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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
diebssack bis diebstahl (Bd. 2, Sp. 1097)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) diebssack, s. diebsack.
 
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diebsschelm, m. tagax Stieler 1707.
 
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diebsschlüssel, m. nachschlüssel, dieterich, den die diebe bei sich tragen, clavis adulterina Stieler 1844. niederl. diefsleutel, dän. tyvenögle, engl. pick-lock.
 
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diebssicher, adj. wozu diebe nicht gelangen, was sie nicht öffnen können, feuer- und diebssichere geldschränke.
 
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diebssinn, m. ein nach Galls schädellehre dem menschen angeborener, durch eine erhöhung an beiden seiten des schädels angezeigter trieb, fremdes eigenthum sich anzueignen.
 
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diebssohle, f. bildlich,

darum durchschleicht er (der mond) fenster, thüren
auf diebessohlen leis und lind,
der erde heimlich zu entführen
im schlafe dies und jenes kind
Lenau Neuere gedichte 219.


 
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diebssprache, f. eine durch einmischung fremder und entstellter wörter gebildete sprache, die nur die diebe und gauner verstehen, gaunersprache, zigeunersprache, rotwälsche sprache Stieler 2102.
 
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diebssteig, m. heimlicher, unbekannter pfad des diebs. wan er siht sich selben an vlîzeclîchen und erluoget eineclîchen aller sîner untugende diepstîge die heimlichen wege auf welchen die untugenden herbeischleichen Mystiker 331, 25. s. diebsweg.
 
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diebsstock, m. cippus, in welchen man die diebe mit den füszen gefangen legt Voc. incip. teut. d 2. Henisch 692.
 
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diebsstrick, m.

Diebsstrick.
der strick an dem ein dieb erhing, hilft für des hauptes weh
gebunden um den kranken kopf: o umb den hals vil eh.
Logau 2. 5, 27.


 
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diebstahl , m. furtum, ahd. stâla fem. von stelan Graff 6, 669. mhd. mit verbindung zweier gleichen begriffe diupstâle fem. Beichtbuch 68 und diupstâl Pass. 240, 61 Hahn. Berthold 271, Boner 22, 31, in welchen stellen das genus nicht zu erkennen ist. bei Maaler 90b, Henisch 690 und Stieler 2165 masc. wie heute, doch hier und da neutr., wie bei Opitz. ags. stâlu stâl fem. niederl. diefstal m.
1. die heimliche entwendung eines fremden eigenthums, so im ahd. mhd. und in der heutigen sprache. man unterscheidet einen groszen und kleinen diebstahl je nachdem der gegenstand von groszem oder geringem werth ist. ein gewaltsamer diebstahl der mit einbruch, überhaupt mit gewaltthätigkeit verbunden ist. ein offenbarer, wenn der dieb auf frischer that ist ergriffen worden, im gegensatz zu dem heimlichen, wo dies nicht geschehen ist. ein dreifacher diebstahl, der dreimal wiederholte, wird härter bestraft. man sagt einen diebstahl begehen. eines diebstahls sich schuldig, sich verdächtig machen. bei einem diebstahl ertappt werden. jemand wegen eines diebstahls anklagen, verurtheilen. sich mit diebstal vergreifen furari Henisch 691. jemand umb einen diebstal angreifen ders. wenn man einem die hand im sack erwischet, so ergreift man ihn am diebstal, ob man ihn gleich nicht ein dieb nennet ders. niemand hengt sich selbs um seines diebstals willen nemo nocens sibi ipse poenas irrogat ders.

[Bd. 2, Sp. 1098]


du wirst mich machen ungeduldig
das du mich thust des diebstals zeien.
H. Sachs 3. 3, 58b.


2. im allgemeinen ein unrechtlicher erwerb durch list und betrug. also das was nicht flecket oder bund, oder nicht schwarz sei unter den lemmern und ziegen, das sei ein diebstal bei mir, das sei nicht mein eigenthum 1 Mos. 30, 33.

wie sie nun rächten diese schmach,
den diepstal an ihrm herrn begangen.
Gengenbach 311, 49.


3. im 16 ten und 17 ten jahrhundert wie furtum auch die gestohlene sache selbst. es sol aber ein dieb widerstatten. hat er nichts, so verkeuf man in umb seinen diebstal. findet man aber bei im den diebstal lebendig, es sei ein ochse, esel oder schaf, so sol ers zwifeltig widergeben 2 Mos. 32, 3. 4. item so der diebstal bei dem verdachten gefunden oder erfaren wirdet Carolina art. 43. und wann solcher (geringer) diebstal nochmals erfarn wirdet, und der dieb mit oder on diebstal einkompt, so soll in der richter darzu halten, dem beschedigten den diebstal mit der zwispil zu bezalen art. 157.

sprach 'wann in sein mutter geschlagen,
do er ir diebstal zu thet tragen
und im solchen nit geben nach,
so wärn sie beide frei der schmach'.
Eyering 2, 158.

wann der dieb nicht wuste wa er mit dem diebstal hin solte, so blieb viel stelens nach Henisch 691.

komm du, kläglichs diebstal du
der armen jetzt; ich musz dich nur verlassen.
Opitz 1, 232.

an den obersten galgen wolt ich henken lassen diejenigen welche kindern und gesinde ihren diebstal abkaufen Schuppius 204. wann er durch seine kunst den diebstal wieder herzu könte bringen Simpliciss. 1, 190.
4. bildlich, jede freude schien ihm ein diebstahl an einem fremden entblätterten herzen J. Paul Siebenk. 4, 204.