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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
derselbige bis deschelkraut (Bd. 2, Sp. 1024 bis 1028)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) derselbige dieselbige dasselbige, adjectivpron. gleichbedeutend mit dem vorhergehenden und gebildet wie derjenige. es wird ebenso wie jenes verwendet, nur bei den unter 4 bemerkten höflichkeitsformen ist es nicht in gebrauch. gegen das ende des 14ten jahrhunderts zeigt es sich zuerst.
1. vor einem substantivum.

das sol er umb ew dienen,
dassälbig knächlein (knäblein), wol berait,
und fürder sich gar rasche
Wolkensteiner 70, 1, 13.

so maint er dann, der selbig hübsch geselle 117, 2, 5.

und die selbige wâre einigkeit wirket dâ stêtiglîchen Theol. deutsch 43.

[Bd. 2, Sp. 1025]


die öpfel huob der selbig man
pei dem stil ze beschneiden an.
Wittenweiler Ring 35a, 30.

und lief daher der selbig wicht 40b, 32.

darnach begab es sich, da Anthonius sein lant verlor, das das selbig berlin funden wart Keisersb. Sünden des munds 6a. ir warten der salb und arznei, damit man die ander blattern der entschuldigung heilen mag. nun uf das das die selbig salb kreftig werd ze heilen den gebresten, so find ich drü stuck die darein gehören 15a. solt birkin questen (ruten) reiszen und mit den selbigen questen inen (den kindern) das weren, das sie hinden und fornen blitzen und ufspringen 16b. und was got wol gefelt, das gefelt den selbigen spöttern nichts 45a. das erst darumb unnütze wort den menschen versenken in ewige verdamnisz, das ist vermischens halb, wan die selbigen vergebene wort vermischen sich etwan in andere ding und wort, daz sie todtsünde werden 51a. derselbig baum steht in mitten der aller scherpfesten dörnen Pauli cap. 489.

dann wo es (das pferd) an ein seiten wär
mit im geschlagen, glaubt, so het
er sich an derselbigen stet
gefallen gar ztod warlich Theuerd. 33, 72.

Unfalo derselbig pöswicht
rüet auf das nicht lang. 34, 1.

lies dasselbige capitel Luther 3, 241. und zogen aus zu reisen in das land Canaan. und als sie komen waren in dasselbige land, zog Abraham durch 1 Mos. 12, 5. und namen in und warfen in in eine gruben, aber die selbige grube war leer 37, 24. wer ist der selbige könig der ehren? Psalm 24, 8. da rief Jeremia Baruch den son Noria, derselbige Baruch schreib in ein buch aus dem munde Jeremia alle rede des herrn 36, 4.

der selbig fal gar weit erhal Laurin 869 Schade.

da sprach einer von denselben fründen,
die dasselbigmal um ihn stunden.
Wolgemut 2, 352.

du thust alles das du wilt, darumb ist derselbige dein wille allein heilig Schuppius 433.
2. allein stehend. und dis geschicht aller meist, dâ hôch nâtûrlich vornunft ist: wan die selbige stîgt alsô hôch in irem eigen liechte u. s. w. Theol. deutsch 37. diser Jacob bedütet uns ein frummen glatten menschen, der nicht harig ist von sünden: der selbig legt im selbs die ruhen haut an umb tegliche sünd Keisersb. Sünden des munds 16a. wa findet man die selbigen? 20b. wan du nimst im sein eer, die im lieber ist dan zitlich gt, er wolt das selbig lieber verlieren 37a. ein sölcher seltsamer mensch ist der nar. und der schenk von im entpfacht, dem selbigen bringt es keinen nutz 38a. das ist ein blater, aber nicht die, darvon ich hie reden wil, die selbig wird erst hernach kumen 53a. die da sagen von andern leuten heimliche ding und künden das selbig nit beweisen 73b. nun wan der knecht das selbig von im, seinem meister, sagt, so würt er gegen dem selben meineidig 72b. wir prediger sollent uns also halten das wir frei reden die warheit und beschirmen die selbigen und sollent niemants den kautzen streichen 69a. so einer merkt, wann er mit eim redt, daz der selbig ein klapperman ist, so schweigt er 77a.

wa sie das selbig herfür brächten.
Murner Luther. narr 646.

und nam aus euch zwelf menner von iglichem stam einen. da dieselbigen weggiengen u. s. w. 5 Mos. 1, 24. der aber zur thür hin eingehet, der ist ein hirte der schafe. demselbigen thut der thürhüter auf Joh. 10, 3. wirst du dich aber nicht fürchten vor der obrigkeit, so thue gutes, so wirst du lob von derselbigen haben Römer 13, 4. wo man dasselbige nit hat si hujus copia non adsit Henisch 662. wenn ich meine gedanken nur unter dem namen der zweifel vortrüge, so würde die welt sehr leicht über dieselbigen hinweg sein Kant 8, 12.
3. in der bedeutung von idem.

kommt nun dieselbige stunde zurück,
wie still michs kränket und schmerzet
Göthe 1, 215.

'zum zweitenmal', so begann das herrliche kind mit einem unüberwindlichen anmutigen ernst, 'zum zweitenmal widerfährt mir dasselbige' 17, 369. in dem augenblicke, in dem

[Bd. 2, Sp. 1026]


ich erfahre, du habest in die scheidung gewilligt, büsze ich in demselbigen see mein verbrechen 17, 371. er setzte sich in derselbigen stunde zu pferde und ritt dem zweideutigen paare nach 19, 236. die melodie behält immer denselbigen gang ohne tact zu haben: die modulation ist auch dieselbige 27, 131. was mich nemlich von der brüdergemeinde, so wie von andern werthen christenseelen absonderte, war dasselbige, worüber die kirche schon mehr als einmal in spannung geraten war ders. obgleich ein solcher mann (Anaxagoras) zu seiner zeit sich begnügen muste dasselbige durch dasselbige zu erklären ders.

was man dem feuer enthob, das ruht in derselbigen urne.
Voss.

auch wird wie bei derselbe noch ein verstärkendes wort zugefügt, es ist eben dasselbige, ganz, genau dasselbige. der schelter sagt auch den gebresten von eim menschen, eben mit den selbigen worten, wie der abschneider thut Keisersb Sünden des munds 43b. eben der selbig, gleich der selbig Dasypod. 105a.
4. bei höflichkeitsformeln wird es aber nicht gebraucht, man sagt nicht höchstdieselbigen, allerhöchstdieselbigen.
 
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derselbte, eine seltene form von derselbe.

ein berg zur linken hand denselbten ort beschützte.
Werder Ariost 2. 34, 5.


 
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derwegen, wie deshalb, deswegen, s. derentwegen, derowegen, dieserwegen. bei Luther 1, 411. derwegen, da man in (den Rabelais) je wolt teutsch haben, hab ich ihn eben so mehr in teutsch wöllen verkleiden Fischart Garg. 16. derwegen denselben genug man zu sein, vergleichet und einigt er sich mit einer im anmütigen gehülfin 64. das apostolisch werk gefiel den bawern wol, derwegen verkündigten sie bald desselbigen tags ihren nachbarn, den zu Suna Alberus wider Jörg Witzeln G 5a. derwegen seind die so den keiser dem pabst vergleichen, die ärgsten ketzer Fischart Bienenkorb 121a.

rüsten derwegen zu ein schiff ders. Schiff 175.

derwegen als die sonn vermerkt
das nur ir manheit wurd gesterkt
und sach allweil das schiff forteilen,
da sorgt sie sie möcht sich verweilen 649.

öfter bei Olearius im Rosenthal 1. 4, 13. 30, 44 u. s. w. wie denn derwegen eine vergleichung aufs papier aufgericht worden Schweinichen 2, 208.

derwegen will es sich gebühren
Weckherlin 351.

derwegen wer dem altar dienet, kan und sol mit gutem gewissen davon leben Schuppius 85. es ist nicht gut dasz der mensch allein ist, derwegen hat er (gott) ihm eine gehülfin geschaffen, die um ihn sei Lehmann Floril. 158.

die frömmelei läszt falsches auch bestehen,
derwegen hasz ich sie
Göthe 4, 336.


 
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derweil derweile derweilen,adv. mittlerweile, während der zeit, interim, interea. mhd. der wîle.
1. demonstrativ.

ich wær der wîle dicke tôt Iwein 656.

doch tuot mir der gedinge wol
der wîle, den ich hân, deichz noch erwerben sol.
Walther 92, 8.

zm bättel losz ich mir derwile.
Brant Narrensch. 63, 78.

ich sollte ihm derweil mein mutterhembde leihen, bisz das neue fertig wäre Chr. Weise Freim. redner 756. lasz uns derweil auf und ab schlendern, bis es helle wird Fr. Müller 3, 162.

zum bühle da rettet euch! harret derweil
Göthe 2, 38.

ists nicht ein mann, seis derweil ein galan 12, 153.

musten derweil uns schlecht bequemen
Schiller 321.

dort auch saszen derweil, im gesindestübchen versammelt,
Hans und die treue Susanna und Hedewig fröhlich des mahles
Voss Luise 3, 523.

wo bist derweil herum geschwärmt?
Rückert.

aber, lieber major, nehmen Sie doch auch derweile mein geld Lessing 1, 557. erzählen will ich was ich derweile trieb Karl August herzog v. Weimar in Mercks briefs. 2, 184. derweile stechen sie mich zwanzig male todt Göthe 13, 26. derweilen Stieler 2476. Klinger 5, 220. derweilen sehnt sich die liebste daheim Tieck 10, 234.

[Bd. 2, Sp. 1027]



2. relativ. kurios dasz man immer himmel und hölle, engel und teufel nur in andern welten sucht, derweil man doch beides gegenwärtig um und neben sich findet Armer mann im Toggenburg 323.

derweil der jugendliche held
so mannhaft spricht
Wieland.

hier lasz mich meinen stul zurückwerfen, derweile ich die wärmsten empfindungen der liebe für dich ausschütte Tristram Shandy von Bode 3, 568.

will mir die hand noch reichen,
derweil ich eben lad
Uhland Ged. 300.

und läse märchen wunderfeine,
derweilen drauszen nacht und wind.
Heine Buch der lieder 1, 79.


 
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dérzeit, adv. zu dieser zeit, damals und auch gegenwärtig, modo, zur zeit. N. N. derzeit vorsitzender. allein so weit kam es derzeit noch nicht Dahlmann Dänische gesch. 1, 39. durch Halfdans stamm war derzeit der dänenname furchtbar drauszen in Friesland 1, 45. die zunge kannte derzeit keine bande 1, 187. herzog Heinrich von Schleswig hält sich derzeit noch zurück 2, 30.

und im gesange sich gar dem bescheidenen mädchen gesellte,
das für die schönere galt bei der mehrzahl (wahrlich mit recht auch)
und, von vielen gewünscht, derzeit noch keinem gehörte.
Mörike Idylle 46.

daher das adjectivum
 
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dérzeitig, als dieser jetzige irdische mensch, als derzeitiger Römer Tieck.
 
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des, die alte form für dessen, s. der. in den zusammensetzungen kommen beide vor, und bei dessen kann noch das unorganische t angehängt werden, also desgleichen, dessengleichen, deswegen dessentwegen, deswillen dessentwillen.
 
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des, der alte genitiv des demonstr. pronom. daz in der bedeutung von deshalb, daher, wie er im mhd. häufig vorkommt.

des winkt mir manche in ir zelt. Fastnachtsp. 262, 21.

des wär nah gsin unglück sin schanz.
Brant Narrensch. 40, 12.

des müszt ir hie werden zu spott.
Soltau 2, 226.

des entferbt sich sonn und monde 319.

des (dazu) darfstu grosze kunst 326.

weil er des (davon) nicht gestorben,
schlagen sie ihn zu todt
Körner Histor. volksl. 332.

und des war Jona sunde und schande deste gröszer, das er solte für allen andern abegöttischen der ergeste und groszeste sünder erfunden werden Luther 3, 208.

des musz ich in den schuldthurn gohn.
H. Sachs 3. 2, 117d.

denn es dem grafen zum unheil gereichte und kame desz um sein leben Buch der liebe 273c. Simson sagt ir nicht die rechte warheit. desz sprach sie zu im 'wie kanst du sagen du habest mich lieb, so dein herz doch nicht mit mir ist?' 300, 3. desz (dem kind einen vergifteten apfel gegeben zu haben) er sich gröszlich verantwort, und erbot sich desz, solches kämpflich zu erweisen 311, 1.

und ich genas. des musz ich gott hoch loben.
Claudius in Voss Musenalm. 1778 s. 102.

des stutzte der ritter, doch faszt er sich bald.
F. L. Stolberg 1, 277.

und traun ich will ihn des nicht loben 1, 292.

wol dem der ein tugendsam weib hat, des lebt er noch eins so lange Göthe 42, 17 aus Sirach 26, 1.
 
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des neben dest für desto, und so des minder Theologia deutsch 97. des vleisziger arbeiten Melanchthon. noch häufig bei Fischart, an seilen des stärker werden, wann die end daran oft in einander sich flechten Ehzuchtbüchlein 25. nichts des weniger muszt er es gedultig tragen 37. nit des minder 45. solches des leichter in das werk zu richten 75. zum theil darum, darmit sie irn jammer und elend recht lernen bekennen und des ernstlicher ihre zuflucht zu seinen genaden nemen Bienenkorb 95b. darumb des ärger sein Garg. 108b. ich sauf nur des besser davon, sie macht mich nur des lustiger 240b. 274a. schlafen, des wackerer zu werden 248b. des basz Schiff (in dem voranstehenden gedicht an das schifflein).

[Bd. 2, Sp. 1028]


die ruder des fertiger giengen 566.

des weniger Rihel Liv. 452.

so mügt er sie schawen des basz Theuerdank c. 39.

ist ihr schandt und laster desz gröszer vor den leuten Buch der liebe 288.
 
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descheldotter, m. schottendotter, erysimum cheirantoides Henisch 738.
 
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deschelkraut, n. s. DWB täschelkraut.