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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dienstanhang bis dienstbeflissen (Bd. 2, Sp. 1120 bis 1122)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dienstanhang, m. die im dienste stehen. ausgetriebene frauen mit kindern und dienstanhang Göthe 30, 11.
 
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dienstantritt, m. antritt eines amtes. feierlicher dienstantritt.
 
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dienstanweisung, f. anleitung wie das übertragene amt zu verwalten ist. öffentliche beamte sind bei dem antritt des amtes mit einer dienstanweisung zu versehen.

[Bd. 2, Sp. 1121]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dienstarbeit, f. arbeit die der dienst erfordert. der erste tag sol heilig unter euch heiszen, da ir zusamen kompt, da solt ir keine diensterbeit thun 3 Mos. 23, 7. 8. 21. 25. 35. 4 Mos. 28, 18. 25. 26. 29, 1. 12. 35. jede seiner dienstarbeiten trug den stempel kritischer vollendung Gotter 3, xlix.
 
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dienstathem, m. bildlich für diensteifer, einen durch gehaltszulagen im dienstathem erhalten Hippel 7, 115.
 
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dienstaufkünfte, f. pl. diensteinkommen.
 
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dienstaustritt, m. wenn man seine entlassung nimmt, mit oder ohne ruhegehalt.
 
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dienstbar, adj. mhd. dienestbære zum dienst tüchtig Ben. 1, 372a, in welcher bedeutung es nicht mehr vorkommt.
1. zum dienst verpflichtet, so wir frei sind, so wöllen wir nicht dienstbar werden Steinhöwel 19b (1555). die (frau) ist allzeit in gewalt des mannes, ist im gehorsam und untertänig, dienstbar und vleiszig Albr. v. Eybe 16a. ich bitt euch ratent inen getrewlich zu allen zeiten und das sie stätigs freigebig und dienstbar seien Aimon D iiij.

auf das die lieb find stäts ursach,
das sich dem nächsten dienstbar mach
Waldis 279a.

gott sprach also, 'dein same wird ein frembdling sein in einem frembden lande, und sie werden in dienstbar machen Apostelg. 7, 6. der gröszest sol dienstbar werden dem kleinern Römer 9, 12. welche aber gleubige herren haben, sollen die selbigen nicht verachten (mit dem schein) das sie brüder sind, sondern sollen vielmehr dienstbar (gehorsam) sein 1 Tim. 6, 2. sind sie nicht alle zu mal dienstbare geister, ausgesand zum dienst umb der willen, die ererben sollen die seligkeit? Hebr. 1, 14. wann einer in heirathen höher hinan wil als ihm gebüret, da fällt man entweder mit spott durch den korb: oder erfolgt darausz eine dienstbare ehe, dasz man lieber wolt wir hetten nie hochzeit gehabt Spangenberg Lustg. 604. ein dienstbar gut praedium serviens Stieler 315. einen dienstbar machen in servitutem adducere aliquem Frisch 1, 196b. die völker wurden dienstbar populi servitute opprimebantur Steinbach 1, 271.

dasz meine dichterei dem reim noch dienstbar ist.
Hagedorn 1, 85.

der wollust dienstbar sein
Gellerts fab.

dienstbare geister, bleibt an der thüre, laszt niemand entwischen Göthe 14, 128.
2. zu dienen bereit, dienstbar, gerüst und bereit einem einen dienst z beweisen Maaler 92d. officiosus, obsequiosus, beneficus Schönsleder L. wegen der unterdrückung und dienstbaren joches ihres vaterlandes Opitz 1. vorr. 6b.

bös- und guten dienstbar leben
Logau 1. 9, 71.

demut ist gegen jedermann dienstbar Lehmann 134. welche mit dienstbarem gemüt alles lobeten, damit sie nicht hunger leideten Schuppius 745.
 
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dienstbarkeit, f.
1. willfährigkeit, bereitwilligkeit zu dienen. dienstbarkeit, usz gutem willen unverpflicht, obsequium Vocab. incip. teut. d 4. so kusten sie all den braunen (das pferd) umb seiner dienstbarkeit willen weil er so treu gedient hatte Aimon 1.

will ich solchs wider z aller zeit
verdienen mit meiner dienstbarkeit
Schmelzl Saul 19a.

glaube nicht dasz, ob du schon viel dienstbarkeit erwiesen hast, du hättest mir darum einiges geschenk gebracht Olear. Baumgarten 2, 6. sage dem könige er soll seine hoffnung zur dienstbarkeit, mit welcher er will aufgewartet sein, auf die setzen, welche ihre hoffnung auf seine gnade setzen ders. Rosenthal 1, 31.
2. unterthänigkeit, unterwürfigkeit, abhängigkeit, der zustand in dem man sich bei beraubung der freiheit befindet. begerestu aber on vernunft z leben, ietzunt wird dir die friheit ein anfengliche gefengnus der dienstbarkeit Cyrillus 32b. dann ein böser wil (wille) ie frier er ist. ie mer ist er underworfen der dienstbarkeit 32b. das du nit von wegen der begerte (begerten) herschung fallest in die dienstbarkeit der hoffart 33a. ist mer in dienstbarkeit sin weder (als) in herschung 33b. und wegerten sich zu hören und gedachten auch nicht an deine wunder, die du an inen thatest, sondern sie wurden halstarrig und wurfen ein heubt auf, das sie sich wendeten zu irer dienstbarkeit in irer ungedult Nehem. 9, 17. so wolten wir lieber einmal alle den tod kiesen

[Bd. 2, Sp. 1122]


denn also unser lebelang in schnöder dienstbarkeit und gewaltsamer beschwerung mit unsern weibern, kindern und freunden bedruckt und an leib und gut verunrechtet werden Schütze Beschr. v. Preuszen 199.

begeben ihr grosze freiheit
unter das joch der dienstbarkeit
Eyering 3, 563.

aus vielem müsziggehen
kommt sichers leben her, und endlich mit der zeit
auf gar zu sicher sein erfolgt die dienstbarkeit
Opitz.

(ich will) in tiefster dienstbarkeit für deinen augen stehen.
Hoffmannswaldau.

Deutschland hat für längst geherrscht als ein haupt der christenheit,
aber deutscher sprache werth lag in tiefster dienstbarkeit.
Logau 3. 6, 18.

wie oft hat deine dapferkeit
werk übermenschlich wol verrichtet
und deines feinds hochmut vernichtet
durch sein verdiente dienstbarkeit
Weckherlin 371.

und von der dienstbarkeit und irrthum schweren qual
ganz thewer zu erlosen 182.

wie oft werden die bauersleut dieser zeiten von ihren oberherrn zu weis nicht was für dienstbarkeit gezogen, wie oft werden sie gezwungen das vaterland zu beschützen, in krieg zu gehen Schuppius 697. der kerkermeister lebt nie sicher für demjenigen, der alle minuten im gefängnis zehlet und alle tage seine dienstbarkeit für lauter sterbensleufte achtet Butschky Patmos 203.

so weisz sie seine glut stäts stärker anzuschüren,
das band der dienstbarkeit stäts fester zuzuschnüren.
Bürde.

warum verlieszest du das licht der sonne, Griechenland, und jenes glückliche leben der freiheit, und kamst hierher in dies getümmel von prachtvoller dienstbarkeit, von aufwartungen und gestmälern? Schiller 1200b. meinst du, guter junge, ich könnte mir erlauben dich in solcher dienstbarkeit zu halten? Kotzebue Dramat. spiele 3, 174.
3. leibeigenschaft. dienstbarkeit servitus, famulatus Dasypodius 315a. in dienstbarkeit geraten redigi in servitutem Stieler 315. einen in dienstbarkeit stecken aliquem in servitutem tradere ders. in ewige dienstbarkeit, in die knechtische dienstbarkeit hinwegführen Stieler 315. Frisch 1, 196b. aus der dienstbarkeit erledigen Schönsleder L. lösete mich aus der dienstbarkeit der christen (in der ich bei den Christen war) Olear. Rosenthal 2, 27. sich der dienstbarkeit entschlagen servitutis jugum a se repellere Steinbach 1, 271. einen aus der langen dienstbarkeit erlösen ders. sich aus der dienstbarkeit befreien ders.

kein zeichen der dienstbarkeit tragend am nacken
Voss.


4. die verpflichtung die der besitzer eines grundstücks hat, etwas zu leiden, sich gefallen zu lassen, z. b. den durchgang durch das haus, das wasserschöpfen in seinem brunnen, einen fuszsteig über seine wiese, was man in der rechtssprache servitut nennt. eine solche dienstbarkeit erwerben, ausüben, abkaufen. man bezieht es auch auf das was ein besitzer zu leisten, zu thun gehalten ist, auf diesem haus haftet die dienstbarkeit die strasze im stand zu erhalten, nachts zu erleuchten.
 
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dienstbarlich, adj.
1. willfährig, dienstbarlich usz unverpflicht, obsequiosus Vocab. incip. teut. d 4. Voc. theut. 1482 e 7b. gibst weder gelt noch pfand. das macht dasz ich so dienstbarlich mich gen der welt kan halten Fischart Garg. 90a.
2. servilis. der graveschaft Hanaw, welche sich der weltlichen oberkeit, castenvogtei, schutz und schirms auf diesem unserm clösterlein bis daher sampt der dienstparlichen gerechtigkeiten, als atzung, schatzung, leger, frondinsten und dergleichen gehapt und gebraucht haben (vom j. 1561) Joh. Ad. Bernhardi Wetterau. Alterthümer 1, 157.
 
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dienstbeflissen, wie dienstfertig, dienstbereit. ein dienstbeflissener mann homo officiosissimus, studiosus alicujus Frisch 1, 196b. er war beständig von einem groszen gefolge von dienstbeflissenen umgeben Schlosser Weltgesch. 2, 34.

ich summe sonette zu ihrem preise,
umschwebe sie artig und dienstbeflissen
A. Grün 272.

die höflichkeitsformel in briefen, Ihr dienstbeflissener diener, fängt an zu veralten. s. DWB dienstgeflissen. daher