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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
diebsglück bis diebshaus (Bd. 2, Sp. 1095 bis 1096)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) diebsglück, n. das dieben zu theil wird, daher unverdientes glück, auch spielglück Stieler 675, hurenglück, engl. windfall das vom wind abgeschlagene obst.
 
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diebsgriff, m. ein kunstgriff im bösen sinne, wie ihn verschmitzte diebe beim stehlen anwenden. diebsgriffe fraudes furum Stieler 699. Frisch 1, 195a. wer leichtlich aufborgt, hat keinen sinn (hat nicht die absicht) wieder zu geben: ist ein diebsgriff Lehmann 122. und dich, deine alte diebsgriff zu büszen, mit betteln ernehren müssest Simpliciss. 2, 58. aber sie war in den begierden nach geld so ersoffen, in allerlei schelmstücken und diebsgriffen solches zu erobern, so abgeführet und fertig dasz — 2, 59. mit mehrern diebsgriffen als wochen beladen 2, 117. s. diebskniff.
 
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diebsgrusz, m.
1. der bei dieben gebräuchliche grusz, woran sie sich erkennen.
2. die feierliche formel mit der man vor gericht den festgenommenen dieb anklagte, und die man bei Haltaus 224 findet. diebesgruoz Freiberger stadtrecht bei Schott 208. es schien ihm unmöglich sich in der person geirrt zu haben, darum drehte er unbemerkt sich zur thür hinaus, ging zum richter und brachte seinen diebsgrusz an Musäus Volksmärchen 183.
 
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diebsgut, n. das gestohlene gut.
 
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diebshader, m. streit, schlägerei der diebe.

der roszdieb schleicht hinein und spricht,
ich mein die bawrn haben abkehrt,
einander leichnam übel bert (hart geschlagen).
ich hab lang zughört und zusehen
hinter eim zaun, darfs nichtsen jehen:
das war ein rechter diebshader;
jetzt bindt man sie all drei beim bader.
H. Sachs 4. 3, 28a.


 
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diebshaken, m. ein dieterich.
 
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diebshals, m. fur. hals steht vermutlich hier nicht für collum sondern für vir, wie in dem ahd. frîhals und in dem heutigen wagehals, geizhals, und es im altnord. vorkommt; s. Gramm. 2, 264. diebshals furax Maaler 90b. Henisch 692. du diebshals! Melander 2, nr. 421.
 
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diebshand, f.
1. manus furax. diebshand harpyia, uncae manus Stieler 752. dän. tyvehaand. s. diebsfinger. diebsnägel. das hat eine diebshand weggenommen.

zum sechsten sich ein nachbar schem
seinem nachbarn etwas zu steln,
dieweil es sich nit lest verheln:
es wird offen in diebeshand
mit groszen unehren und schand
H. Sachs 2, 83b.

man glaubt dasz eine diebshand das stehlen nicht lassen könne. in einem märchen (Hausmärchen nr. 118) wird erzählt wie aus versehen jemand die einem am galgen hangenden dieb abgeschnittene hand angeheilt wird. als jener an einem geldhaufen vorbeikommt, zuckt er unwillkürlich mit dem arm und greift mit der diebshand hinein. bildlich nennt man sie diebsklauen.
2. ein seegewächs alcyonium exos, manus marina das einer hand mit aufgerichteten fingern gleicht, wird auch diebshand, grindhand, seehand, fingerkork genannt Nemnich 1, 167.

[Bd. 2, Sp. 1096]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) diebshändel, f. res furtivae, quaestus furtificus Stieler 754. Frisch 1, 195a.
 
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diebshandwerk, n. das zunftmäszige betreiben des diebstahls. die ganze familie treibt das diebshandwerk.
 
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diebshaus, n. habitatio furum, spelunca latronum Stieler 798.

diu diuphiuser brechen
Helbling 15, 820.

s. diebsherberge.