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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
derenthalben bis dergleich (Bd. 2, Sp. 1014 bis 1015)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) derenthalben, idcirco, wie derhalben. häufig in Esra 4. derenthalben sage ich euch, ihr heiden 2, 34. derenthalben sol niemand zu mir gehen 14, 36. bei Ringwaldt l. w. 21. Olearius Rosenthal 1, 42 und Opitz.
 
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derentwegen, gleichbedeutend mit dem vorhergehenden, mit derwegen, derenwegen und deswegen. bei Ringwaldt Ev. J iia. Rollenhagen Froschm. Mm v. ich hatte noch nothwendige wege, derentwegen ich dachte, dasz ich den termin nicht würde abwarten können J. E. Schlegel 2, 180. ebenso
 
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derentwillen, die sache, derentwillen ich hierher kam Meiszner.

leb ich doch stets um derentwillen,
um derentwillen ich nicht leben soll.
Göthe an frau v. Stein 1, 44.

s. deinetwillen.
 
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derenwegen, wie derentwegen, aber ehe das kind halbjährig worden, war sie mit tod abgangen: derenwegen der man über den tod seines weibes sich so hart bekümmerte, dasz er der welt gar absagte Eselkönig 313. wenigstens hoffe ich, dasz sich Ihre verrichtungen in Braunschweig unterdessen so werden gehäuft haben, dasz Sie wenigstens derenwegen einige tage daselbst bleiben müssen Lessing 12, 290. s. auch deretwegen.
 
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dererlei, s. derlei.
 
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dererwegen, wie derentwegen. meine voreltern, dererwegen bin ich so unwissend als es wenige sein mögen Armer mann in Toggenburg beginnt damit.
 
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deretwegen, dere ist die alte, oben (sp. 957) bei Luther bemerkte form des genit. pl., wozu t gesetzt ist. deretwegen würde es ihr ganz ungewohnt vorkommen Gotthelf Sagen und bilder aus der Schweiz 4, 118.
 
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dergestalt , in solcher weise, solcher gestalt, ita, hoc modo. im 16 ten und noch im 17 ten jahrh. schrieb man getrennt der gestalt. unerträglich ist derogestalt, nun in gottes namen müssen wir uns derogestalt scheiden H. J. v. Braunschweig Susanna 3, 4.
1. dasz dergestalt todte und lebendige auf einem wagen daher fahren Kirchhof Milit. discipl. 118. wann dieser nun dergestalt seine not auszgestanden 226. war kein passah dergestalt gehalten 3 Esr. 1, 29. dergestalt wan ich wiederkomme sed ita si redeam Henisch 571. schlieszt ja die thür zu, damit niemandts herein komme und mich dergestalt (nackt) sehen möge H. J. v. Braunschweig Susanna 2, 1.

sie aber wil der gestalt nicht leben,
sonder thut sich euch gar ergeben
Jac. Ayrer 4, 306a.

was du für gewalt
hast über seine haut, das hat auch der gestalt
ein andrer über dich
Opitz 1, 56.

wer nur sonst ist gut gesinnet, ist ein zeuge meiner sinnen,
du (der zum drittenmal geheiratet hat) hast der gestalt umarmet
alle drei die charitinnen
Logau 3. 85, 48.

wie irrt die sterblichkeit.
sie strickt ihr durch die kunst selbst kummerreiche netze
und friszt sich der gestalt durch klugheit vor der zeit.
Hoffmannswaldau Heldenbr. 55.

die federn wurden widder lang,
das ich davon flog in den wald,
kom ihm nicht widder der gestalt.
Rollenhagen Froschm. A a iij.

als ein frommer mann gestorben war, wurde er von einem andern im traum gesehen und der gestalt angesprochen 'erzehle mir' u. s. w. Olear. Baumgarten 4, 27. so wil ich allen meinen fleis dahin nur anwenden, recht und wohl zu

[Bd. 2, Sp. 1015]


leben, und dergestalt bin ich versichert das ich nimmer arm sterben werde Butschky Patmos 42.

mit füszen tritt man dich (Deutschland) auf deinem eignen mist,
darauf doch jeder han sonst herr und meister ist,
es komt mir graulich vor, darf nicht genug betrachten
was dergestalt geschieht
Rompler 90.

und befleiszige dich ihm jederzeit dergestalt zu dienen, als wann du noch in meiner gegenwart im wald wärest Simpliciss. 1, 67. wenn wir naturgegenstände, besonders aber die lebendigen, dergestalt gewahr werden, dasz wir uns eine einsicht in den zusammenhang ihres wesens und wirkens zu verschaffen wünschen Göthe 58, 5.

mein kind ist todt und dergestalt (demgemäsz)
sorgt er für keinen unterhalt
Tieck 1, 134.


2. so sehr, dermaszen, mit folgendem dasz,

wein dergestalt um deine sünd,
dasz ganze thränenbäche flieszen
Rompler 170.

ich bin der gestalt unglücklich, dasz — ita adflictus sum, utSteinbach 2, 663. wer sich mit gesellenarbeit noch dergestalt gütlich thut, dasz er ... (so abgebrochen) Klopstock 12, 77. lassen sie aber ihrer strafbaren widersetzlichkeit dergestalt den zügel schieszen, dasz man sie auskundschaften musz, so werden sie als aufwiegler und meutmacher angesehen 12, 276. zugleich vernahm er nicht ohne verdrusz dasz ein pferd von Laertes bei dem hereinreiten dergestalt angegriffen worden, dasz u. s. w. Göthe 18, 201. erheiterte den geist des majors dergestalt, dasz er wirklich schon frischer und munterer aussah 22, 42. so dringen sie dergestalt gewaltig auf ihn ein, dasz er u. s. w. 58, 3. Newton hatte durch eine künstliche methode seinem werk ein dergestalt strenges ansehen gegeben, dasz kenner der form es bewunderten und laien davor erstaunten 59, 6.
 
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dergestalten, wie das vorhergehende. ahd. dîen gestalten bei Notker (Graff 6, 668).

es ist kein schlechtes ding, wer dergestalten stirbt,
dasz seine tugend ihm ein ewigs lob erwirbt.
Rompler 135.

dieweil nun, lieber freund, gott ietzund dergestalten
nach lang gehabter müh dich endlich auch erquickt 153.

dergestalten verliesz ich ihn heimlich in der nacht Jucundiss. lebensbeschr. 16. 43. waren lustig und frölich gewesen dergestalten, dasz man das dorf Lustwasser genennet 154. müssen wir derer übel angewendeten witz verstand beweinen, in deme wir dafür halten müssen, dasz ihre grosze weisheit dem gemeinen wesen oftermalen mehr schädlich als nützlich gewesen seie. dergestalten, dasz wir dem hochweltverständigen Platoni keines weges beipflichten können, der dafür gehalten, es wäre u. s. w. Schuppius 522. als den (l. denn) Endymion dergestalten perorierte, kam u. s. w. 738. er fienge mit einem beweglichen tone dergestalten an Bodmers Milton 41.
 
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dergestaltig, adj. solches redete er mit einer dergestaltigen annehmlichkeit, als wenn er u. s. w. Olearius Pers. baumg. 1, 6. mit dergestaltiger freude, dasz u. s. w. 6, 11.
 
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dergleich, ejusmodi, hujusmodi, ejus generis: relativ, cujusmodi, qualis. es bleibt ohne flexion und wird adjectivisch verwendet. jetzt gebraucht man nur dergleichen.

ausz sölchem neid thet er (Cain) das mort,
welches gestrafet hi und dort.
dergleich tht gott zu diser zeit,
wann blt der unschuld z im schreit.
Schwarzenberg 100, 1. 113, 2.

do theten sie der glich, als ob sie ferr wären z im kommen Keisersb. Bilger 97c.

Unfalo stellet sich der gleich,
als wärs im leid herziglich Theuerdank 34, 87.

dergleich die waidleut auf mich dichten
und mir vil scharpfer selbgschosz richten.
H. Sachs 1, 347b.

dergleich thut sich auch gröszlich mehrn. 4. 1, 25d.

auch zu Asaph dem könig reich,
und zu andern könign dergleich 3. 1, 30b.

wie man dergleich seh über tag 4. 3, 54d.

denn er (der hofnarr) war gar ein nasser tachs,
dergleich (quales) man noch findt, spricht Hans Sachs. 4. 3, 61.

dergleich ich dem bretspil anhang 5, 357.

[Bd. 2, Sp. 1016]


s. desgleich. häufiger gebraucht man das gleichbedeutende, ebenso unveränderliche, nur mit dem genitiv gebildete