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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
dichtergreis bis dichterkönig (Bd. 2, Sp. 1067 bis 1068)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dichtergreis, m. hienach wird man wol dem deutschen dichtergreise vertrauen, dasz er u. s. w., womit Göthe sich selbst meint 46, 230.
 
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dichterhöhe, f.

was träumt ihr auf eurer dichterhöhe?
Göthe 12, 12.


 
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dichterin, f. poëtria.

du bist des wollusts dichterin
Weckherlin 762.


 
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dichterisch, adj. und adv. poëticus, scheint erst im 18ten jahrh. aufgekommen zu sein, Dasypod. übersetzt noch poeticus das zu eim poeten gehört 187d. Maaler, Henisch, selbst Stieler führen es noch nicht an, zuerst Frisch 1, 194b. man sagt eine dichterische natur, ein dichterischer ausdruck, gedanke, stoff. mit dichterischer begeisterung sprechen. eine dichterische stunde, wenn man in der stimmung ist zu dichten.

mich nennt der durstige Hircan
recht dichterisch den dichterschwan
Hagedorn 1, 109.

drauf wandelt er fort in dichterischem tiefsinn
Zachariä.

mich ruft der nachtigall lied nicht mehr in den dichterischen hain
v. Cronegk.

in dichterischen tönen Wieland.

wenn als knaben ihr einst Smintheus Anakreons
fabelhafte gespielinnen dichtrische tauben umflogt.
Klopstock.

diese frage ist gar zu dichterisch verrät zu sehr den dichter Klinger 9, 80. bei der lesung eines ächten dichterischen werks 11, 51. der dichterische schöpfer (verfasser eines dichterwerks) ders. das dichterischdunkelphilosophische ungeheure (das schicksal in der alten tragödie) 12, 113. das dichterische verdienst der Franzosen Gotter 1, viii. grüszen Sie Ihre liebe frau und unsere dichterischen freundinnen Göthe an Schiller 352. diesen brief schreib ich auf einer dichterisch geweihten erde, im irrhain der Pegnitzblumisten J. Paul. der dichterische geist ist unsterblich und unverlierbar in der menschheit Schiller 1197a. keusch, überirdisch, unkörperlich, heilig wie seine (Klopstocks) religion, ist seine dichterische muse 1203b. sie glaubten jetzt in jedem ausdruck und jeder vorüberschwindenden laune das dichterische gemüt zu bemerken Tieck.

seit tausend jahren und seit aber tausend
trägt weibes namen alles dichterische.
W. Wackernagel Neuere ged. 123.


 
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dichterjugend, f. Klingers dichterjugend, worin die dichtende und bürgerliche welt sich so lange bekämpfte J. Paul Vorschule 1, 129.
 
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dichterjüngling, m.

ein dichterjüngling der dritte war
mit blühendem antlitz und güldnem haar.
A. Grün Ged. 371.


 
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dichterkampf, m.

dank der natur! mein dichterkampf
ist wie ein fieberfrost verschwunden:
längst wärm ich mich im opferdampf
an dem altare der gesunden
Thümmel Reise 3, 401.


 
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dichterkiel, m. die schreibfeder des dichters Stieler 914.

mein schlechter tichterkiel
Chr. Knittel Kurzgedichte (1674) 41.

und (Cypripor) läszt den dichterkiel mich in dem köcher finden.
Günther 1066.


 
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dichterkind, n.

sei uns willkommen, dichterkind,
an deines lebens goldner pforte
Uhland Ged. 96.

[Bd. 2, Sp. 1068]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) dichterklang, m.

so hauch ichs feurig nun in ahndungsvollen dichterklang.
Platen 55a.


 
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dichterkönig, m. es gelingt Ansari (dem hofdichter) seinen herrn am meisten zu befriedigen und er wird zum dichterkönig ernannt Göthe 6, 50. s. dichterfürst.