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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
diebsvogel bis diech (Bd. 2, Sp. 1098)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) diebsvogel, m. bildlich, ein verschlagener listiger dieb. so sagt man in Hessen das ist ein rechter diebsvogel. da schlichen sich ein paar diebsvögel an den knecht Chr. Weise Kl. leute 64. 221.
 
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diebsvolk, n. fures, wie diebsbande. in diesen dörfern wohnt lauter diebsvolk. diebs- und raubvolk Stieler 2388.
 
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diebswerkzeug, n. beim einbrechen der diebe nöthig, wie brecheisen, nachschlüssel.
 
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diebsweg, m. ein verborgener heimlicher weg Stieler 2455. s. diebssteig.
 
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diebswirt, m. furum receptor. diebs- und schelmwirt Stieler 2561. Frisch 1, 195a.
 
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diebszehe, f. die wilden welche mit den füszen stehlen und auszer den langen fingern und diebsdaumen noch lange diebzehen haben J. Paul Kom. anhang zum Titan 2, 81.
 
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diebszeichen, n. indicium furti Stieler 2610.
 
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diebszunft, f. manus furum, wie diebsbande. in die diebszunft gehören Lehmann 137. Stieler 2646.
 
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diebwärter, m. carcerarius. diebwarter ohne umlaut Vocab. incipiens teuton. s. DWB diebscherge.
 
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diebwillig, adj. zum stehlen geneigt. die diebwilligen und raubgierigen herren Luther 6, 121a.
 
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diech, n. und seit dem ende des 17 ten jh. f. und m. oberschenkel an menschen und thieren, femur. pl. diecher und dieche. ahd. dioh Graff 5, 118. mhd. diech Benecke 1, 324. altfries. thiach Richth. 1071. niederl. dij, dye, dige. engl. thigh. ags. þeoh. altn. þiô. niederd. dee Brem. wörterb. 1, 188. diech coxa Vocab. incip. teut. 3d. iren liebhaber thet bitten dasz er ir ein diech vom kranch (kranich) geb Bocc. 2, 8b. ein diech vom kranch risz, ir den gab 9a. haben sie denn nur ein bein, wie können sie denn zwei diecher haben? 9b. weiter wechst ein frucht zwei oder drithalb spannen lang so grosz umb sich als ein tiech eins manns Frank Weltb. 201a. diech huft, die auswendige decken am schenkel ob

[Bd. 2, Sp. 1099]


dem knie, cruris pars exterior Henisch 695. mit dem rechten ellenbogen lag sie auf dem diech, und war das knie mit ihren fingern umbfangen Buch der liebe 179, 4. wöllen die herren sehen wie er mit mir umbgangen, so sehen sie meine diech, hub damit das gewand in die höhe, weiter als eine halbe span über die knie, zeigt damit den umbstehenden die füsz under und ober knies, all voller blawen mäler Lazarillo 2, 313. neben diech führt Henisch auch diege diede femur an. diech, femur exterius Junius. die diech, diege Stieler 314. zwu adern an den dichern und zwu adern an den schinpeinen sein gut zu lassen für den geprechen der nieren Versehung des menschen 39a. setz ir köpf innen an den diehen 84a. bindet man ir das gesotten kraut an ir rechtes diech, sie geniest zu hant 100b. Frisch 1, 194d bemerkt die form der deich aus Hamelmanns Oldenb. chronik, er war über den deich oder das dicke bein verwundet, und fügt hinzu, dasz sie noch an einigen orten gebräuchlich sei. dann aber auch die diech, das dicke am schenkel. Schmeller 1, 352 das diech und, wie im mhd., der pl. diech und diecher.

und sprang (der wolf) herausz (aus der hecke) ganz freisamlich
und erwischt den bock bei eim diech
H. Sachs 4. 3. 115b.

da het der kronich (kranich) nur drei diech Altes lied.

das feist diech von dem koppen (capaun) 5, 246a.

so grosz umb sich als ein diech eins manns S. Frank Weltbuch 205. (ein gutes pferd soll haben) breite starke tiech. eines esels huf und tiech Sebiz Feldbau 151. natterwurz auf die dieche (pl.?) gebunden soll behülflich sein den weibern welche das gebären hart ankommet Tabernaemont. 821. bildlich, der hauptast eines baumes Schmeller 1, 352.