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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
diebel bis diebig (Bd. 2, Sp. 1090 bis 1091)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) diebel, m. s. DWB döbel.
 
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diebel, m. weiszfisch, s. DWB döbel.
 
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diebelein dieblein n. furunculus, in mildem sinne. ein klein dieblin Dasypod. 82d. dieble, ein kleiner dieb Maaler 90b. das dieblein Stieler 314. diebchen Steinbach 1, 267. ein armes dieblein Kirchhof Wendunmut 311. schmeichelnd, diebchen amasius, quasi cordis furunculus. ein allerliebstes diebchen Stieler 314.

weil meine myrt, mein liebelein
und meines herzens diebelein
von mir hinweg gewichen
Weckherlin 407.

o zartes liebelein,
o süszes diebelein,
dein herz thut sich erweichen 754.

vergl. ahd. schefdiup für tiro, was wiederum für chempho miles novus et rudis militiae steht; s. Gesch. der sprache 636.

[Bd. 2, Sp. 1091]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dieben, furari, bei Otfried githiuben, ags. þeofjan, engl. to thieve. im mhd. heiszt das seltene diuben dieben (Ben. 1, 325) verstohlen hineinbringen, wo also nur das heimliche bleibt, sonst aber die bedeutung sich umkehrt.

diu minne diu kan dieben
in zwei herzen einen sin
Heinzelein v. Constanz 1808.

ir süezen reinen zarten,
ze iuwern lieben lieben
solt ir bî zîten warten,
wan krankez alter kan sich zuo in dieben (heimlich einschleichen).
Laber 232.

bei Creidius hochzeitsermon aus der mitte des 17ten jahrh. es ärgert gewaltig, wenn keines das ander mit dem rechten namen nennet, sondern diebt (dieb nennt, wie bedieben Schmid Schwäb. wörterb. 125), schelmt, hurt oder sonst allerlei böse wort schieszen läszt 1, 270. Dasypodius, Maaler, Fries, Henisch und Frisch führen das wort nicht an, wol aber Stieler 314 und Steinbach 1, 267 dieben, gediebt furtum facere. bäume die nahe an feldern stehen, deuben nehmen diesen sonnenschein und regen weg Schmeller 1, 350. s. abdieben, verdieben.
 
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dieberei, f. sowol der einzelne diebstahl als die häufige wiederholung desselben, diebshandwerk, hang und neigung zum stehlen. altfries. deverie Richthofen 1072. mhd. dieberîe Benecke 1, 325. engl. thievery, dän. tyveri. dieberei oder diebstal Vocab. incip. teut. d 2. dieberei von gemeinem und offenen gut das. d 3. Voc. theut. 1482 e 7b. dieberei furacitas Dasypod. 315a, furtum heimliche entfrembdung Henisch 690. Stieler 314. Frisch 1, 195a. Steinbach 1, 267. er ist von natur zur dieberei geneigt. an die dieberei ist man bei dem volk gewöhnt. dieberei treiben. der dieberei verdächtig, angeklagt. dieberei pflegen Vocab. incip. teut. d 2. denn aus dem herzen komen arge gedanken, mord, ehebruch, hurerei, dieberei Matth. 15, 19. Marc. 7, 22. Offenb. Joh. 9, 21.

warsagen und dieberei
H. Sachs 4. 3, 75b.

denn wie an jaren wuchs der knab,
nam er der dieberei nicht ab
und meint es wär im alles frei,
geriet zu groszer dieberei
Waldis Äsop 1, 155.

dieberei ist die gemeinste nahrung der welt Henisch 690. untrew ist auch dieberei ders.

wer einmal dieberei thut treiben,
derselb fortan ein dieb thut bleiben
Eyering 3, 442.

Prometheus hatte zwar ausz seiner weisheit stärke
dem menschen, welchen er vor ohne geist gemacht,
des fewers edlen schein vom himmel eingebracht
durch nütze dieberei in seines leibes höle
Opitz 1, 53.

und da diese ja ein handwerk aus solcher klugen dieberei machte Riemer Stockf. 206. als sie nun an den ort kamen, wo Furantine sonst ihre dieberei anzufangen pflegte 208. das laster der dieberei Pierot 3, 357. es geht grosze dieberei vor Steinbach 1, 267. jetzt zum erstenmal, komm mir zu hülfe, dieberei! Schiller 135.
 
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diebfänger, m. der häscher der diebe, engl. thief-catcher. bildlich, aber ich bin hier im stande den diebfänger zu nennen: Schoppe wars gewesen (der nemlich eine spielerbank aufgehoben hatte) J. Paul Titan 2, 26.
 
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diebfängnis, f. diebfenknis ergastulum Voc. incip. teut. d 3.
 
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diebhaft, adj. wie diebisch. diuphaftigez gut entwendetes Glosse von 1418 bei Schmeller 1, 350.
 
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diebheit, f. wie dieberei. raub und diebheit Münster 403. Schmeller 1, 350.
 
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diebhenker, m. s. diebshenker.
 
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diebig, adj. gestohlen oder geraubt, furtivus, furto ablatus Henisch 690. Frisch 1, 195b. bei Benecke fehlt es, ist aber nicht selten im Schwabenspiegel, unde gît ein diup einem man diubic guot, unde jener weiz wol daz ez diubic ist, daz ist ofen diupheit c. 186, 3. 4. Wackern. ferner 50, 1. 10. 171, 1. 186, 4. auch bei Rudolf v. Ems Vilmar s. 26.