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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
deswillen bis deuchttafel (Bd. 2, Sp. 1035 bis 1037)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) deswillen, wie dessentwillen, ejus causa, cujus causa. es wird um vorgesetzt. ich habe dich um deswillen den andern vorgesetzt, damit sie an dir eine stütze haben. beschwere dich nicht die kranken zu besuchen, denn um deswillen wirst du geliebt werden Sirach 7, 40. da fand er viele manche schiff, um des willen er sein kaufmannschatz wolfeil geben muszt Boccaccio 1, 55b. er, um deswillen ich eine verbindung wagte Klinger 7, 212. ich musz vor dem manne fliehen, um deswillen ich dieses alles that und leide 7, 213.
 
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detzlein, n. trinkgeschirr, dimin. von dem aus dem französ. entlehnten tasse, ital. taza, dem es näher steht: man

[Bd. 2, Sp. 1036]


sagt auch bei uns tatse Stieler 2259. bair. tatz, tatze f., tatzl n. Schmeller 1, 465. die tatzien aus dero er getrunken Abrah. a S. Clara.

lang den richtwein, die richter haben sich gesetzt.
wer den andern hat verletzt,
lang dem andern das detzlin
und bring ihm drei gesetzlin
Fischart Garg. 94b.


 
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deube, f. wie diebstahl, die heimliche entwendung und die gestohlene sache, ahd. diuba, mhd. diube Ben. 1, 325. diubde Wackernagel Baseler recht 28. niederd. duve, vergl. ags. þeofd, þyfd, engl. theft, niederl. diefte. bei Schmeller die deub, die deuf, die diuf 1, 350; vergl. Haltaus 221. was die deube ist, das wird genannt Waissel Chronica 22.

kein deube bleibt verholen
Logau 3, 157, 8.

eine deube begehen crimen furti committere Stieler 314. noch heute in der gerichtssprache verschiedener deuben verdächtig.
 
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deuchel, däuchel, düchel, teuchel, deichel, tüchel,m. röhre, rinne, tubus. das wort scheint denselben ursprung zu haben wie das gleichbedeutende franz. tuyau, roman. tuel und tudel. die letztere form aber kommt überein mit dem altnord. tûda, schwed. tut, dän. tud, niederl. tuit (Diez roman. wörterb. 361) und mag daher erborgt sein. Zu vergleichen ist das mlat. doa doga doha fossa. deuchel war früherhin im südlichen Deutschland gäng und gäbe: häufig war es bei wasserleitungen ein im kern durchbohrter föhrenstamm. wendet er unseglich vil kosten an gelegte brunnenteichel, thürn, kirchen, mauren, heilthumb Frank Chronica 288b. sunder wär durch sie gangen wie ein wasser durch ein rörlin oder deichel 441a. duchel tubus Vocab. teut. 1482 bl. 4a. ein leimin oder irden deuchel tubus bei Dasyp. 251, der bemerkt dasz kleine röhren dieser art sonst in den wänden angebracht wurden, um die wärme in das zimmer oder den rauch hinaus zu leiten 314b. ferner führt er an deichel mit blei gelötet fistulae applumbatae, brunndeuchel aus forhenholz fistulae pineae das. wasserdolen, wasserdeuchel, wassergrben aquagium, aquaeductus 319a. bei Maaler 93a der düchel aquaeductus, canalis. das wasser fart durch enge düchel daher. und dann nochmals s. 411c unter t der tüchel, grundtüchel tubus, cuniculus, fistula, canalis, canaliculus. auszgehölt oder gebort wie ein tüchel tubulatus. durch tüchel cuniculatim. in tüchlens weis, mit aneinander gesetzten tücheln. deuchel, brunnendeuchel Junius 346b. deuchel tubus, ein ronder (runder) deuchel, brunnendeuchel Calepinus diction. 1498. teuchel canalis, canalis ductilis ausz stain gemacht Schönsleder Ff 5. teuche oder schleuche Stieler 400. teuchel tubus Frischlin 17. deuchel canalis, lignum excavatum in similitudinem cannae, per quod aqua deducitur Henisch 682. teuchel düchel Frisch 2, 369b. durch hölzerne teuchel oder bleierne und irdene oder von laimen gebachene rör und canäl Sebiz Feldbau 15. dasz der tauw sich in den stengel und durch den wie durch einen teuchel zu der wurzel zeucht Thurneisser Erdgewächse 82. bei Fischart ein paarmal, macheten ihr alsbald ein solch schrecklich restrinctiff verstrengung einpfrengung und verstricktiff dasz es alle brachäcker dabei verdorren und wol neunzig küen hett vergeben mögen. darumb auch alsbald der armen kindbetterin alle deuchel, furen, runsen, klafegen, dolen und riolen verstopfet, opilirt, vernägelt und vermalschlosset gestunden Garg. 104a. selsam fuszeisen, künstliche meszstäb, unerfauliche deuchel 193b. in Baiern teuchen, teuchel f. Schmeller 1, 426. in der Schweiz tüchel wasserröhre Tobler 158. aber auch anderwärts, die hölzernen teichel sind bis tief hinunter abgebrannt Kölner zeitung 1854 nr. 123.
 
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deuchel, m. faszdaube, daub deichel, ein bret an einem fasz oder butten Henisch 663. ebenso heiszt das mlat. doga fossa und asser.
 
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deuchelbohrer, m. brunnmeister und teichelborer Thurneisser Archidoxa 24.
 
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deuchelein, n. dimin. von deuchel. ist etwas holechts das eine gestalt als ein kleines schiflein hat, oder sonst ein rünnelein, das man sonst ein känelein oder ein offenes teuchelein nennt Thurneisser Alchymia 2, 107. Calepinus 1498.
 
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deucheln, aquam ducere per canales Frisch 2, 369b.
 
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deuchen, rennen, rasch laufen in Schlesien Weinhold Schles. wörterb. 14. vergl. das mhd. tuht kraft, stärke, impetus.
 
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deuchten, s. DWB däuchten.

[Bd. 2, Sp. 1037]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) deuchttafel, f. pugillares Brack Vocab. v. 1449.