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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
deuchelein bis deutbarkeit (Bd. 2, Sp. 1036 bis 1037)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) deuchelein, n. dimin. von deuchel. ist etwas holechts das eine gestalt als ein kleines schiflein hat, oder sonst ein rünnelein, das man sonst ein känelein oder ein offenes teuchelein nennt Thurneisser Alchymia 2, 107. Calepinus 1498.
 
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deucheln, aquam ducere per canales Frisch 2, 369b.
 
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deuchen, rennen, rasch laufen in Schlesien Weinhold Schles. wörterb. 14. vergl. das mhd. tuht kraft, stärke, impetus.
 
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deuchten, s. DWB däuchten.

[Bd. 2, Sp. 1037]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) deuchttafel, f. pugillares Brack Vocab. v. 1449.
 
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deuchelohn, m. kelterwein. s. das folgende.
 
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deuchendauhen, drücken, premere, ahd. dûhan Graff 5, 117. mhd. diuhen Ben. 1, 372. bair. dauhen, einen dauhen bezwingen. in zusammensetzungen, andauhen drücken durch ansetzung eines hebels, der schifferstange, des ruders, ausdauhen ausdrücken, davondauhen entschlüpfen, derdauen im laufe ereilen, nachdauen nachschieben, niederdauhen herabdrücken, umdauhen umdrücken Schmeller 1, 360. 361. das sie die selben ire wine tuhen (pressen, keltern) in unserer keltern zu Rotenburg und uns keinen kelterwine davon geben, und man sol sie auch mit dem tuwen fordern ungeverlich Urkunde des bischofs Raban von Speier von 1432; s. Mone Zeitschrift 3, 270. in der Kislauer renovation von 1595 heiszt es dasz der most in den keltern ausgedeücht wurde, daher man den kelterwein deuhelohn nannte 269. der ungedeuete wein, der ungepreszte, mit füszen ausgetretene hiesz vinum calce subactum, der gekelterte vinum prelo subactum 258.

hohoho dauch an, dauch an!
Jodel, dauch an, Jodel, dauch an!
ho, dauch an, mein steuermann. Geistliches schiffslied in dem Bogenberger mirakelbuch von 1679.


 
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deukerdeukert, s. deikert.
 
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deut, m. niederd. deut, niederl. duit, engl. doit, eine kleine niederländische kupfermünze, deren acht auf einen stüber gehen, ich bin dir keinen deut schuldig nicht das geringste. nicht einen deut vor seine mühe und angewandte kosten verlangen Felsenburg 3, 226. so dasz ich weder deut noch stüber zu fordern habe Westphäl. Robinson 272.

ruhe die den letzten deut
einem ärmern bruder beut
Seume.

er dünkt, verarmt bis auf den deut,
sich dennoch krösusreich
Bürger 4a.

drum geb ich, so sehr ihr auch pochet und prachert,
für euch keinen deut mehr als zwanzig und neun 67a.

ich bezahle keinen deut J. Paul Unsichtb. loge 1, 113. bildlich für etwas das gar keinen oder einen ganz geringen werth hat, wie man auch heller gebraucht. der mensch ist keinen deut werth gar nichts. am ende findet sich gemeinlich dasz sie selbst opfer ihres eifers geworden sind ohne die welt um einen deut besser zu hinterlassen als sie war Wieland 8, 118.

beim Dänenkriege stellt ich eine macht ihm (dem kaiser) auf
von vierzigtausend köpfen oder fünfzig,
die aus dem eignen säckel keinen deut
ihm kostete
Schiller 343a.

wer gab nicht der wahrheit seinen deut? Seume 623. deswegen habe ich mich auch um keinen deut um ihre alterthümer bekümmert ders. ohne ein schönes auge gebe ich für alles andere nicht einen deut J. Paul Unsichtb. loge 1.
 
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deutbar, adj. erklärbar, quod explicari potest. das sind deutbare zeichen. so auch
 
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deutbarkeit, f.