz deutlich hervor ders. aus heiteren blauen augen blickte sie sehr deutlich umher 25, 349.

durch den stiefel und koller fuhren
die ballen, man sah die deutlichen spuren.
Schiller 323a.


2. klar für den verstand, für die innere wahrnehmung. eine deutliche sprache, rede, erzählung, darstellung, entscheidung. deutliche worte. ein deutlicher wink, satz, ausspruch. er drückte seine meinung deutlich genug aus. sein tadel konnte nicht deutlicher sein. man las deutlich in ihrem herzen. er erklärte sich deutlicher über seine absichten.

ir brief mit süezen worten seit
wer mir diu kleinôt het gesant:
daz tet er tiuticlîch bekant
Lichtenstein 228, 12.

so ir nicht eine deutliche rede gebet 1 Corinth. 14, 9.

doch wers nicht merken will, den (denen) musz mans deutlich sagen
Rost Schäfererzählungen (1744) s. 69.

es ist ein wesentlicher unterschied zwischen den beiden sätzen 'einen deutlichen begriff machen (= synthetisch)' und 'einen begriff deutlich machen (= analytisch)' Kant 1, 391.

das gebot
der deutlichen natur war älter
Lessing 2, 514.

beide in sich selbst gewendet, deutlich in ihrem wollen, fest in ihren vorsätzen Göthe 17, 323. was musten wir kinder mit dem reinen und deutlichen blick der unschuld uns für begriffe von dem männlichen geschlechte machen? 19, 87. die ursache hiervon ward mir eines abends deutlich 25, 281. ebenso konnte man in jeder forstabtheilung, bei jeder baumgattung die absicht des vorsorgenden ahnherrn gar deutlich wahrnehmen 31, 226. er (Walter Scott) weisz den mannigfaltigen historischen stoff deutlichst aufzufassen 46, 226. er lächelte deutlich J. Paul Holzschnitte 10, 145. wir können uns aber die eigenthümlichkeit seines verdienstes nicht deutlich machen, ohne zuvor zu erwägen u. s. w. Savigny Kleine schriften 4, 195. s. bedeutlich. undeutlich.
3. in Luthers zeit ward es auch für bildlich genommen, für das was bedeutet, andeutet. das ist ein figurliche oder deutliche red Melanchth. zu Corinth. 1, 8. doch hetten sie viel mehr schein und möchten fürgeben Christus ist im brot geistlich oder deutelich Luther 3, 490.
 
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deutlichkeit, f. die deutlichkeit kann eine zwiefache sein, 1. eine sinnliche. diese besteht in dem bewusztsein des mannigfaltigen in der anschauung. 2. eine intellectuelle, deutlichkeit in begriffen. diese beruht in der zergliederung des begriffes in ansehung des mannigfaltigen, das in ihm enthalten ist Kant 1, 359. 360. es gibt auch eine deutlichkeit in der anschauung des einzelnen, die von der logischen der begriffe ganz verschieden ist 3, 354. das bewusztsein seiner vorstellungen, wodurch nicht blosz die unterscheidung derselben von andern, sondern auch die zusammensetzung derselben klar wird, heiszt deutlichkeit 10, 133. deutlichkeit ist eine gehörige vertheilung von licht und schatten Hamann bei Göthe 49, 59.

er machte mir das wirkliche zum traum,
um die gemeine deutlichkeit der dinge
den goldnen duft der morgenröthe webend.
Schiller 399.

s. bedeutlichkeit.
 
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deutnisdeutnus,f. wie das gewöhnlichere deutung. also andere figuren, andere deutnusz (erklärung), andere form Paracels. Chir. schriften 820.

[Bd. 2, Sp. 1043]


welchs ein deutnus (vorbedeutung) war
dasz sie noch solt verprennen gar.
Fischart Flohhatz D.

s. bedeutnis.