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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dieblich bis diebsbein (Bd. 2, Sp. 1092 bis 1094)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dieblich, adv. nach diebes art, wie diebisch in dieser bedeutung. ahd. diuplîcho furtim Graff 5, 98. mhd. dieplich und diuplîche Benecke 1, 325. dieplich furtive Voc. teut. 1482 e 8b. vergl. Schmeller 1, 350.

(du) solt mir das mein nit also dieplich ausztragen. Fastnachtsp. 54, 28.

[Bd. 2, Sp. 1093]



da er uns jämerlich verlie
und sich dieplich von uns schiede 453, 17.

dieblich gestolen
Görres Meisterlieder 143.

er (der fuchs der sich todt stellt) verkert sine augen, liesz die lefzen hangen, den hals schwenken, seinen atem zoch er dieblich in sich, die fusz streckt er von im Cyrillus 4b. das erste das er gott seine ehre dieblich stele Luther 3, 80b. liesz sein volk vor erst dieblich auf sie reisen (ziehen) und heimlich rauben und stelen Livius von Schöfferlin 132b.

der hund aber der sprach im (dem dieb) zu,
'sag, gibst du mir das brote dein
dasz dich erbarm der hunger mein
ausz rechter trew und gunst ausz gnaden,
oder gibst mirs dasz du mögst schaden,
meim herrn das sein dieblich ausztragen
aus seinem haus, eh es thu tagen?'
H. Sachs 4. 3, 110b.

ach solt ich den (dem) herr vater mein
dieblich sein ehr und treu verletzen,
wolt mich ehe auf ein kutschen setzen
und willig fahren ins elend
J. Ayrer Trag. 258a.

ehrnvester herr, wir bede han
gesehn und dörfens warhaft sagen,
das uns der jud dieblich entragen
dises stuck barchet ausz der buden. ders. Fastnachtsp. 19c.

dieblich entfrembden Agricola Sprichw. 316. diebischer weis, dieblich, heimlich Henisch 690.

je dieblicher und scherzlicher,
je lieblicher und herzlicher
geniesz ich der lieb beut
Weckherlin 788.

damit sie ansehnlicher bei dieser stadt wohlverdienter regimentspersonen und anderer in ehren bekanter leute guten namen, leumund und glimpf dieblicher weis calumnieren Schuppius s. 677.
 
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diebolt, m. mit diesem eigennamen bezeichnete man einen dieb. schon im mhd. Ben. 1, 325a. vergl. Gramm. 2, 331.

du findest vil in Diebolts thon,
das heiszt man an etlichen enden gestolen. Fastnachtsp. 866, 34.

wach auf, Diebolt, hau, Diebolt, wach,
es ist morn auch ein nacht
Fischart Garg. 249a.


 
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diebpreszgang, m. gewaltsame ergreifung des diebs, wie man soldaten, matrosen preszt. als der amtmann eine neue galgenrekrutenaushebung im Mauszenbacher walde vorzunehmen gedachte, so stellte H. v. Röper diese diebpreszgänge dadurch ab, dasz er seinem malefizrat so viel grobheiten anthat als dazu vonnöthen waren, dasz der amtmann nichts thun konnte als abdanken J. Paul Unsichtb. loge 2, 14.
 
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diebraub, m. furtum, rapina nocturna Haltaus 224.
 
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diebraumisch, adj. der heimlich, diebisch hinwegräumt. ja das eseltreibig, lonsorgig, augendienschaft gesind ist im kaum gehorsam: ist murrisch, widerbefzig, diebraumisch, unvertreglich Fischart Garg. 69a.
 
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diebsackdiebssack,m. den diebe und bettler mit sich führen, Maaler 90b übersetzt funda, fügt aber noch hinzu brüsäckle: ist damit ein lederner sack gemeint, um suppe oder speise hinein zu thun, wie ihn bettler haben mochten, der zugleich die gestohlenen sachen aufnahm? belg. diefsack, französ. besace, der quersack, latein. bisaccium. diebssack, schiebsack, beiseckel, diebsbeutel, follis, funda, reticulum, sacculus sub veste consutus Henisch 692. diebsack loculi Stieler 1658. diesack Reinwald 19a. wa er zur seiten griff in die diebs oder commiszsäck Fischart Garg. 56a.

da kam die magd und bracht herausz
ein gfülltes hun gebraten heisz,
gelegt auf eine semel weisz.
der knab (der den blinden bettler führt) nam hin denselben braten,
dacht 'wird leicht heut nit basz geraten
und legt dasselbig hun besunder
und stiesz in sein diebsack hinunder
Wolgemut 2, 484.

die andern beutel schneiden ab,
und weil die mutzen diebsseck han
fechten sies für das ir auch an,
nemen heraus was drinnen ist
Eyering 1, 691.


 
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diebsart, f. genus furunculorum Stieler 58.

dann diebsart läszt doch nicht von art.
Eyering 1, 140.


 
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diebsauge, n. oculus furtivus, das heimlich umschaut wo etwas zu stehlen ist Stieler 67. ach dasz ihr ewer lebenlang müszten diebsaugen für oculorum populi essen Fischart Garg. 189b. du schlimmer vogel, willst du mich mit

[Bd. 2, Sp. 1094]


diebsaugen ansehen? Simpliciss. 2, 55. sprichw. diebesaugen sehen durch einen doppelten mantel was einer im beutel hat Henisch 692.
 
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diebsbande, f. die sich zum stehlen vereinigt, furum grex. dän. tyvebande. auf dem jahrmarkt fand sich die ganze diebsbande zusammen.
 
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diebsbank, m. auf welcher die diebe vor gericht sitzen.

die auslegung sich selber stellt,
ob es dem müller gleich nicht gefellt,
wiewol er nicht alleine sitzt,
auf der diebsbank noch mancher schwitzt.
Wolgemut 2, 459.


 
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diebsbein, n. Stieler erklärt pes nequam, schelmenbein 124. es ist aber der ganze mensch gemeint, wie auch gebein gebraucht wird, oder wie man einen bösartigen knaben teufelsknochen schilt.