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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dienstbegier bis dienstbrief (Bd. 2, Sp. 1123)
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[Bd. 2, Sp. 1123]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dienstbegier, f. eifer zu dienen. freundschaftliche dienstbegier Ramler.

hier prangt ein seidnes bett von weichem flaum geschwellet,
an das voll dienstbegier ein knecht den schlaftrunk stellet.
Alxinger.

bringst du akten, dienstbegier?
heute referiert ich schier
aus geschmiere, bunt und kraus,
etwas menschliches heraus:
aber packe dich von hier
Gökingk Lieder zweier liebenden 14.

der von dem bruder böses mir berichtet,
mit falscher dienstbegier den bittern pfeil
des raschen worts geschäftig weiter sendet
Schiller 494.

ebenso
 
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dienstbegierde, f. das glück ist mir nie so günstig gewesen das gegen denselben ich meine dienstbegierde wirklich beglauben können Butschky Kanzlei 78. zu aller dienstbegierde verharrend 164.
 
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dienstbegierig, adj. und adv. Butschky Kanzlei 42. 398.
 
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dienstbereit, wie dienstbeflissen.
 
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dienstbereitwilligdienstbereitwilligst, bei der unterschrift in briefen Butschky Kanzlei 231. 13.
 
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dienstbereitwilligkeit, f. unter dem erbieten zu gleicher dienstbereitwilligkeit ersuchen wir u. s. w. versichern Sie sich meiner dienstbereitwilligkeit auf alle mögliche weise Rabener 3, 40.
 
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dienstbote, m. famulus, famula. ursprünglich einer der in den dienst genommen ist um befehle zu bringen, bestellungen auszurichten, botendienste zu thun; vergl. bote. noch heute heiszt in diesem sinn ein gesandter botschafter. im mittelalter wurden häufig die fahrenden sänger und spielleute zugleich als boten gebraucht, wie sie auch liebesbriefe überbrachten. im mhd. viele zusammensetzungen ähnlicher art, frônebote, sicherbote, sentbote, waltbote (Ben. 1, 183. 184): jetzt im allgemeinen ein hausdiener; der pl. bezeichnet das gesinde überhaupt, die dienerschaft. in einem handschriftl. vocab. zu Breslau, wol aus dem 15ten jahrhundert, wird dienstbote durch cliens übersetzt, womit wol ein höriger, den man in das haus genommen hat, gemeint ist. daher erklärt sich eine eigenthümliche strafe, die sie leiden musten, so ein dienstbote entliefe seiner herschaft, so mag man demselben nachreisen und ihn mit einem ohr annageln, wo er ihn überkommt Waissel Chronica 106.

dann der gewin ist bei ihn (bei neuen dienern) klein,
wie man bei schlechten leuten sicht,
ee man dienstboten angericht
Eyering 3, 44.

heut zu tage ist der gemeine brauch und wüste weise in der welt, dasz es sich mit den dienstboten oder ehehalten, als knechten und mägden, anderst nicht wie mit den mücken bei dem aas oder mit guten freunden in bösen tagen verhält Simpliciss. 1, 320. domesticus, unus ex familia, servus et ancilla, famulus Stieler 181 und Steinbach 1, 164. er gibt einen dienstboten ab famulum agit Steinbach. dienstboten servitia Henisch 705, auch Frisch 1, 196b hat nur den pl. famuli et ancillae. zwischen dem hausvater und seinen treuen dienstboten Schuppius 203. bei ihrem oft gerechten ausfilzen der dienstboten J. Paul.
 
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dienstbotenordnung, f. gesetz das rechte und pflichten der dienstboten bestimmt.
 
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dienstbotentreue, f. knechts- und dienstbotenstreue Simpliciss. 1, 320.
 
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dienstbrauchdienstgebrauch,m. was im dienste zu thun festgesetzt oder herkömmlich ist. das ist ein mal so der dienstbrauch Gutzkow Ritter vom geiste 5, 341.
 
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dienstbrief, m.
1. zeugnis bei handwerkern dasz sie auf der wanderschaft bei meistern gedient und nicht meistens gebettelt haben Frisch 1, 196b. als derowegen einer bei suchenden meisterrecht zwar die völlige wanderschaft erwiese, hatte aber einen dienstbrief auf ein halb jahr, wurde er nicht nur vom handel abgewiesen, sondern auch bei fürstl. gnädigster herrschaft gebetene dispensation den 19ten februar 1677 abgeschlagen Beier 91.
2. nach Adelung zuweilen eine urkunde, wodurch jemand ein amt versprochen wird.